Wie Europa unter Schlechtmenschen aussähe, das könnt ihr euch jetzt anschauen, wenn ihr die Nachrichten anseht, ihr Hobby-Kreuzritter.
Wir hätten eine Gemeinschaft, wie sie immer schon war, wenn die Angst die Vernunft schlägt: Dann wird aufgeräumt, dann muss Blut fließen, dann wird man nicht mehr mal sagen dürfen, dann wird man sagen müssen: Sieg Heil, Deus lo vult!
was Malte Welding den Schlechtmenschen sonst noch so zu sagen hat, könnt ihr hier lesen.
Denn in der Sammelmappe lesen ja nur die Gutmenschen und Sozialromantikerinnen – manchmal auch die Traumtänzer beiderlei Geschlechts.
Der Weg ist das Ziel oder vielleicht ist auch das Ziel der Weg. Es geht jedenfalls nie ohne die Bahn. Wie ich es auch sehe: für mich führen fast alle Wege über die Bahnhöfe.

Claudia Juli 26th,2011
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Immer noch bleibt die Gewalt im Kopf. Im Großen und im Kleinen. Die Gewalt der Dum-Dum-Geschosse und die hämischen Kommentare derer die sich politisch inkorrekt nennen. Die Sarra-Dingens, die ich um nichts auf der Welt hier auf der Sammelmappe aussprechen mag. Sie säen und ernten – auf Teufel komm raus – und wieder mal ist er heraus gekommen, der Teufel, der Satan, der sich auch Gewalt oder Gnadenlosigkeit nennt. In Wahrheit heißt er selbstverständlich nur: Ich bin ein kleiner Scheisser, seht her wie groß ich mit einer Knarre in der Hand bin.
Sie säen und sie düngen das Feld. Im Kleinen noch mehr als im Großen.
In Norwegen wird getrauert, in Kairo gibt es wieder Verletzte, in Afrika verhungern die Menschen und die Drogen machen die jungen Menschen kaputt. Unsere Welt ist ohne Gewalt nicht denkbar – und trotzdem denke ich mir wieder und wieder eine Welt ohne Gewalt. Friedlichkeit und Friedfertigkeit sind keine weit verbreiteten Werte. Sie haben zu wenig Fürsprecher.
Gewalt wird nicht genug geächtet. Sie wird immer nur gerechtfertigt und nach ihren Zielsetzungen untersucht. Sie wird ständig eingeteilt in gute in schlechte Gewalt. In sinnvolle und sinnfreie Gewalt. Dabei ist jede Art von Gewalt eine Katastrophe. Weil sie die Toten, die Verletzten und die Verwundeten hinterlässt. Weil sie die Spirale weiterdreht.
Gewalt ist aber auch schon die Aggressivität des Immer-Gewinnen-Wollens. Die Märchen, die endlos erzählen, dass der Tüchtige gewinnt. Dass der Stärkere stark ist und der Schwache schwach. Gewalt ist es zu unterschätzen, dass wir eine gemeinsame Welt bewohnen. Dass wir alle zusammengehören und nur miteinander leben können. Wir gehören zusammen.
Gewalt ist eine Pest. Vielleicht im Kleinen mehr als im Großen. Denn die kleine Gewalt düngt das Feld, irgendwann findet sich jemand, der die große Katastrophe einläutet. Gewalt ist verächtlich. Immer und überall – und ganz, ganz besonders im Kleinen.
Komme gerade beschwingt von dem Tag nach Hause und lese: Amy Winehouse ist tot.
In mir grummelt sich etwas an meiner Kehle entlang. Verflucht, sie hätte das anders machen sollen. Sie hätte es so machen sollen, dass alles nur Show ist. Nur für die Medien hätte sie es machen sollen.
Aber verdammt noch mal: sie hätte leben sollen.
Und zum Glück habe ich nicht zu sagen, wie jemand leben soll. Auch nicht wie jemand sterben soll. Will ich auch gar nicht. Nur in den Himmel schreien möchte ich manchmal: warum lebst du nicht?
Die Lage ist angespannt. Die Vorabendsprecher geraten an ihre Grenzen und fragen ihre Gesprächspartner, ob es denkbar sei, dass es sich bei der Autobombe um einen Anschlag handelt. Für Deutschland sehen die Politiker keine Gefährungslage. Die haben schließlich heute den Euro gerettet ohne den Deutschland nicht denkbar wäre – und der deutsche Erfolg schon gar nicht. wo es Deutschland in diesen Tage doch so gut geht. Turbo-Ausschwung – ihr erinnert euch?
Ach ja, die Arbeitslosenzahlen sinken und die Hartzler sollen den Bundesfreiwilligendienst auffüllen.
Habe ich es schon erwähnt: Nachrichten hält mein Mimosengemüt nicht aus. Sie verwirren meinen Geist und verstärken negative Emotionen. Gehirnwäsche, der besonderen Art. Behaupte das Absurde, wiederhole das Abstruse – sie werden es dir schon glauben. Irgendwann ist der Vollwaschgang durch.
Mir wird schlecht.
Deutschland geht es so gut wie lange nicht mehr. Habt ihr was gemerkt davon? Ich wünsche es euch von Herzen, aber ich denke es entspricht nicht der Wahrheit. Es ist wenige Tage her, da gingen die Meldungen über den Einkommensrückgang der unteren Lohngruppen durch die Medien.
Deutschland geht es so gut wie lange nicht mehr. – Trifft bestimmt zu: auf die Reichen, die immer reicher werden.
Es fällt mir schwer, das Unterschichtenblog weiter zu betreiben. Das liegt nicht daran, dass mir das Anliegen weniger wert ist als 2004, sondern an meiner ausgeprägten Hoffnungslosigkeit. Mir tut es leid, dass unsere Gesellschaft es immer leichter duldet, dass so viele Menschen schlicht weg ausgegliedert werden. Aber Mitleid ist nicht das richtige Gefühl, was in dieser Angelegenheit benötigt wird. Kraft, Stärke und Widerstand wären angebrachter.
Mich kann man mit den merkwürdigsten Dingen glücklich machen.

Claudia Juli 22nd,2011
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Wenn die Sammelmappe eine Kladde zum reinschreiben wäre, dann würde ich sie schon die ganze Zeit gedrückt und zusammengepresst halten. Sie von einer Hand in die andere nehmen. Den Stift schon viermal bereitgehalten und ihn doch wieder verlegt.
Ich würde darüber nachdenken, dass es Menschen gibt, die über mich hinweg sehen, dass es Menschen gibt, die an mir vorbeischauen und dann zur Erkenntnis gelangen, dass ich manchmal durch Menschen hindurchschaue. Dass das auch nicht viel besser ist.
Wenn die Sammelmappe eine Kladde wäre, dann wäre sie um ein Vielfaches zerknitterter und abgegriffener als die Kladden in die ich hineinschreibe. Da schreibe ich los. Nie schonungslos und offen, eher meiner eigenen Lebensmelodie folgend.
Ich möchte sie nicht missen. Die Sammelmappe nicht und die Kladdenschreiberei schon gar nicht.
Wenn es nicht so ernst wäre, dann müsste ich darüber lachen.
rücksichtslose Beschädigung eines geschützten Computers
Knast wegen der Ausleihe zu vieler Bücher – oder besser gesagt, ziemlich vieler Bücher.