Privat

Antje hat den plomlompom verbloggt.
Mein Sprint von der Poetikvorlesung zum Vortrag von Christian Heller hat sich jedenfalls gelohnt. Klar, ich kannte die steilen Thesen vom zukünftigen Verlust unserer Privatsspäre schon. Aber ehrlich gesagt: ich mag sie nicht. In mir wehrt sich alles bei dem Gedanken, dass mir keine Privatsspäre mehr bleiben soll.
Im Vortrag klingt das dann doch etwas anders und ich merke sofort, dass ich das besser annehmen kann. Es ist wie der Klimawandel. Es nutzt nichts die Augen zu verschließen. Dadurch ändert sich nichts. Es verstehen und analysieren hilft.
Mir wenigstens.

Und dann wurde mir noch ein Wort geschenkt: Datenliebe.
Noch was zum Nachdenken.

Steuerhinterziehung

Ich verstehe, dass Menschen Steuern hinter ziehen. Genauso wie ich verstehe, dass Menschen im Laden etwas mitgehen lassen oder schwarz in der Straßenbahn fahren.
Was ich nicht verstehe: dass so viele Menschen es für richtig halten, dem Staat und dem Volk die Steuern vor zu enthalten.

Aber viel schlimmer finde ich die militaristische Meinungsmacher der letzten Tage. Sie wollen uns wieder auf einen Krieg vorbereiten. Ich ahne schlimmes.

Priorität

in der Kindheit
mich vor allem klein
gefühlt
groß werden war
ein Ziel
das Innigste

Propaganda

Bessere Freunde tragen Waffen. Sagt der Bundespräsident auf der Sicherheitskonferenz. Was hat er da zu suchen? Die Frage stelle ich mir und erschrecke bevor ich mir die Antwort bewusst mache.
Die Welt im Wandel – auch militärisch – mitgestalten. So habt ihr euch diesen Bundespräsident vorgestellt, als ihr so laut nach ihm geschrien habt?

Der Herr Pfarrer versteht was von Propaganda. Gelerntes Handwerk für die besseren Freunde.

Die Moral von der Geschicht

Eine Reiterin der Prinzipien, der ab und an die Prinzipien davon galoppieren. Das bin wohl ich.

Sicher

Ich fühle mich nicht sicher, wenn ich überwacht werde. Wie auch? Aus dem Dunkeln, aus dem Hinterhalt schleicht mir jemand nach, beobachtet alles was ich tue, was ich sage, mit wem ich mich treffe. Ganz ohne mein Wissen, ganz ohne meine Zustimmung.

Dabei soll ich mich wohl und sicher fühlen? Oder soll ich das gar nicht? Soll ich nicht eher eingeschüchtert werden, damit ich mir dreimal überlege, ob ich nicht lieber konform reagiere?

Als Drohung funktioniert Sicherheit schon. Das Super-Dupper-Grundrecht, das alle schlägt.

Was nun?

Plötzlich und unerwartet ist mein Handy von mir gegangen. Im übertragenen Sinn. Es ist noch hier, aber ohne das typische Handy-Leben. Am Anfang dachte ich noch es stellt sich scheintot und wollte es mit einer OP aufwecken. Jetzt habe ich es in einem Beutel Reis aufgebahrt, glaube aber nicht so recht an seine Wiederauferstehung.
Jetzt stellt sich die pietätlose Frage der Nachfolge, denn die entstandene Lücke kann mein Dienst-Handy nicht ausfüllen.
Fairphone wäre eine Option.

Aber wo kaufe ich das? Fairphone bei Amazon erscheint mir ein Widerspruch. Selbst die Kindle-Besitzerin in mir zögert da kurz.
Was meint ihr?

#aufschrei zum Jahrestag

Die Nacht aus der ich um fünf Uhr morgens erwachte, in meine Timeline sah und Gänsehaut bekam. Etwas war passiert.
Nicole gräbt nach der Historie.
Helga schmerzen die Zuschreibungen.
Ein Jahr #aufschrei bei kleinerdrei.
Die #aufschrei-Tweets der ersten zwei Wochen.

Soziale Verrohung

Große Teile der Mittelschicht drohen zu verrohen, sagt Jutta Ditfurth in einem klugen Interview. Der Kapitalismus lässt sich nicht reformieren, sagt sie außerdem. Und sie erläutert, warum sich die Ausgebeuteten nicht wehren.

Noch nicht wehren?

Intimrasur

Meine Ahnungslosigkeit ist grenzenlos.
Ohne Internet würde ich manche Dinge nie erfahren.
Hygiene ist ein dehnbarer Begriff.
Der Kapitalismus ist eine einfallsreiche Wirtschaftsform.
Zukünftige Revolutionen beginnen unterhalb der Unterwäsche.

Wie gut, dass mein Liebesleben so unkompliziert ist.
Die Gnade der frühen Geburt.