Genervt

Je älter ich werde, desto genervter reagiere ich auf Besserwissereien. Sie langweilen mich. Stehlen mir Zeit und Aufmerksamkeit. Da kriechen sie heraus aus ihren Löchern, schütteln sich dreimal, klopfen sich auf die Brust und erklären mir, wie SIE die Welt sehen. Und dass die WELT genau so ist, wie SIE mir das erklären.

Weil ich das ja schon immer wissen wollte. Unbedingt. Und weil ich mich schon immer so amüsiere und unterhalte bei den Monologen. Den kleinen, picksigen Fangfragen.

Ach, lasst das doch. Ich diskutiere lieber mit Menschen, die mir zuhören, als mit welchen, die mich vollschwallern.

Netzpolitische Termine 2014

Katta sammelt netzpolitische Termine.

gefährliches Innengelände

im Herzen
keine Sonne
kein Leben
nur
Glut

funkensprühend
lavaschäumend
zischend

gefährliches Innengelände
kein Hort
für friedliche
Seelen

Aus die Maus

Scheiden tut weh. Mir ganz besonders. Es fiel mir so schwer, kein Ticket für die republica zu kaufen. Ich hab mich dort so wohl gefühlt. Mit den Menschen.
Das Umfeld hat mir schon länger zu schaffen gemacht.
Es legte sich ein kapitalistisches Steinchen auf das andere. Manche mit charmanter musikalischer Untermalung und andere mit sonorer Stimme.

Ich hab noch eins und noch eins abgewartet, wenn es Tropfen gewesen wären: das Fass wäre längst übergelaufen.

Was ich jetzt von der republica höre, mildert mein Herzschmerz des Vermissens.

Überteuerte Karten, die jedes Jahr unverschämt teuerer werden aber mit dem Zusatz: soooo billig – den Zusatz vertreten, dann die Menschen, die sich die reguläre Karte nicht kaufen können und die zu der Gruppe gehören, wegen denen, andere Menschen kommen und die teuren Karten kaufen)

Nur für mich zum Archivieren:

Auf jeder Republica gab es aufdringliche, sexistische Werbung.
Die Speakerinnen und Speaker bekommen kein Honorar. ( können nicht mal jemanden mit auf das Gelände nehmen )
Die Angebote im Ticketvorkauf waren mehrmals mehr als unseriös.
Firmenvorträge sind nicht deutlich zu erkennen. Im letzten Jahr waren es gefühlt ein Drittel der Vorträge, die auf diesem Level waren.
Die Helferinnen und Helfer-Orga ist problematisch. ( bekommen kein Geld nur günstiger Eintritt)
Ich weiß noch nicht, ob ich David Hasselhoff oder den Regierungssprecher schlimmer finden soll.
( eins könne ja in der Zwischenzeit woanders hingehen, sagen die Organisatoren – hab ich gemacht, aber jetzt ist die Geduld zu Ende)

Die Krönung: auf den Innenhof darf eins nur noch mit dem 180 Euro teurem Ticket

.

Für mich geht das einfach nicht mehr.

Auch wenn mein Herz trauert.

Mobbing-Flüstertüte

die laue Mobbing-Flüstertüte
wird verschämt aus der Ecke gekramt
von allen Seiten betrachtet
zum Spaß in Betrieb genommen
und dann erst auf Hochglanz poliert

welch’ Zauberkraft geht von ihr aus
das Mobbing-Gesäusel verstärkt sie im Chor
gemeinsam im Rhythmus, im Takt mit ihr
wird der ungleiche Kampf eingeläutet
im Zeichen der Solidarität

nun zeigt die Mobbing-Flüstertüte
endlich die Kraft, die in ihr steckt
bringt die Welt ins Wanken
begleitet das Schlingern des Opfers
bereite voll Mitleid den Gnadenstoß vor

die Mobbing-Flüstertüte
wird beschämt in die Ecke gestellt
das Opfer stellt sich ganz von alleine

schachmatt

Was ist Sexismus?

Was ist Sexismus?

Überlast

Der Kalender füllt sich mit Einträgen, das Herz mit Emotionen. Beide laufen über. Der Kalender nimmt es pragmatisch und betreibt Haarspalterei mit der Zeit. Das Herz sprudelt, um gleich darauf erschreckt zu versiegen.
Das Gefühl der Überlast bleibt.

Nicht, dass es nicht auch etwas Anziehendes hätte. Dieses Gefühl der Überlast. So stark bin ich, spricht eine Stimme in mir. Ich bin stark wie der Obelix oder Pipi, wenn es sein muss. Beide nicht ganz schlau? Oder irre ich mich?

Tödlicher Irrtum

dem Bösen die
Schulter zuwenden
im fatalen Unwissen
dass die kalte Schulter
der beste Platz zum
Umklammern ist

Taktik X

das Böse in die
Wolken geschrieben
in der Hoffnung
dass es mit
ihnen weiterzieht

Kein Krieg

Ich will keinen Krieg!

Was kann ich sonst noch sagen? Ich will keinen Krieg. Will keine Toten. Keine Schwerverletzten. Keine traumatisierten Menschen.

Ich will Frieden. Keine Verbrecher, die mich regieren. Wie soll das überhaupt funktionieren? Mich regieren? Mit Gewalt. Gewaltandrohungen. Überwachung. Mafiöse Strukturen. Wählen zwischen den sprichwörtlichen Teufel und Beelzebub.

Ich weiß: es interessiert niemanden, was ich will. Aber ich werde ihnen nicht zugestehen, dass sie jemals in meinem Namen töten, verletzen oder traumatisieren.

Klingt pathetisch. Ist auch so gemeint.
Und gilt gerade und besonders auch für die Europawahl.