Denken

Ich bin keine Neurowissenschaftlerin, keine Gehirnforscherin und keine Philosophin. Aber ich bin ein Mensch, der viel denkt. Manchmal mit dem Kopf. – Klingt merkwürdig, denn denkt eins nicht immer mit dem Kopf? Findet das Denken nicht immer über das Gehirn und die Sprache statt? Ehrlich gesagt: ich empfinde das nicht so. Es gibt Denkprozesse, die ich logisch strukturieren kann, es gibt Denkabläufe, die sich über Sprache und Worte entwickeln, aber es gibt auch andere Abläufe.
Manchmal geht einfach das Licht auf. Ein Bild wird vervollständigt. Alles ist plötzlich stimmig. Auch diese Muster verortet die Wissenschaft im Gehirn. Dabei ist das aus meiner Empfindung heraus schon ein Vorgang, der ganzheitlich abläuft. Jede Faser meines Körpers, fühlt in einem solchen Moment, das Licht bzw. dass das Puzzle jetzt endlich vollständig ist.
Ein anderes Mal ist es das, was landläufig Intuition genannt wird. Auch das empfinde ich als eine Form des Denkens. Etwas passiert und ich weiß ganz genau, dass eine bestimmte Reaktion darauf die richtig ist. Etwas denkt in mir. Ich denke mit meinem ganzen Körper.
Ich bin mir nicht sicher, ob eine nachvollziehen kann, was ich meine. Denken ist ein Prozess, der zu einer neuen Erkenntnis führt – so definiere ich mir das.

Was nicht heißt, dass ich denken mit fühlen verwechsle oder gleichsetzen möchte. Ganz und gar nicht. Fühlen ist wahrnehmen. Sinnlich wahrnehmen, das Selbst wahrnehmen, die anderen Menschen wahrnehmen. Emotion erleben. Und wahrscheinlich noch tausend andere Aspekte.

Denken heißt für mich, mich weiterzuwickeln. Oder auch Erkenntnisse gewinnen. Denken heißt, Erfahrungen machen. Solange ich denken kann, weiß ich, wer ich bin.

Kopfzerbrechen

Was mach ich jetzt damit? Jedenfalls verstehe ich jetzt die Frage der Verkäuferin. Alle?

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Die Falle

langweilige Bürokratie
frisst Menschenleben
Dasein
und Zuversicht

Lyrische Alternative

mit Poesie das Leben zartschmeicheln
falls nicht erfolgreich
mit Lyrik die Illusion zertrümmern
falls es keinen Ausweg gibt
den Schmerz
dichtend betäuben

Linktipp

Was nicht vom Kapitalismus geregelt wird

Familienfreundlich in den Krieg

Wie soll das eigentlich aussehen? Freundliche Väter und Mütter, die in den Krieg ziehen und Zivilisten töten. Andere Väter und Mütter. Jedenfalls die Kinder anderer Eltern.
Wie soll das aussehen? Traumatisierte Väter und Mütter, die familienfreundlich therapiert werden.
Verletzte Eltern, die ihr Leben lang körperliche und psychische Schäden familienfreundlich ertragen.
Wie soll das aussehen? Familienfreundliche Begräbnisse im schlimmsten Fall.
Oder ist das gar nicht der schlimmste Fall?
Ich weiß es wirklich nicht.

Ich kann es mir nicht vorstellen. Krieg ist Gewalt. Die Vorbereitung auf Krieg ist gewaltbesetzt. Und selbst nach dem Neusprech derjenigen, die Einsätze befürworten sind kriegsähnliche Einsätze – so wie sie es nennen – in der Praxis: Krieg.

Da endet die Menschlichkeit und wie kann am Ende der Menschlichkeit Familienfreundlichkeit stehen?

Leiden

Womit fange ich an? Mist, mit einer Frage wird es noch schwieriger. Den Anfang finden. Das Wort finden. Die Sprache wiederfinden. Andere können das. Anderen gelingt. Antje findet immer Worte. Mir bleibt oft nur die Sprachlosigkeit. Die Wehrlosigkeit.
Nein, ich bin nicht naiv. Ich weiß sehr wohl, was in der Welt vor sich geht. Und trotzdem ist mein Gemüt nicht geeignet, den Fernsehnachrichten zu folgen. Ich kann das nicht: Menschenleben abstrahieren. Und darum geht es doch wohl. Wir stellen eine Theorie auf und messen sie an Menschenleben.

(bitte nicht gegenpetitionieren)

Was so ein Bildungsplan alles verursachen kann – und nein, es reicht selbstverständlich nicht aus, sich von Hasskommentaren zu distanzieren, wenn eins eine Position einnimmt, die ein Klima des Hasses fördern. Wenn Intoleranz hinter noch so schöne, politisch-korrekte Worte versteckt wird, bleibt es doch Intoleranz. Der Boden wird bereitgestellt, damit andere ihre Saat des Hasses einsäen können.

Mir kommt das bekannt vor.
Ich leide.

Bestimmung

die Steine liegen
nur hartnäckig da
wären doch so gerne

Stolpersteine

Die Einhegung der Liebe

So weitreichend habe ich darüber noch nie nachgedacht. Aber da ist so viel dran auf den ersten Blick. Die Disziplinierung der Liebe, sie in den Kapitalismus einglätten.
Hat doch gut funktioniert. Nicht nur bei der Sexindustrie – oder wie das politisch korrekt auch immer heißen mag.

Freiheit statt Angst

Freiheit statt Angst – so lautet der Slogan gegen die Überwachung. Als wenn es das gäbe. Angst ist immer da. Vorallem in der Freiheit. Angstfreie Menschen sind unheimlich. Und umgekehrt gilt auch: was ist die Freiheit wert, wenn du immer Angst haben musst?
Freiheit statt Angst. Ich will Freiheit und ich weiß, dass es die nie angstfrei geben wird. Andererseits will ich auch nicht ständig in Angst und Schrecken leben.
Freiheit statt Angst – ist dennoch der einzig richtige Slogan. Mir fällt jedenfalls kein anderer ein.
Es gibt keine angstfreie Gesellschaft. Aber es gäbe eine Gesellschaft, die abwägen könnte, wie wichtig ihr Freiheit ist und was sie tuen möchte, damit die Angst nicht übermächtig wird. Und damit wären wir bei dem zentralen Wort angelangt: Macht.
Alle Macht geht vom Volk aus. Theoretisch.
Praktisch bestimmen wenige Menschen, welche Macht die Gesellschaft steuert. Welchen Ängsten die Menschen ausgesetzt sind. Welchen sie ausgesetzt bleiben.
Freiheit ohne Übermacht, das ist das, was ich mir heute wünsche.