Gestern war ich noch fleißig und bin für den Anfang mit den Frauenzitaten ganz schön weit gekommen. Ob es wohl sinnvoll ist, das Projekt auf fremden Webspace aufzusetzen? Ich bin mir nicht sicher. Aber was soll’s. Vor ein paar Jahren habe ich viel Zeit und Geduld reingesteckt um die Anzahl der Frauenzitate bei Wikiquote zu erhöhen und ein bisschen ist mir das auch gelungen, aber ganz und gar nicht in der Dimension, wie ich mir das vorstellte und schon gar nicht in der letzten Zeit.
Beruflich brauche ich immer mal wieder das eine oder andere Zitat von Frauen, damit die Männer nicht so sehr überwiegen und ich denke, anderen Menschen, die dabei ein wenig auf Ausgewogenheit schauen, geht es ähnlich wie mir: es ist die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Deshalb wäre ich wirklich froh, wenn sich noch ein paar Mitstreiterinnen anschließen.
Falls nicht, dann mache ich alleine weiter und denke an den Tropfen, der den Stein höhlt.
Beharrlichkeit ist eine meiner Tugenden. habe ich das schon mal erwähnt?
Vor einigen Tagen sprach ich es in der Sammelmappe schon mal an: Es gibt mehr Zitate über Frauen als von Frauen. Das ist ärgerlich, zumal Wikiquote mit seinen Löschkriterien ähnlich rapiat ist, wie die Wikipedia. Jetzt habe ich mir kurzerhand meine eigene persönliche Sammlung von Frauenzitaten angelegt. Wenn jemand mithelfen will, sie auszubauen, es gibt die Möglichkeit, die Rechte dazu freizuschalten.
Im Moment ist sie noch mager, aber das kann sich ja ändern.
Nachtrag: Ich habe schnell den Wiki-Anbieter gewechselt, mit dem komme ich besser klar.
Für mich malt Francis Bacon das gültige Bild dessen, was in der Welt geschieht. Die Menschheit erbricht sich in eine Toilettenschüssel, und man sieht ihr nacktes Hinterteil.
Zitat von Patricia Highsmith
Ist mir doch egal – oder: Warum quietscht der Mückenschiss so laut?
Wie oft habe ich den Satz früher gehört: Ist mir doch egal. Mit zuckenden Schultern und knatschiger Stimme. Ist mir doch egal.
Heute sagt das mein Mensch mehr. Nicht mal die Menschen, denen alles egal ist. Ist mir doch egal, ist kein Statement mehr.
Heute hat jede und jeder zu allem und jedem eine Meinung. Und was für eine Meinung!
Jede und jeder weiß über alles und jeden etwas zu sagen.
Immer und überall – habe ich noch vergessen.
Ich muss immer schmunzeln, wenn mich Leute nach meiner Ansicht zu dem Dschungelcamp oder Big Brother oder zu dem Kram fragen. Sie warten immer darauf, dass ich ganz entsetzt bin. Sie denken, dass ich ganz entsetzt sein muss, dabei kann ich gut verstehen, warum diese Formate so hohe Einschaltquoten haben. Meine Verwunderung gilt dann eher den Sendungen wie Bauer sucht Frau oder Promidinner.
(Hihi, ich zähle hier alles auf, was ich noch nie gesehen habe.) Trotzdem weiß ich, dass es diese Sendungen gibt, denn meine halbe Timeline kuckt die. (nur beim Dschungelcamp schweigt die Timeline)
Und jeder hat eine Meinung dazu und nie würde jemand auf den Gedanken kommen zu sagen: Das ist mir doch egal.
Irgendwie ist die Zeit des Statements: „Das ist mir doch egal“ verloren gegangen. Und das gilt nicht nur für das Beispiel Fernsehprogramm.
Seltsam, ich hätte nie geglaubt, dass ich sie mal vermisse. Die miesepetrigen Typen, die ständig die Achseln zucken und sagen: Ist mir doch egal.
Wenn ich dich brauche
finde ich dich dann
Schön ist das Bloggen. Vor allem, weil es immer wieder erfreuliche Überraschungen mit sich bringt.
