Mit mir sind sie auf keinen Fall befreundet. Welche Dienste auch immer.
Wenn ich heute Angst habe, dann vor dem Faschismus, der sich überall breit macht: in Polen, in Ungern, in der Türkei. Aber auch bei uns.
Und wer beschützt mich vor dem Faschismus? Mir läuft es kalt über den Rücken beim Lesen des Interviews mit dem Ex-Verfassungsschützer Roewer.
Das ist keine Satire. Das ist kein Spaß. Das ist alles Ernst.
Ich bin alt genug, um zu wissen, dass Freiheit und Demokratie nicht auf dem Silbertablett serviert werden. Sie lassen sich auch nicht für die Ewigkeit konservieren. Wenn nicht endlich ein paar mehr Menschen aufwachen und aufstehen und Rückgrat zeigen, dann ist es bald zu spät.
Rechts ist da, wo Menschen bedroht und schikaniert werden.
Nur Stellung beziehen reicht jetzt nicht mehr.
Ich bade in einem Meer aus Zeit.
Ja, klar. Kein Gefühl das sehr lange anhalten wird. Aber jetzt. Im Augenblick.
Da ist es so.
claudia Januar 1st,2016
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Gestern ist mein Fairphone endlich angekommen. Ich mochte die Idee ein – soweit es eben möglich ist – fair produziertes Handy zu verwenden. Nachhaltig soll es durch das Bausteinsystem auch sein.

Fairphone
Als damals mein iPhone verstarb und ich mich nach dem Fairphone erkundigte, stellte ich fest, dass eine so ein Fairphone gar nicht so einfach spontan kaufen kann. Das war etwas enttäuschend. War dann aber sofort dabei als der zweite Fertigungslauf startete. Aus meiner Erinnerung heraus würde ich sagen: irgendwann im Sommer bestellte und bezahlte ich es. Die Lieferung wurde für Anfang November anvisiert.
Gut, jetzt ist es nach Weihnachten geworden, aber das ist auch recht.
Hab erst eine Weile mit der SIM-Karte gekämpft, denn diese mittlerweile Drei-Größen-Variante ist doch etwas irritierend. Mini-Sim, Nano-Sim und was weiß ich für eine Sim. Du musst nur den richtigen Rahmen aus der Karte brechen. Alles etwas irritierend.
Ich werde noch etwas warten, ehe ich die anderen Apps herunterlade. Erstmal will ich das Fairphone Kuba-tauglich haben. Also so wenig Apps wie möglich.
Sieht aus, als wäre da etwas total schief gelaufen. Aber wahrscheinlich werden wir nie erfahren was.
Ian Murdock hat Debian mitbegründet. Jetzt ist er tot. Der Twitter-Account gelöscht und Respekt vor dem Tod ist immer wieder eine gute Ausrede, um zu schweigen. Vor allen bei denen, denen weder Leben noch Tod heilig ist.
Ian Murdock gestorben
Silvester ist ein guter Tag. Ein Tag mit einer besonderen Atmosphäre.
3sat lässt die alten Männer singen, ich husche zum Supermarkt. An Silvester soll es eine ja krachen lassen. Das gefällt mir sehr gut, wenn es die anderen machen. Sie machen so viel für mich. Sie lassen sogar Lichter in den Nachthimmel steigen und die Farben tropfen aus dem Himmel.
Irgendwie ist es paradox, aber am Tag des kollektiven Geräuch-, Farben-, Licht und Party-Ausbruch, feiere ich meine Introvertiertheit. Mein inneres Leben, meine Seele.
Alles Liebe wünsche ich euch!
Und ein bisschen Weltfrieden für uns alle!
Es sieht zwar gerade nicht nach Frieden aus, aber er wird sehr gebraucht.
Wenn die Zeit zwischen alle Ritzen fällt, fühle ich mich am Wohlsten.
Zwischen den Jahren – das sind ganz besondere Tage. Für mich immer. Ob mit fremdbestimmter Arbeit oder auch ohne.
