Mit Entsetzen festgestellt, dass ich für einige Tage in einem Zentrum ganz ohne Internet eingebucht wurde. Mein Gott, ich habe ja für vieles Verständnis, was mir in der Arbeit abverlangt wird. Aber zwei mal eine Woche innerhalb von zwei Monaten ohne Zugang im Netz ist doch ein bisschen viel verlangt. Jetzt rächt es sich, dass mein iPad-Dingens keine Karte für einen Telefonzugang besitzt. WLAN habe ich doch immer, dachte ich – und wenn ich unterwegs bin, dann macht das doch nichts, da habe ich ja mein Überwachungsphone, das muss ja auch zu irgendwas gut sein.
Also wenn ich jetzt noch öfter einkaserniert werde, dann bin ich beleidigt.
Jedenfalls habe ich die Hoffnung, dass mir am Freitag das Schicksal hold ist. Ich habe mir überlegt, dass wenn so viele Menschen unbedingt diese Hochzeit sehen müssen, die Bahnen unmöglich überfüllt sein können. Die Überlegung muss doch richtig sein, oder etwas nicht?
Ich werde sehen. So oder so – ich bin hoffnungsfroh.
(Nur das fehlende WLAN, das nehme ich jetzt wirklich persönlich.)
Goethes „Wilhelm Meister“, der Roman der Resignation, handelt von der Selbstbeschränkung auf einen bürgerlichen Beruf, bei der man die ganzheitliche und schöpferische Personlichkeit (personifiziert durch Mignon) größtenteil abtöten und auf das Maß der Nützlichkeit zurückführen muss – vom Adligen oder Künstler zum Bürger zu werden, durch Professionalisierung in einem eng begrenzten Bereich.
Gunter Duecks Vortrag auf der re:publica 2011 handelt von der Aufhebung des Berufes, dem Ende des Bürgertums, der Professionalisierung als Mensch.
Ich denke gerade darüber nach, wie viel Lebenszeit durch abstürzende Programme vergeudet und verschleudert wird. Außderdem denke ich darüber nach, was das für ein teufliches Spielzeug ist, das ich mir da angeschafft habe. Eine Überwachungswanze, die ich freiwillig bei mir trage. Noch dazu eine, die es zulässt, dass manche Menschen von kriminellen Leuten ausgenommen werden. Pech gehabt heißt es, wenn die Accounts verkauft werden. Da hast Du nicht richtig aufgepasst. Irgendwie bleibt immer klar, wer den schwarzen Peter hat.
Hab gerade Waschmaschinengeräusche gehört als ich über den Flur lief, dabei ist die Waschmaschine doch aus.
Das kommt daher, dass ich in den letzten Wochen meine Wohnung vor allem als Tasche-Wechsel-Station bzw. Wäsche-Austausch-Basis verwendet habe. Geht auch noch ein bisschen so weiter. Aber irgendwann werde ich meine Wohnung auch wieder zum Wohnen verwenden.
25 Jahre ist das bald her. Bei mir rasen die Erinnerungen nur so vorbei. Dreißig Jahre, fünfundzwanzig Jahre, die Welt war in Bewegung. Meine Welt war in Bewegung. Hat sich hin und her gedreht.
Diese Tage ist das Wetter ähnlich wie damals – vor 25 Jahren. Eher ein Sommerwochenende als ein Frühlingswochenende. Ich hab mir den Kopf zerbrochen, welche Musik damals aktuell war und bin nicht drauf gekommen.
Jeanny – war es. Das Lied vom Tod sozusagen. Was war er für ein Fazke, dieser Falco. So dreist und aufdringlich. Irgendwie hat sich seine Musik dennoch den Weg gebahnt.
Stadtschreiber in Klagenfurt haben es sicher nicht leicht. Fünf Monate dort zu verweilen, ganz ohne die Tage der deutschsprachigen Literatur TDDL – das ist ein hartes Los.
Viel Aufregung um „Wirbelwind“ Krampitz
Nach fünfzehnjähriger Pause wurde im Sommer 2010 auf Initiative des „kulturRaum“ Klagenfurt wieder ein Stadtschreiber eingeladen. Der Berliner Historiker und Autor Karsten Krampitz, Publikumspreisträger der „Tage der deutschsprachigen Literatur 2009“, zeigte sich in seiner Zeit als „Klagenfurter“ nicht nur literarische äußerst rege, er sorgte auch für einigen Wirbel, u.a. weil er das Tagebuch der Haider-Ausstellung im Bergbaumuseum kurzzeitig „ausgeborgt“ hatte, um es literarisch zu verarbeiteten.
Heuer folgt ihm nun also Peter Wawerzinek. Er ist Autor und Performer und wurde 1954 in Rostock geboren. Mit einem Auszug aus seinem berührenden Roman „Rabenliebe“ – einer literarischen Muttersuche – erlangte er einen Doppelsieg in Klagenfurt und startete in weiterer Folge einen publizistischen Höhenflug in der deutschsprachigen Medienlandschaft.
Der Schockwellenreiter hat es in seinem Panel bei der re:publica deutlich gesagt: Wenn jemand die Wikipedia heute abschalten würden, dann hätte das gravierende Auswirkungen. Bauen wir uns doch unsere eigenen Wikis, unsere dezentralen Wissensinseln. so wie das Frauenwiki, dort müssen wir nur auf die eigenen Relevanzkriterien achten.
Weil es immer ein Thema ist – und weil ich immer noch mit Grausen an die unkreative Blogparade der sogenannten Künstler mit Marketingambitionen zurück denken muss.
Nein, Vernetzung ist wirklich etwas anders als ein „Linkst-du-mich-link-ich-dich-Abkommen“.
Kling schlimm! Wie kommts, dass du die Stimmungen als "fremd" erlebst? Ich betrachte alle Stimmungen als eigene und suche entweder…