Endlich abgewählt

Ich bin so erleichert. Die Wählerinnen und Wähler haben ihn endlich abgewählt. Es war unerträglich die ganze Zeit zu wissen, dass er seine Verantwortung einfach ignoriert.
Was für eine Last für die Opfer und ihre Angehörigen des großen Unglücks bei der Loveparade.

Unglück kann man das ja gar nicht nennen. Eine kalkulierte Katastrophe. Ein Verbrechen an den jungen Menschen, die es getroffen hat und die den verantwortlichen Personen vertrauten.

Deutschland und seine so typische Bürokratie bieten die Sicherheit. Dass ich nicht lache. Verlassen und verloren waren diese jungen Menschen.

Verraten und verkauft trifft es besser.
http://www.faz.net/aktuell/politik/eilmeldung-duisburgs-ob-sauerland-ist-abgewaehlt-11647336.html

Leseparadies und Lesehölle

Manchmal lese ich ein Buch und bin zum Schluss richtig sauer, dass es endet. Gerade letzte Woche wieder, da las ich in einem Buch und hätte mir gewünscht, dass es immer weiter und weiter geht. Dass die Geschichte oder die Erzählung mich immer weiter mitnimmt.

Vielleicht war das auch der Grund für meine endlosen Virginia-Woolf-Marathons. Mit fünf Tagebuchbänden a 550 Seiten zuzüglich zwei Briefbänden in der gleichen Größenordnung, kam das dem gewünschten Endlos-Lesen sehr nahe.

Aber dann werde ich plötzlich wieder herausgerissen und fühle mich, als falle ich in ein Loch. Dann weiß ich, jetzt musst du tapfer sein und einfach in deinem eigenen Leben weiterleben, weiterlesen, weiterschreiben, ehe dir ein neues Schatzkästchen zum Lesen über den Weg läuft.
Das Geheimnis an diesen besonderen Büchern mit dem Sog scheint zu sein, dass sich ihre Anziehungskraft nicht Voraussagen lässt. Noch nie wurde mir ein Buch empfohlen, das genau diese Wirkung auf mich hatte und nie habe ich es nach den ersten Seiten geahnt, dass diese Wirkung eintreten wird.
Wahrscheinlich einfach ein Buchzauber.

Reisetraum

der Zug fährt den
Träumen hinterher
kennt ihr Ziel
und ihren Aufententhalt
unsicher bleibt
ob er sie einholen wird

Vorerst nicht – ACTA

Aufgeschoben ist noch nicht aufgehoben – Vorsicht ist angesagt.

Deutschland wird das ACTA-Abkommen vorerst nicht unterzeichnen. Das ist ein erster Erfolg der Proteste in Deutschland gegen das umstrittene Abkommen. Die Weisung des Auswärtigen Amtes ist ein erster Schritt, aber noch kein großer Grund zur Freude. Eine solche Aussetzung ist eine beliebte Strategie, um abzuwarten, bis der Protest wieder kleiner wird. Die EU-Parlamentarier werden über ACTA im Sommer abstimmen. Jetzt gilt es, den Druck auf das EU-Parlament auch auf der Straße zu erhöhen, denn dort kann ACTA zu Fall gebracht werden! Da Nachverhandlungen am ACTA-Abkommen insgesamt ausgeschlossen sind, gibt es nur einen Weg: ACTA ad acta legen.
Weiter bei der Digitalen Gesellschaft

