Es wäre schön gewesen, wenn er das Freundschaftsangebot angenommen hätte, aber es sollte wohl nicht sein. Nicht in diesem Jahr. Da zeigte er sich eigenwillig und wollte sich unbedingt ein außergewöhnliches Profil zulegen. Das ist ihm gelungen.
Na dann werde ich mir mein Freundschaftsangebot für den Herbst aufheben. Vielleicht ist der geselliger.
Ich mag es, wenn mich Menschen zum Lachen bringen. Am Besten funktioniert das mit dem einfachsten Humor. Kinderspässe, Kinderhumor liegt bei mir richtig.
Der Humor von Loriot hat bei mir selten gewirkt. Im Gegenteil: mir tat er manchmal körperlich weh.
Die Sache mit der Ente z.B. war für mich peinlich.
Manchmal konnte ich über ihn lachen, weil er andere Menschen zum Lachen brachte.
Mildernde Umstände sozusagen.
Sich selbst an den Anfang zu stellen gilt als unhöflich. Das eigene Ich zum Thema eines Artikels zu machen, riecht nach Egozentrik – und dennoch: alles dreht sich um das eigene Ich.
Hoffentlich.
Aber woraus besteht es eigentlich? Dieses Ich? Kompliziert ist es, so viel ist klar. Viele Wissenschaftsrichtungen machen sich darüber ihre Gedanken und Theorien, aber mehr als schemenhaft einen abstrakten Begriff einzukreisen gelingt ihnen nicht.
Seltsam, dass das so schwierig ist. Wo wir uns doch so sicher sind zu wissen, was das ist: das ich. Es scheint, dass kaum, dass wir denken können, wir eine Vorstellung davon haben, was das sein soll: dieses Ich.
Es ist da und es ist gewichtig – scheint unverrückbar klar umrissen: das bin Ich.
Aber ist das wirklich so klar umrissen? Was geschieht über den Tag mit dem Ich? Meins ist manchmal mehr außen, aber meistens doch eher innen.
Manchmal ist es forsch und ein anderes Mal zittert es vor meinen Träumen. Oft fühlt es sich vertraut an, aber ab und zu ist es fremder als es der fremdeste Mensch sein könnte.
Vor allem im Alltag zieht es sich so manches Mal zurück. Ist weder innen noch außen zu finden. Eher hat es sich auf eine Ich-Wanderung begeben. Ist abgehoben und dem Traumtänzerinnenseil gefolgt. Schwebt dahin, weil es die Struktur nicht mag.
Schwebt dahin.
Musician interprets the mathematical constant Tau to 126 decimal places.
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Ich habe mir angewöhnt die Kladden, die ich handschriftlich vollschreibe, in einem Abstand von ca. drei Monaten abzutippen. Drei Monate ist ein guter Abstand. Die Ereignisse liegen in der Vergangenheit, sind aber noch so präsent, dass das Abschreiben zu einem Nachempfinden wird.
Im Moment schreibe ich die republica-Tage ab. Finde mich wieder ein in die Tage der Menschenmenge. Die der Enttäuschung über die vollen Räume, in die es keinen Einlass mehr gab, das auf und ab der Gefühle, die Freude als endlich die Sonne zum Vorschein kam, die herzerfrischende Inhaberin des Bistros bei dem wir zum Freiessen geladen waren und das laute Abschlussfest im Hof.
Wehmütig fällt mir ein: ich habe keine Berlintage mehr in Planung.
Die Zahl der jemals von mir verschickten SMS ist einstellig.
Wahrscheinlich wird sie vor meinem Tod den zweistellligen Bereich erreichen, aber dass sie dreistellig wird, bezweifle ich.
Vor einem Jahr ist Christoph Schlingensief gestorben.
Das ist, als ob das Leben selbst gestorben wäre», sagte die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek damals und ein bisschen fühlt sich das auch für mich so an. Obwohl ich nur so wenig von ihm mitbekam. Das was ich sah und hörte ist mir ans Herz gewachsen.
„Deshalb gilt es beim Schreiben, die Worte aus ihrem Alltags- und Mediengerede verglasten Höfen zu lösen und ihnen etwas von ihrer ursprünglichen Kraft zurückzugeben. damit sie nicht reden, sondern leuchten.“
Angela Krauß – die Gesamtliebe und die Einzelliebe
Kling schlimm! Wie kommts, dass du die Stimmungen als "fremd" erlebst? Ich betrachte alle Stimmungen als eigene und suche entweder…