Europa

Der Ausnahmezustand ist ein Synonym für den Schießbefehl.
Ich taste mich langsam an die Nomenklatur heran.
Ausnahmezustand gegen die zu Fuss Flüchtende auszurufen – mir läuft es kalt über den Rücken.
Gestern schon wurden mit Sonderzügen ins Lager, die Grenzen der deutschen Sprache ins Faschistische ausgelotet.

Wohin führt uns? Wohin – verdammt noch mal – führt uns das?

Verschwendung

„Er schmähte die Regierung wegen ihrer Papierverschwendung. Sie sollten alle Zeitungen abschaffen & ein Blatt Papier in der Post aufhängen, falls es irgendwelche Neuigkeiten gäbe.“
11. März 1918

Europa

Europa zeigt sein hässliches Gesicht. Erst Griechenland. Jetzt die Flüchtlingspolitik. Den Schwachen wird der Kampf angesagt. Drastisch. Damit sie es auch wirklich verstehen. Dazu müssen Bilder her. Ein medial inszenierter Gewaltausbruch. Kriegsführung mit verdeckten Mitteln. Undercover Krieg.

Der Opfer fordert.

Europa dein Gesicht gefällt mir nicht. Geld macht grausam.

(Was passiert mit den Menschen, wenn die Kamera wegschaut?)

Grenzen ziehen

Es gibt verschiedene Strategien Grenzen zu ziehen. Das gilt genauso für die Grenzen im Kopf, die persönlichen Grenzen wie auch die Ländergrenzen. Manche markieren ihre Grenzen sehr deutlich und sichtbar. Die Grenze soll Stärke demonstrieren. Macht. Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt.
Andere Grenzen sind – scheinbar – natürlich in ihrem Verlauf. Ein Fluss oder ein Gebirge. Die sind nicht so einfach zu überwinden, aber falls doch: Vorsicht, aus dem Hinterhalt kann geschossen werden.
Und dann wären da noch die verminten Grenzstreifen. Sie symbolisieren die Bereitschaft zur hinterhältigen Gewaltanwendung und signalisieren Krieg. In ihrer Ödnis zeigen sie ganz deutlich, dass es um Zerstörung der Lebendigkeit geht. Der Tod ist hier ein Argument.

Talent

Menschen, die kein Talent zum Glücklichsein haben.

Gibt es nach meinen Beobachtungen viele. Sie spüren ihr Glück nicht. Sie sehen ihr Glück nicht. Sie nehmen es einfach nicht wahr.
Keine Ahnung, woher diese Talentlosigkeit kommt. Vielleicht erwarten sie das Glück nur in einem bestimmten Kostüm oder einer speziellen Aufmachung? Vielleicht vermissen sie seinen Schlachtruf und die pompöse Begleitmusik?

Vielleicht wissen sie das wichtigste nicht über das Glück:

Das Glück schleicht sich leise an.

Beklemmende Vergangenheit

Das Klapperfeld in Frankfurt war früher ein Abschiebegefängnis. Auf mich wirkt es immer sehr beklemmend.
Es atmet seine Vergangenheit richtig aus. IMG_20150830_201422
Andere Menschen empfinden das anders. Die erfreuen sich am Sommerfest, der Flüchtlingsinitiative im Innenhof. Mit Musik und Luftballons wird gegen den schlechten Atem der Vergangenheit angegangen.

Sommer 2001

claudia6

Aus dem Jahr 2001 gibt es keine persönlichen Aufzeichnungen mehr von mir. Nur ein paar wenige Mails. Vereinzelt. Das Foto zeigt viel von meiner Persönlichkeit. Jedenfalls ist das mein Eindruck, aber die Erfahrung zeigt, dass zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung Welten liegen können.

2001 – so viele Erinnerungen. So viel Freude, so viel Schmerz, so viel Leben, so viel Tod. In meiner kleinen Welt und in der großen.

In Bezug auf die große Welt war ich sehr pessimistisch im Herbst nach dem magischen Datum. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Welt wieder so werden könnte wie vorher. Und so kam es ja auch. Allerdings etwas anders als ich es mir vorstellte.
Die große Welt krachte danach wie die Zwillingstürme zusammen. Heimlich still und leise fiel sie unter dem Gewicht dessen, was sie Sicherheit nennen in sich zusammen.
Meine eigene kleine Welt rollte sich zu meinen Füssen zusammen. Ich hab sie gelüftet, ausgeklopft und wieder in Form gebracht. Mir mein Schneckenhaus wieder angezogen und auf bewährtes Mass gebracht.
Die Trauerfahne gehisst und vorher neu eingefärbt. Schwarz reicht nicht aus, um zu trauern.
Nein, schwarz reicht nicht aus.

Fortsetzung

Es gibt jetzt einen vierten Millennium-Band um die Protagonisten Mikael Blomqvist und Lisbeth Salander. Geschrieben hat ihn der Schwede David Lagercrantz.
Die Wellen schlagen jetzt hoch, denn es stellt sich die Frage, wie respektlos das ist.
Abgesehen von der Frage, wie respektlos und unanständig es überhaupt ist, so eine Menge Geld mit Markenrechten und anderem Kram zu verdienen, sowie der Unverschämtheit, die Lebensgefährtin von Stieg Larsson so abzuservieren, könnte es nach meiner Ansicht ganz, ganz viele verschiedene Fortsetzungen geben. Lisbeth ist eine Figur, die viel hergibt. Sie hat noch viele Facetten, die noch gut ausgemalt werden könnten.

Ein bunter Strauß Lisbeth-Fortsetzungen wäre mein Traum.

Kackbraun

Sachsen in kackbraun. Einfach mal die Gegen-Rechts-Veranstaltungen verbieten und Polizeinotstand ausrufen. Alles was sich falsch machen lässt wird falsch gemacht. Eine Region versinkt im kackbraunen Sumpf.
Es stinkt gewaltig aus der Richtung Polizei und Politik. Die Trendfarbe ist längst durch gesichert.
Angst ist kein guter Ratgeber.

Pause

Die Pause als soziale Errungenschaft.

Wir sollten sie nicht auf den Opfertisch der Arbeit legen.