Sammelmappen-Gedanken

In der letzten Zeit gibt es so vieles, von dem ich hier in der Sammelmappe gerne schreiben würde, aber im letzten Moment hält mich dann doch wieder diese innere Stimme ab: mach das bloß nicht! Du weißt doch: nur nicht zuviel preisgeben von dir. Das böse Internet kann dir großen Schaden zufügen.
Diese Stimme spricht mit mir, als sei ich ein ahnungsloser, jugendlicher Hupfer, der übermütig vor sich hin pfeifend in jedes Fettnäpfchen tritt, das am Wegesrand steht. Nun ja, wer oder was ich in Wirklichkeit bin wissen wir ja. Eine nachdenkliche ältere Frau, die jeden Gedanken fünfmal im Kopf durch die Mangel dreht ehe sie ihn äußert. Gilt für schriftlich noch mehr als für mündlich.
Seltsam dieser Widerspruch.
Außerdem gibt es viele Themen – z.B. meine Gedichte – da ist es eine sehr, sehr bewußte Entscheidung, mein Inneres nach außen zu tragen. Ich denke mit Rührung daran, dass sie die meine Beziehungen zu sehr unterschiedlichen mir nahestehende Menschen in etlichen Fällen auf eine Art intensiviert haben, die ich mir so im voraus nicht vorstellen konnte.
Im Nachhinein gesehen war die Veröffentlichung der ersten Gedichte eine meiner wichtigsten Lebensentscheidungen auf der sozialen Ebene.

Manchmal ist es wichtig, inneres von sich preis zu geben. Das werde ich mir ab heute merken.

Antje Schrupp hat gestern auch einen Artikel zum bewussten Veröffentlichen im Netz geschrieben, der Schwerpunkt liegt bei ihr breiter – außerdem ist er wie immer ganz hervorragend ausgearbeitet und spannend zu lesen.

Was mache ich mit diesem Dingens?

Habt ihr auch einen soup-Account? Ich weiß nicht so recht, was man damit eigentlich anfangen kann. Wozu könnte der nützlich sein?

Länderdomino bei ACTA

Bisher haben Lettland, Polen, Slowakei und Tschechien einen Stop der Ratifizierung des ACTA-Abkommens angekündigt. Das ist zwar nicht das Ende von ACTA, aber die Proteste werden von den dortigen Regierungen wahr- und ernst genommen. Währenddessen laufen die Vorbereitungen für den großen Anti-ACTA-Aktionstag am kommenden Samstag, den 11. Februar, weiter. In mehr als 50 deutschen Städten sind Aktionen und Demonstrationen angekündigt, zu denen sich zumindest auf den jeweiligen Facebook-Seiten insgesamt zehntausende Menschen angemeldet haben.

zum Artikel bei Netzpolitik

Ein einsamer Titel

der seinen Text sucht.
Und ich suche ihn heute, den Text. Ich suche ihn, wie ich ihn so oft suche, hier, in der Sammelmappe und auch für’s Leben. Aber ganz besonders hier.
Die Sammelmappe ist der Stamm an dem ich mich wetze. Sie ist der Spiegel in dem ich mich ansehe, sie ist das Maß der – nicht aller Dinge – aber der Dinge, die für mich sagbar sind. Der Dinge, die erzählbar und beschreibbar sind. Sie ist das Maß an dem ich mich messe, wenn ich wissen will, ob das Innere nach außen taugt und ob das Außen auch wirklich noch ich bin.
Ich suche meinen Text wie ich mein Leben untersuche, es mir durchdenke. Ich suche meinen Text von dem ich weiß, dass er ursprünglich nicht für Worte geeignet ist, nicht für Sätze, nicht für Seiten.
Hier wird der Lebenstext gesucht, manchmal der Liebestext. Ein hoher Anspruch, wie ich selbstverständlich weiß und fühle. Die Traumtänzerin tritt in ihre Wort-Fußstapfen. Versteckt sich hinter kryptischem Code, und hält dann doch die Maske hoch, die ihre Identität verrãt.
Ich suche meinen Text, wie der Titel seinen sucht.

Und finde immer wieder: Liebe.

Hoffnungsvoll

Es war einmal eine Biene
die kam unter eine Lawine
da dachte die Biene voller Vertrauen

???

Lebensangst

In Erwägung, daß ihr uns dann eben
Mit Gewehren und Kanonen droht
Haben wir beschlossen: nunmehr schlechtes Leben
Mehr zu fürchten als den Tod

Hab es notiert und weiß nicht mehr von wem es ist.