Inhalte

Ich lese ein Buch in dem Frauen, Schokoriegel und Körpergeruch vorkommen. Männer auch, aber bisher kein Sex.
Ich lese in Serpentinen, in kreisenden Linien. Beginne vorne, arbeite mich hinten weiter, kehre nach vorne zurück, lasse mir den Anfang durch den Kopf gehen, auf diese Weise fehlt mir die Mitte. Wie im wirklichen Leben, könntest du anmerken. Das wäre gemein, aber auch wahr. Die Mitte wird überschätzt.
Zu viel Mitte hält niemand aus. Kein Mensch und keine Gesellschaft.

Platz soll sein, Raum auch ein bisschen. Für Inhalte, so höre ich ständig.
Je mehr das Wort Inhalt fällt, desto leerer wird die Welt.

Es hallt  schon in meinen Ohren. Die Leere. Es muss wohl so sein, dass sich die Inhalte in der Mitte zu einem kleinen schwarzen Loch geballt haben. Irgendwo hier müssen sie sein. Sonst würden doch nicht alle davon reden.

Des Kaisers neue Kleider in der zeitgenössischen Variante.

Baustellen

Die Technik bringt Aufgaben mit sich und hält mich auf Trapp. Ständig ist hier ein Update fällig und dort ein Backup. Hat schon mal jemand ausgerechnet, wie viel Zeit unsereins  von der kostbaren Freizeit mit diesem Kram verplempert?
Draußen ist der Frühling ausgebrochen. Mit einer Macht und Farbenpracht, die überwältigt.
Was für ein jährliches Wunder!

Die Natur tröstet über den Zustand der Welt hinweg. Nicht zum ersten und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal.

Hab ich den Blogeintrag mit „Baustellen“ betitelt? Dann muss ich zugeben, dass ich vom Thema abgekommen bin. Ja, es gibt einige Baustellen, aber sie sind nicht berichtenswert.
Lieber erinnere ich mich daran, dass mir einige Snapchatterinnen  viel Freude bereiten. Es macht Spass ihnen zuzusehen. Mir selbst fällt das snapchatten nicht so leicht und trotzdem versuche ich es immer wieder.
Allerdings musste ich auch schon feststellen, dass snapchat viel Datenvolumen aufbraucht. Es geht ja alles sofort online. Da ist nichts mit zwischenspeichern.

Das Wochenende fliegt wie so oft dahin. Und wie so oft möchte ich es gerne festhalten. Anhalten. Oder es wenigstens zwingen einen Gang runter zuschalten. Aber leider tut es mir diesen Gefallen nicht.

Warum auch?
Die Zeit tut was sie kann. Sie vergeht.

Verständnis

Ich werde alt. Ganz langsam, aber beharrlich hat sich das Alter bei mir breit gemacht. Mit dem Alter merke ich, dass mein Verständnis schwindet. Dass es mir abhanden gekommen ist. Jedenfalls ein Großteil davon.

Meine Toleranzgrenze schwindet. Ich kann mir nicht mehr so viel dummes Geschwätz anhören wie früher. Schalte  schnell auf meinen Innenmodus um.
Mir fehlt sehr viel Verständnis. Nicht zuletzt das für besorgte Bürger oder Trolle anderer Art.
Mir fehlt aber auch das Verständnis für oberflächliches Geplapper. Ganz gleich, ob es jetzt aus dem Fernseher oder aus dem Nachbarbüro kommt.
Mir fehlt das Verständnis für Menschen, die die Welt nicht hinterfragen und in jede deutlich ausgelegte Falle tappen.

Wahrscheinlich fehlt mir auch ein bisschen Verständnis für mich.

Mit jedem Lebensjahr wird mir mein innerer Lebenskreis wichtiger, mag ich weniger die Aufregungen und Wiederholung der äußeren Welt.
Alles schon mal da gewesen, alles schon einmal zu Ende gedacht.

Der Wert der Stille wächst täglich an.

Loveparade

Mir geht das einfach nicht aus dem Kopf, dass das Verbrechen Loveparade nicht aufgeklärt werden soll.
So viel Leid, so viele Toten, so viel Schmerz. Vorhersehbar. Unverantwortlich. Aus Geltungssucht gegen alle Einwände durchgesetzt.

Ohne gerichtliche Konsequenzen?
Und diese Stille?

Georgia O’Keeffe

The Real Georgia O’Keeffe: The Artist Reveals Herself in Vintage Documentary Clips

Es gibt so viel schöne OpenCulture-Sachen zum Stöbern, aber leider so wenig Zeit dazu.

Vor drei Jahren

Vor drei Jahren erschien am Horizont endlich der Hoffnungsschimmer, der Entschluss ist gereift und wurde umgesetzt und vom Himmel herab direkt vor meine Nase fiel das Angebot für mein kuscheliges kleines Zuhause. Das Stück vom Glück, das für mich ausersehen war. Der Beginn eines wunderbaren Lebens. Ein Befreiungsschlag und ein Ankommen zu gleicher Zeit.

Das fühlt sich auch heute noch gut an.

Stark sein

Stark sein geht nur, wenn du auch mal schwach sein kannst. Ziemlich banale Wahrheit und trotzdem versuchen so viele die Naturgesetze außer Kraft zu setzen. Sich ihre eigene Wahrheit zurecht zu flicken.
Hilft aber nicht viel. Dauerhafte Stärke gibt es nicht. Für niemanden. Egal wie sehr sich jemand darauf einstellt und trainiert, um immer stark zu sein.

Es ist nicht leicht, Schwächen zuzulassen, sie zu kultivieren und sie zu akzeptieren. Wir leben in einer Gesellschaft, die den Starken huldigt.
Dem Geld und der Macht.

Schwäche zu zelebrieren ist da schon fast eine wichtige Kunstperformance.
Etwas was aus unserem Leben heraus gefallen ist, das uns jetzt so dringend fehlt.

Morgen

Morgen kommt der Frühling.
Ganz bestimmt.
Wie beruhigend doch der Wechsel der Jahreszeiten ist! Denn selbst wenn der Frühling Morgen nicht kommt, dann kommt er doch übermorgen oder die Woche drauf.
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Wann der Frühling für die Geflüchteten kommt, weiß niemand so recht. Wann er für die Verhungernden  kommt (von denen wir gerade so tun als gäbe es sie nicht), weiß auch niemand. Wann der Frieden kommt, ist nicht zu sagen. Ebenso wenig wie wir wissen, wann die Unterdrückten endlich in Würde leben können.

Tap, tap, tap

Da läuft jemand quer durch die Sammelmappe. Ist ja auch nicht verboten. Nicht mal für Spamer und Nachtschwärmer.
Ich laufe  manchmal auch durch die Sammelmappe und suche etwas. Einen Gedanken, eine Idee oder lyrische Worte. Ab und an bin ich aber auch auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Nach Erinnerungen und Träumen. Nach Fragmenten aus meinem Leben.

Beruhigend, dass es diese Orte gibt. Im realen und im virtuellen. Diese ruhigen Orte. An denen die Zeit hin und hergestellt werden kann.

Klickwolke

Eine Klickwolke, die Musikstile anspielt.

Eine KlickSpielMusikWiese.