Vorsicht Literatur!

Ich habe bei meiner Lyrik und bei den poetischen Texten immer wieder das Problem, dass sie offensichtlich so überzeugend und anrührend wirken, dass sich manche Blogleserinnen und Blogleser Sorgen machen. Deshalb habe ich schon die Kategorie „Vorsicht Literatur!“ hinzugefügt (die ich allerdings beim angesprochenen Gedicht vergass bzw. das habe ich nicht so eingeschätzt, dass es die Kategorie benötigt.)

Einerseits zeigen mir diese Reaktionen oft, dass ich den richtigen Ton gefunden habe, aber andererseits sehe ich auch die Komplikationen, die diese Verwechslung zwischen Realität und künstlerischer Ausgestaltung bringt.
Selbstverständlich schwingt in jedem dieser Gedichte meine Persönlichkeit und mein Erfahrungsumfeld mit. Aber es wird nicht eins zu eins wiedergespiegelt. Sonst wäre es ja auch keine Kunst, sondern Selbsthilfetherapie bzw. Lebensbewältigungsstrategie und da sehe ich mich mit meiner Lyrik nicht.
Ich versuche Stimmungen und Athmosphären einzufangen, Lebenswirklichkeiten künstlerisch zu verarbeiten. Mein Anliegen ist es den richtigen Ton zu treffen, um beim Gegenüber Emotionen und Gefühle auszulösen. Trotzdem ist dieses „lyrische Ich“ – das ich aus den genannten Gründen schon fast ganz aus meiner Poesie verbannt habe und das dennoch immer der Träger des Gefühls meiner Gedichte ist – nicht mit meiner Person identisch!

Schwierig, schwierig. Ich weiß und es bringt mich einerseits in die Bredouille, wenn ich merke, dass ihr davon so berührt seid und diese Rührung und Emotion auf meine reale Person übertragt, andererseits bin ich dann auch immer sehr stolz, weil ich offensichtlich genau den Punkt getroffen habe.
Im angesprochenen Gedicht ist es die Hoffnungs- und Kraftlosigkeit, die aus einem fremdbestimmten Leben erwächst.

Vielen lieben Dank für all das Feedback, das ich in dieser Hinsicht bekomme – und bitte nicht vergessen: Vorsicht Literatur!

Antwort auf Piri’s Frage, ob ich mich wohlfühle.

Binnen-I-Entfernplugin

Binnen-I-Entfernplugin – oder wie soziale Probleme mit technischen Mitteln gelöst werden.

(bzw. neue technische Probleme auslösen)

Berliner Erklärung

Im Dezember initiierten Bundestagsabgeordnete aus allen Parteien die “Berliner Erklärung”, in der sie eine gesetzliche Frauenquote für die Wirtschaft fordern. Seitdem haben mehr als 12.000 Unterstützerinnen die Erklärung unterzeichnet, die Aktion läuft noch weiter.

Der Wortlaut der Berliner Erklärung bei Frau Lila

Occupy ACTA

Niedlich war das Mädchen in der Fußgängerzone, das heute vor mir herging. Die ca. 12-Jährige erklärte ihrer Mutter und ihrer Oma die ACTA-Problematik durchaus korrekt und anschaulich in einfachen Sätzen.

Innerlich grinsen musste ich allerdings, als sie zu dem Schluss kam: Und deshalb demonstrieren und campen sie jetzt in diesen Zelten. Denn sonst nützt die Demonstration ja nichts.

Aber immerhin, der Anfang ist getan. Jetzt müssen nur noch die Details geklärt werden.

Fremdbestimmt

die Seele
hat Ausgang
Freigang allemal
bis zum Morgengrauen
da kehrt sie

wieder

in ihr Gitterhäuschen
ein

Vergewaltigungsopfer

Sind wir immer noch nicht weiter gekommen? Nach sovielen Jahren, Jahrzehnten, immer noch die gleichen seichten, faden Sprüche.

Es lässt sich darüber streiten, warum sich eine Kampagne gegen sexualisierte Gewalt in erster Linie an (potentiell) Betroffene und nicht an (potentielle) Täter richtet, viel skandalöser ist allerdings die Tatsache, dass die lokale Polizei die Kampagne nicht unterstützt:

Man sei überrascht, sagt Rainer Samietz vom Kommissariat zur Be­kämpfung von Sexualdelikten. Er kennt die Problematik mit den K.-o.-Tropfen; eine Häufung der Fälle kann er aber nicht bestätigen. Samietz sagt, dass auch Frauen “wahnsinnig viel trinken und dann nichts mehr wissen”. Würde weniger getrunken, hätte man weniger Fälle von sexuellen Übergriffen.

Die Mädchenmannschaft hat sich des Themas zum wiederholten Mal gewidmet.

Gesundheit

Mein Kopf raucht. Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung. Gefahrenanalyse und psychische Belastungen. Streß und Resilenz. Gesundheitsmanagement und bewegte Pause.
Arbeit macht krank, Arbeit macht gesund.
Die Hamsterräder drehen sich immer schneller und gute Laune kann in keiner Dienstvereinbarung geregelt werden. Einsicht und Rücksichtnahme sind nicht immer zu erwarten, auch wenn die Argumente noch so sachlich vorgetragen werden.

Das Liebesgedicht

Das Liebesgedicht. Das Gedicht aller Gedicht. Das Statement zu Leben, Liebe und Toleranz.

Von Erich Fried

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Parallelgeschichten

Die Parallelgeschichten ausgelesen. Fühle mich nach den 1700 Seiten in 7 Tagen wie durch den Wolf gedreht. Schwindlig. Wo ist der Anfang von dem Zipfel, der sich mein Leben nannte?
Lesen mit Nebenwirkungen. Zum Schreiben bin ich auch so gut wie nicht gekommen. Nur zum Atmen und zum Essen. Immerhin, den Grundbedürfnissen wurde Genüge getan.

Was für eine Sprache! Was für eine Welt!

Wo ist mein Leben hin? Hinweise werden von mir gerne entgegen genommen.

Unser Star für Baku – Pressefreiheit

 

„Der Song Contest ist nicht einfach eine unpolitische Musikveranstaltung“

Gewalt gegen Demonstranten in Baku. Foto: IRFS.az

Nachdem Roman Lob das Deutschland-Finale des Opens external link in new windowEurovision Song Contests (ESC) gewonnen hat und somit Deutschland am 26. Mai 2012 beim ESC in Baku vertreten wird, ruft Reporter ohne Grenzen (ROG) alle Beteiligten auf, sich intensiv mit dem Gastgeberland Aserbaidschan auseinanderzusetzen und öffentlich Position zu den Verletzungen der Presse- und Meinungsfreiheit dort zu beziehen.

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