Gestern habe ich den alten Tatort „Das Reifezeugnis“ gesehen. Mit Nastassja Kinski damals 16 als liebende Mörderin.
Mein Geburtsjahr. Ich kann mich noch an die Erstausstrahlung dieses Tatorts erinnern und an die Gespräche an den Tagen darauf. Ein kleines Erdbeben war das. Nastassja unheimlich schön, der Lehrer unheimlich modern und noch moderner seine Ehefrau. Die Mitschülerinnen gemein und hinterhältig. Ein Märchen mit dem Makel, dass die Prinzessin handgreiflich wird.
Heute sehe ich den Film und die Figuren komplett anders. Oberflächlich schon deshalb, weil der Lehrer und seine so vernünftig, sympathische Ehefrau damals zwar … wie soll ich es höflich sagen? … gutaussehend aber schon etwas älter waren. Heute wirken sie sehr jung auf mich.
Auch hier ist die Zeit zwischen alle Ritzen gefallen.
Heute wird sich getraut über ganz andere Formen von Missbrauch zu sprechen. Viele Dinge, die ich erlebt habe, werden heute angesprochen und geächtet. Damals waren wir alle sehr froh, dass Sina am Ende doch nicht tot war. Ihr Lebenswille hat allerdings nur im Film gesiegt.
In meiner realen Lebenswelt sind mir einige Mädchen abhanden gekommen. Nachhaltig und tödlich.
Rückblicke gab es früher auch in der Sammelmappe, aber ich bin vorsichtig geworden.
Mach die Geister und Götter nicht eifersüchtig mit deinem Glück, sage ich still bei mir und schweige.
Ich gebe gerne etwas Liebe und ein paar Twitter-Herzen ab. 2015 war gut zu mir und mit Demut denke ich an die, die es nicht so gut hatten.
Krebs ist ein verdammtes Arschloch, da bleibt nicht viel zu sagen. Depressionen, die Menschen dazu bringen sich selbst zu töten, gehören in die gleiche Kategorie.
Wütend macht mich das Elend, das sich verhindern ließe: Krieg, Gewalt, Armut, Demütigung oder Flucht.
Je älter ich werde, desto größer wird mein Verlangen nach Gerechtigkeit und Frieden.
Was ist mein Anteil daran in dieser Welt?
claudia Dezember 29th,2015
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Der Congress hat umgestellt und jetzt sind plötzlich die meisten Toiletten Unisex-Toiletten. Ich dachte ja immer über mich, dass ich toilettentechnisch nicht anspruchsvoll bin. Wahrscheinlich weil ich mich nie an den Konversationen über schmutzige Zugtoiletten oder andere Unterwegstoiletten beteiligen konnte. Ich habe meine Möglichkeiten, den Kontakt mit der Toilette so gering zuhalten bzw. den Geruch zu ignorieren, dass mich eigentlich nur eine total verstopfte Toilette, die am Überlaufen ist, davon abhalten kann sie zu benutzen.
Aber nach meinem einzigen Besuch der Unisex-Toilette auf dem Congress, kam ich zu dem Schluss, dass ich zu alt bin, um mich daran zu gewöhnen, mit pinkelnden, fremden Männern den Raum zu teilen.
Also laufe ich – verpeilt wie ich bin – in Kreisen durch das Congresszentrum, um die einzige ausgezeichnete Frauentoilette, die ich ausgemacht habe, immer wieder auf’s Neue zu finden.
Es soll ja mehrere geben, aber für mich offensichtlich nicht identifizierbar.
Schön anzusehen
Der 32C3 beginnt mit einer kleinen Sensation. Die Keynote – also der prestigeträchtige Eingangsvortrag – wird von einer nichtweißen Frau mit Kopftuch gehalten: Von der aus Somalia über Kenia nach Deutschland geflohene Fatuma Afrah.
WOW. Die Welt bewegt sich doch und ausgerechnet an der Stelle, wo es am wenigsten zu vermuten war.
(Hier ein Foto)
@anked an: https://twitter.com/anked/status/681070601751146496?s=09