Fremdbestimmt
die Seele
hat Ausgang
Freigang allemal
bis zum Morgengrauen
da kehrt sie
wieder
in ihr Gitterhäuschen
ein
die Seele
hat Ausgang
Freigang allemal
bis zum Morgengrauen
da kehrt sie
wieder
in ihr Gitterhäuschen
ein
es pocht das
Rechthaber-Gen
auf seinen
Standpunkt
der sich insgeheim
verlorener Posten
nennt
von der Seite
leicht angepickt
weil sie sich
nicht
von oben traut
Traurig an der Bar sitzen und trinken
Sorgen habe ich im Moment gerade keine. Höchstens Stellvertretersorgen. Sorgen um die Welt, um die Zukunft; darum, welchen Weg unsere Gesellschaft geht.
Aber die wird ihren Weg nehmen, den sie nehmen möchte, ganz unabhängig davon, ob ich mir Sorgen mache oder nicht.
Ein sorgenfreies Leben: ist das nicht immer das, was einem so gewünscht wird? Ein Luxus? Bei mir hat das nie ausgereicht um ein unbeschwertes Leben zu leben. Die Schwere und die Melancholie hat mir die dreizehnte Fee bei der Geburt mitgegeben. Aber ehrlich gesagt: ich möchte sie nicht missen.
Abendspaziergang in der untergehenden Sonne. Zweisamkeit. Nicht nur ausnahmsweise.
Keine Barmherzigkeit mit den Kindern unserer Zeit. Nein, sie schämen sich nicht und gehen mit Gewalt gegen sie vor. Aber sie strömen in Scharen zurück.
Gewalt ist keine Lösung, dieses Mal wirklich nicht.
Gewalt ist eine Schande. Auch in Barcelona.
45% Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen ist eine Schande. Auch in Barcelona.
Was wollen unsere Regierungen mit dieser Finanzmacht? Wir sind Menschen. Wir wollen leben und wir wollen, dass unser Kinder leben.
Gewalt ist eine Schande.
Sie wird nicht weniger schandhaft, wenn sie öfter und schamlos ausgeführt wird.
Stell bloß nicht zu viel von dir ins Netz. Der Feind lauert dort. Oder die Feindin. Die zukünftige Chefin und der eifersüchtige Kollege. Stell dich nicht bloß, pass auf dich auf. Gib den Trollen keine Chance. Achte auf deine Datenschutzeinstellungen – oder noch besser: Schweig.
Stell dein Licht unter den Scheffel, damit es nicht all zu weit leuchtet. Du willst dich doch nicht preisgeben? Das geht doch nicht!
Zensoren gibt es überall. Außen und innen. Sie hindern uns daran, dass zu tun, was wir gerne tun würden. Manchmal zurecht. Oft bestimmen sie uns eine Struktur, die uns nicht gut tut.
Beim Bloggen gibt es einen kleinen Schutz, den ich mittlerweile zu schätzen weiß: Das bloggende Ich.
Das bloggende Ich analog zum lyrischen Ich.
Je länger ich blogge, desto deutlicher tritt bei mir ein bloggendes Ich zu Tage. Eine Stimme, die im virtuellen Raum Ergeignisse, Strömungen, Atmosphäre begleitet.