Da blogge ich damals in sentimentaler Stimmung über die verlorene Musik der Jugendzeit – und schwupp passiert etwas.
Zuerst kommt das Nest und bloggt den ganzen Text von „Singspiel – Wenn ich dich brauche, finde ich dich dann“. Ein bisschen später meldet sich jemand vom anderen Ende der Welt und fragt mich, ob ich die Datei haben möchte.
Singspiel ist im Internet sonst nirgends zu finden. Hab alles auf und ab gesucht. Im Nachhinein ein blöder Name für eine Gruppe, denn man findet alles mögliche; nur nicht die Musikanten von damals.
Schön ist es jedenfalls, die alten Lieder zu hören.
Ein Eintrag extra für Mathematik-Allergikerinnen und Allergiker. Vielleicht hilft die homöopathische Dosie ja gegen die Allergie?
Die Mathematik gehört zu jenen Äußerungen menschlichen Verstandes, die am wenigsten von Klima, Sprache oder Traditionen abhängen.
Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg
Nein, da würde ich wiedersprechen, die Mathematik ist ganz und gar nicht unabhängig von Traditionen. Im Gegenteil: Mathematik ist durchaus abhängig von der Tradition, in der sie ausgeübt wird. Sie ist auch nicht unabhängig von der Kultur in der sie praktiziert wird – und da ist die sogenannte Ethnomathematik nicht das einzige Beispiel.
der isla-volante-literaturpreis 2011 geht an darja stocker
darja stocker, geb. 1983 in zürich, theaterautorin. hospitierte am theater an der sihl, zürich, wo ihr erstes stück “koma” uraufgeführt wurde. regieassistentin, teilnahme am dramatikerInnentreffen der bundesakademie wolfenbüttel sowie am “dramenprozessor” am zürcher theater an der winkelwiese (uraufführung des stückes “nachtblind”; es erhält 2005 den ersten preis des heidelberger stückemarktes). seit 2006 studiert sie szenisches schreiben an der universität der künste in berlin. jüngstes mitglied von AdS, autorinnen und autoren der schweiz.

isla volante literaturpreis 2011
Es geht hier auch nicht darum, einfach mal ein paar Männer durch Frauen zu ersetzen. Die Zahlen sind lediglich Abbild eines Systems, dass sich aus historisch gewachsenen Ungleichheiten speist.
weiter bei der Mädchenmannschaft
Augen wie Steine
oh, das klingt hart
aber sieh doch
und nimm dich dabei
in Acht
da gehen die Menschen
wie Roboter die Straße
entlang
Reiz sie nicht:
sie steinigen dich
werfen dich tot
Wer sagt von sich schon er sei ein materieller Mensch? Wenige Menschen. Mein Leben spielt sich zu einem nicht geringen Teil in virtuellen oder vergeistigten Welten statt. Denn wenn ich es recht sehe, kann auch das Tagträumen zu den virtuellen Lebensräumen zählen.
Insofern stehe ich ihr nicht immer nah, der materiellen Welt.
Aber ehrlich gesagt: Ich habe einen großen Respekt vor ihr. Die materielle Welt, ist die, die ich von überall her holen kann. Die die Menschen zu Sklaven machen kann. Die materielle Welt ist, manchmal hinterrücks. Ab und an gemein und fast immer ungerecht.
Vor allem kann sie unheimlich dominant sein. Das sind alles Gründe genug, sich die materielle Welt nicht zum Feind zu machen.
Manchmal pflege ich sie nicht genug. Dann kann es passieren, dass ich ihr Opfer bringen muss.
In den letzten 24 Stunden einen Kochtopf als Brandopfer, die Tischplatte trägt jetzt das ewige Mal der Vergesslichkeit und den Haarschaum habe ich den Feen und Nixen, die die öffentlichen Badenanstalten beschützen geopfert.
Jetzt sollten die Göttinnen der materiellen Welten aber vorübergehend befriedigt sein.
Claudia Februar 1st,2011
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