Der Schlüssel zum Glück

Der längste Umzug meines Lebens geht in eine neue Phase. Der Termin für die Schlüsselübergabe ist da. Ich kann es immer noch nicht richtig fassen und denke manchmal: es muss doch noch etwas dazwischen kommen. So war es bisher schließlich immer.
Aber nein. Schritt für Schritt nähere ich mich meinem neuen Leben.

Da hängt so viel dran. Ich träume es mir schön und jubiliere.

Vor einem Jahr

Ziemlich genau vor einem Jahr traff mich das böse M-Wort mitten in mein ungeschütztes Gemüt. Damals konnte ich nicht wissen, dass sich die Verkettung dieser bösartigen Begebenheiten zu diesem für mich so erfreulichen Ergebnis entwickeln würden.

Trotzdem: auf manche Erfahrung hätte ich gerne verzichtet.

Aber das neue Leben, das nehme ich gerne geschenkt.

Ziel verfehlt – gilt für die anderen. Aber so was von verfehlt. Das lebe ich mit Genuss jeden Tag vor.

Sicherheit

Ist es nicht absurd, eine Gesellschaft zu erleben, die durch ihren Sicherheitswahn, die Sicherheit des sozialen Friedens auf’s Spiel setzt?

Ohne sozialen Frieden, keine gewaltfreie Zone mehr. Keine Lebensqualität. Keine Sicherheit. Oder meinen sie die gar nicht? Die Sicherheit?

Erinnerungen

Beim Aufräumen die Mail vom Januar 2001 gefunden. Die Mail, die ich schon so lange vermisst hatte. Nie vergessen.

So hat es angefangen:

Betreff: wegbeschreibung

also, liebe C., das geht so: wie du nach p. kommst, weißt du ja wohl: du tust so, als wollte du nach b. fahren und dann tust du das aber nicht, sondern biegst vorher ab nach p.

in p gleich die erste möglichkeit rechts ab, dann links und 5 meter weiter gleich wieder rechts. dann bist du in der m-strasse. da wohne ich in dem haus mit der nummer 26. wenn du zahlen kennst, fährt du einfach und liest die hausnummern. wenn du damit schwierigkeiten hast, suchst du ein haus auf der rechten seite mit blau unten und rotem kaugummiautomaten an der gartenmauer und gegenüber ist ne kneipe und vor der tür ist die strasse schon lange nicht mehr gefegt. ganz einfach, oder?

So hat es angefangen. Ein paar Wochen später die Symptome. Einige Monate später die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose. Danach noch eine kurze, unvergessliche Zeit

Sichtbarkeit

Antje meint, dass alle, die sich konstruktiv am #aufschrei beteiligt haben, sich die Urkunde des Grimme Online Award ausdrucken und ins Büro oder einen anderen geeigneten Ort in der Offline-Welt hängen sollten.

Ich überlege noch.

Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar, habe ich heute in einem anderen Zusammenhang gelesen.

Vielleicht ist das das überzeugende Argument.

Sexismus in the City

Sexismus in the City – High Heels und Frauenbewegung

Der Titel der Veranstaltung mit Ursula auf der Heide und Nicole von Horst klingt ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Dafür war das Impulsreferat von Nicole und der anschließende Dialog um so ergiebiger. Eindringlich, mitreißend und intensiv trägt Nicole die Thematik vor. Aber es ist auch schnell klar: die klare Kante, die Ursula auf der Heide gerne zeigen möchte, ist nicht so einfach zu finden.

Bei der anschließenden Diskussion fallen mir die Gefahren auf, die immer wieder lauern, wenn frau und man sich dem Thema Alltagssexismus nähern.

Erste Falle: die persönliche Anteilsfalle – andernorts auch Provokation genannt

Zweite Falle: Einteilung in schlecht, schlechter, ungut, nicht ganz so schlimm – und tausend andere vergleichende Kategorien einteilende Bewertung von Fällen von Alltagssexismus

Dritte Falle: die Erwartungshaltung zur Solidarität aller Frauen untereinander, die zur Abwertung von Frauen führt

Vierte Falle: das Anpreisen einer individuellen Lösung als Allheilmittel für ein sexismusfreies Leben

Gar nicht so einfach bis dahin durchzudringen, dass es ein systemisches Problem ist, für das es keine individuelle Lösung geben kann. Und dass eine Welt frei von Sexismus, Rassismus und anderen Diskriminierungen für viele von uns eine angenehmere Welt wäre. Nicht nur für Frauen.

 

Vernissage im Schillerpalais

Schade, dass ich die Ausstellung von Silja Korn nicht sehen kann.

 

Behinderung trifft Netz

Und weil ich gerade beim Thema Sichtbarkeit und Vernetzung bin: Was für den Netzfeminismus gilt, gilt selbstverständlich auch für andere Themen und Menschen, die gerne an den gesellschaftlichen Rand geschoben werden.

Muss nicht sein.

Gehör verschaffen im Netz

Menschen mit Behinderungen können sich über das Netz Gehör zu verschaffen. Die Journalistin Christiane Link bloggt auf behindertenparkplatz.de über ihre Alltagserlebnisse. Christiane erklärt, warum im Jahr 2013 eine Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer immer noch keine Selbstverständlichkeit ist.

zum Onlinetalk

Wir sind nicht unsichtbar

Antje bloggt über die Sichtbarkeit von Frauen im Netz und spricht die wichtigsten Argumente an.

Ich denke auch: verlinken, teilen, bloggen. Ist das Geheimnis.

Da ist noch einiges an Luft nach oben und ich finde es gut, dass sie daran erinnert. Ich finde es oft doof, dass auch bei den netzfeministischen Menschen immer sehr einseitig geteilt wird. Nicht mal in der Facebook-Gruppe der GOWS, die ja extra fürs Vernetzen angelegt wurde, werden die Artikel ausreichend weitergeteilt. (Ausreichend nach meinen Maßstäben.)
Außerdem wichtig: das Überschreiten der Grenzen. Die Themen miteinander verweben. Nicht einfach, aber notwendig um in die Breite zu informieren.
Noch wichtiger: Nicht zu taktisch und strategisch denken. Das verdirbt den Spaß und das will keine!

Grimme Online Award

Gleich beginnt der Livestream des Grimme Online Award.

Daumen drücken für die #aufschrei-Frauen.

Oh, ist das bieder. Ich bin richtig geschockt. Die Zielgruppe kann nur die 100+ sein. Anders kann ich mir das nicht erklären.

#aufschrei als Preisträgerinnen freut mich natürlich.  Herzlichen Glückwunsch!

(Ansonsten bin ich immer noch am Kopfschütteln und kann es nicht fassen. Schnell, nichts wie weg. Schlechtes Karma. Ganz schlechtes Karma.)