Zwischenstand

Die Nase läuft in einer Tour, der Körper schwitzt und der Kopf ist voll, voller, am vollsten. Überhaupt der Kopf: er beherbergt ein Karussell, das sich unter einem permanenten Quietschen und Kreischen mal in die eine, dann wieder in der andere Richtung dreht.
Draußen scheint die Sonne und hier drinnen herrscht das Lebenschaos. Warum nenne ich die Sammelmappe nicht einfach um?

Hab die Vorschläge wieder entfernt. Diese Form der Ironie versteht wieder keiner und stiftet nur Verwirrung.

der elfte September

der elfte September

Warum soll ich es nicht zugeben? Ich habe mich richtig erschreckt. Damals gab es das Internet noch als reine Servestation. Ich kann mich erinnern an mein Büro, an die Situation. Ich starrte in den Bildschirm, die Kollegen starrten damals noch nicht mit. Die sahen sich dann die Bilder im Fernsehen an.
Ich starrte in den Monitor und sah das erste Flugzeug und dann starrte und starrte ich aber dann gab es Schwierigkeiten, weil alle auf die Bilder starrten.
Bin dann nach Feierabend in Yoga gegangen, als wenn nichts gewesen wäre, nur mit der Riesenangst im Gepäck. die Fernsehbilder von den fliegenden Menschen habe ich erst am zweiten Tag gesehen – unter Aufsicht sozusagen, ganz alleine wollte ich mich der Situation nicht stellen.
Als mir das Ausmaß klar wurde, kam der Schreck: So viele Menschen mit so viel berechtigtem Zorn. Soviel Ungerechtigkeit im Namen der Demokratie. So viel Leid aus Hochnäsigkeit. Ein dritter Weltkrieg hätte das auslösen können.
Kein Mensch weiß, warum dieser Weltkrieg nicht ausgelöst wurde.
vielleicht weil die Beteiligten ihre Kinder gro0ziehen mussten, vielleicht weil die eine Herbstrevolution imposanter fanden. Vielleicht weil doch die Gewalt und das Kriegsverbrechen nicht mehr die nötigen Mitstreiter fanden.

Warnhinweis

Vorsicht!

fall nicht in die
Magengrube
da liegt schon
unverdaut
der Vorgesetzenmobber
im Zappenduster

Parallelwelten

Ausblick
ins Grüne
kräftig und stark
Sommer verlockend
Glück verheißend
vom Alltag getrennt
durch die stumpfe Scheibe

Positive Gedanken

Auf der Suche nach ein paar anschliessenden positiven Gedanken für diesen Tag. Werde leide leider nicht fündig. Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Buddha verschwunden ist. Obwohl der Buddhismus auch so seine Tücken hat, wäre es doch beruhigend zu wissen, dass der Buddha noch auf dieser Welt verweilt.
Mein ganzes Leben ist Nsfw dachte ich heute Morgen. NSFW heißt Not Safe For Work – mit diesem Kürzel werden Links versehen, die man nicht anklicken sollte, wenn man sich auf der Arbeit befindet. Sex, Drugs und ganz selten ist damit Rock’n Roll gemeint. Ihr wisst schon.

Mein Leben ist nicht wegen Sex und Drugs Nsfw sondern nur, weil ich so bin wie ich bin.
Dabei hasse ich diesen Ausdruck: ich bin so wie ich bin. Die meisten Menschen, die darauf bestehen so zu sein wie sie sind, kokettieren mit ihren Schwächen und sind doch insgesamt davon überzeugt, dass sie unwiderstehlich sind. Kein Mensch ist einfach nur so wie er ist. Jeder Mensch ist anders, wenn er müde ist als wenn er ausgeschlafen hat, mancher ist bei schönen Wetter anders, als wenn der Wind stürmt und hoffentlich entwickelt er sich auch mit jedem Jahr weiter.
Und trotzdem. Da gibt es einen Punkt, eine Form oder wie man es auch nennen will. Es gibt den einen Kokon aus dem man nicht heraus kommt. So sehr man sich auch windet.

Und das ist der Punkt, wo ich sage: ich bin so wie ich bin. Leider komme ich da nicht aus meiner Haut.
Aber da bin ich nicht stolz drauf.

Zusammenhanglos

Was ist das für eine Welt in der der Buddha verschwindet? Hoffentlich schreibt er bald eine Postkarte. Von der Börse gibt es keine Postkarte, die stürzt ab. Jeden Tag ein bisschen mehr. Der elfte September nähert sich unaufhaltsam. Und immer wieder der Wunsch nach dem Geliebtwerden. Der Wunsch ein Leben zu haben. Die Arbeit raubt eindeutig zuviel Lebensenergie. Die alte Klage in die gewohnten Worte gefasst. Der Wind von Meer pustet über das Land. Ausnahmsweise.

Erholung wird angestrebt. Eine Aufgabe auf der To-Do-Liste.
Morgen ist auch wieder ein Tag, der diesem gleicht – nur noch ein bisschen anstrengender. Im Fernseher kommt immer Fussball, man muss nur lange genug schalten.
Vielleicht ist das Leben doch vorhersehbar? Aber was haben die Sterne dann noch zu tun?

bitte nicht

will keine Heldin
sein
will nicht leiden
mich
viel lieber verstecken

vielleicht findet mein
Schicksal
nicht mich
auf der Suche
nach einer Heldin

Freundlichkeit

Täglich erhalte ich neue Facebook-Anfragen: X möchte mit dir befreundet sein. Oft denke ich, wenn ich das lese, dass ich auch gerne mit mir befreundet sein möchte. Manchmal bin ich das auch, aber oft bin ich auch meine Gegnerin. Meine Feindin. Ich stehe niemandem so skeptisch gegenüber wie mir selbst. Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich eine grandiose Nörgerlin bin. Ich schaffe es Morgens die Augen aufzuschlagen und schon alle meine Schwachstellen des kommenden Tages vorauszusagen. Und so kann es durchaus den ganzen Tag so weitergehen. Mit den Augen einer Nörgerlin warte ich auf den Augenblick, an dem der Fehler passiert.
Siehst Du! Und wieder hast Du nicht aufgepasst. Warst nicht konzentriert. Hast Dich nicht gut genug schützt. Bist jemanden in die Quere gekommen, dem Du ausweichen wolltest. Hast das Datum vertauscht.
Es ist nur eine Frage der Zeit bis der Fehler passiert und deshalb werde ich immer erfolgreich sein als An-mir-selbst-herum-Nöglerin.

Keine Frage: Manchmal wäre es eine Erholung mit mir selbst befreundet zu sein.
Das lehrt mich jede neue Facebook-Anfrage.

Samstag

Samstag. Der Tag ohne Sams aber voller Leben.

Offenes Geheimnis

Das Glück schleicht sich wortlos an.