Rückzug

Immer wieder rettet mich der Rückzug. Vorübergehend.
Ich brauche die Stille. Die Einsamkeit. Zweisamkeit.
Ruhe. Nur atmen und lesen.

Weiß gar nicht, wie ich ohne diese Rückzugsmöglichkeiten überleben sollte.
Überhaupt: je älter ich werde, desto mehr Ruhe brauche ich.

Viel zu laut ist der Alltag. Zu laut, zu viel, zu schnell.
Dafür seicht. Nie tief.

Vielleicht bin ich etwas inkompatibel geworden. Nicht mehr im Einklang mit dem Zeitgefühl.
Ich lass mich darauf ein, weil es die fremdbestimmte Arbeit fordert. Die ist nur in diesem Rhythmus denkbar. Machbar.

Aber das Ich genießt seine eigene Lebenslautstärke.

Der Kern des Feminismus

Der Kern des Feminismus ist das Verhältnis der Frauen zur Welt.

Novembermorgen

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Immer weiter gehen, scheint das Motto dieser Tage. Langsam gehen. Nichts überstürzen. Achten, dass die Kraft und die Energie ausreicht.
Ein heiliges Unterfangen.

Der Herbst hat erst begonnen, der Winter wird lang. Vielleicht auch schön in Teilen. Jedenfalls besser, wenn die Kräfte reichen.

Ich sage es mir leise vor, weil es mir ernst ist. Alle die Achtsamkeit wie ich im Selbststudium erlernt haben, wissen um die Konzentration, die nötig ist.

Und ewig schallt der Aufschrei nach

So mancher macht sich noch die Mühe, das zu erklären, was andere nicht mehr erklären wollen.
Ich schon gar nicht. Wenn Menschen Menschen schaden wollen, dann werden sie es tun, wenn sie es können.

Digitaler Schatten

Wohin wir uns auch online bewegen, unser digitaler Schatten kommt mit.

Hinter den Aufschrei schauen

Weil ein Aufschrei nicht genügt, schreiben Feministinnen Bücher.
Weil ein Aufschrei nicht genügt, halten Feministinnen ihr Gesicht in den sexistischen Wind.
Weil ein Aufschrei nicht genügt, wagen sich Feministinnen in die Arena der Mainstream-Medien.
Ohne Gladiatorinnen-Ausbildung und mit dem Wissen, dass die von den Medien angeheuerten Löwen-Trolle gut trainiert sind. Geübt im Zerfetzen der Zum-Frass-Vorgeworfenen.

Weil ein Aufschrei nicht genügt, bin ich dankbar für alle Feministinnen und Feministen, die die Energie und die Kraft haben sichtbar und hörbar zu sein.

Danke!

Die Trollisierung des Journalismus

Der Troll ist immer der andere.
Zeigst du mir meinen Troll, zeig ich dir deine.
Dort wo die Trolle sich tummeln, bleiben wir empört stehen, um das Debakel kopfschüttelnd zu betrachten.
Ein Troll kommt nie alleine.
Genauso wie ein Troll noch keinen Shitstorm macht.

Viel Lärm um den Troll und deshalb rufen wir ihm zu: Gut gebrüllt, Troll.

(Die Zeiten sind vorbei, als „don’t feed the troll“ noch geholfen hat. )

Zurück

Heute Nacht kommen die Diebe und bringen die geraubte Stunde wieder mit. He, ihr hättet gerne früher wieder kommen können!
Aber ich stehe alleine da auf weiter Flur. Es gibt so viele, die die Sommerzeit klasse finden. Bäh, sag ich da nur: ich will meine Zeit zurück.

Einfrieren

Mich bitte nicht einfrieren auch wenn ich inhaltlich zustimme.

Bin schließlich eine Frostbeule und hab schon genug Kälte abbekommen.

Lesen

Ich beherrsche die Superkräfte des Lesens seit meiner Kindheit. Kann mich bis in die Betäubung lesen, wenn es notwendig ist. Lese mich durch die Welten und wieder zurück. Stoße manchmal auf mein Ebenbild, mache kehrt und lese mich durch die Welten des Universums der Phantasie, um dann am Parkplatz der Alltäglichkeiten Rast zu machen.
Lese die Krümel, die ihr mir übrig lasst und stochere im verglühenden Feuer der alten Papiere.

Das Lesen hat mir mehr als einmal mein Leben gerettet und mir unzählige dazu geschenkt.