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Wer harte Rätselnüsse mit IT-Bezug mag, ist auf dieser Seite gut aufgehoben. Kreatives Kopfzerbrechen ist da angesagt.
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„Wie müsste man leben, dachte ich mir, um zu dem, was man gerade denkt, zu passen.“
Herztier, Herta Müller
So lange es Blogs gibt, wird es Menschen geben, die nach dem Sinn des Bloggens fragen, bzw. welche die ihn in Frage stellen und es wird auch immer Menschen geben, die Fragen, woher man die Zeit nimmt. Je länger man selbst bloggt, desto schwieriger wird es diese Fragestellung zu verstehen, weil Bloggen so selbstverständlich zum Leben dazu gehört, das es scheint, als könne man sich auch fragen, woher man die Zeit zum Atmen nimmt. Antje Schrupp hat die Frage dennoch beantwortet und wie immer, wenn sie etwas antwortet, ist es lesenswert.
Seit ich blogge ist eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden, woher ich denn die Zeit dafür nehme. Das finde ich interessant, weil ich subjektiv nämlich gar nicht den Eindruck habe, dass ich fürs Bloggen allzu viel Zeit aufwende. Objektiv, also wenn ich mir das Ergebnis anschaue (mehrere Posts pro Woche), kann ich es aber natürlich nicht leugnen: Ja, ich wende viel Zeit dafür auf.
Antje Schrupp über das Bloggen
wir sollten eine Initiative starten, 100 Jahre Frauentag 2011! Waere dabei
Das ist die Antwort von Thorsten Schäfer-Gümpel auf meinen Twitter-Seufzer:
Es gibt mehr Zitate über Frauen als von Frauen.
So sprachlos sind wir doch nicht? Wahrscheinlich waren wir es früher auch nicht. Trotz Unterdrückung, Isolation und ohne Bildung.
Der Frauentag wird in diesem Jahr tatsächlich 100 Jahre alt.
Das Wahlrecht haben wir schon lange, aber die öffentliche Sprachlosigkeit zu überwinden, das wäre schon was.
Wo geht es lang? Das ist die Frage, die Nadine sich stellt und sie spürt, dass sie sich weit von ihren Eltern entfernt hat. Wo geht es lang? Ist eine Frage, die sich jeder Mensch jeden Tag stellen kann. So selbstverständlich wie viele Menschen tun ist der Weg unserer Gesellschaft nicht vorgegeben.
Neulich sprach ich mit meinen Eltern über soziale Problemlagen. Meine Mutter versuchte zu argumentieren, dass ein_e Arzt_Ärztin immer besser bezahlt werden muss als eine Putzkraft. Wegen des Weges, den die entsprechende Person bis zu diesem Berufsstatus zurücklegt. Ein langjähriges Studium (beispielsweise) soll sich also am Ende bezahlt machen. Putzkraft kann schließlich jede_r.
Tja. Kann wirklich jede oder jeder Reinigungskraft? Oder Gastronomie? Oder LKW-Fahren? Spricht da nicht eine Überheblichkeit?
“Wenn Homosexualität eine Krankheit ist, dann lasst uns alle bei der Arbeitsstelle anrufen und uns queer melden: ‘Hallo, ich kann heute nicht arbeiten, ich bin noch queer!’” – gefunden auf awesome.blogsport.de.
via Mädchenmannschaft
In Angela Leinens Buch „Wie gewinnt man den Bachmannpreis – Gebrauchsanweisung zum Lesen und Schreiben“ unerwartet auf die folgende Passage gestoßen:
„in mehreren Untersuchungen berichten ALS (Amyotrophe Lateralsklerose)-Patienten über eine zum Teil erstaunlich hohe subjektiv empfundene Lebensqualität trotz ihrer starken physischen Einschränkungen.“
Und schon ist sie wieder da, die Erinnerung. Was war das für eine Zeit! Mit einem Schlag war die Krankheit da und immer war die Krankheit einen Tick schneller, als wir hinterher springen konnten und mit der Krankheit kam diese Intensität. Dass das Leben einfach das ist, was jetzt läuft. Alles was jetzt nicht passiert, passiert nicht mehr. Nie mehr und kann nie Erinnerung werden.
Eine grausame Krankheit, die keine Hoffnung lässt. Eine gnädige Krankheit, die nicht vortäuscht, dass es einen Kampf gibt, den irgendwer gewinnen könnte.
Nur pures Leben.
Empört Euch! „Das Interesse der Allgemeinheit soll über dem Interesse des Einzelnen stehen, die gerechte Verteilung der Früchte der Arbeit soll wichtiger sein als die Macht des Geldes.“ – Stéphane Hessel
Hessels Heft wurde in Frankreich in einer Auflage von 900.000 Exemplaren gedruckt. Es liegt an den Zeitungskiosken neben der Kasse. Die Leute kaufen es wie verrückt. Die Schrift eines Greises, der sie an ihr Gewissen erinnert. An ihre Werte. Und der sie zur Empörung aufruft gegen ein System, in dem Gewissen und Werte wenig zählen.
Ich habe mir Tschick gekauft.
Damit ich was zum Lesen habe, ehe der nächste Eintrag folgt.
Im Krimi heißt es immer: Er hatte keine Feinde. Trotzdem ist der „Er“ schon tot. Also hatte er doch einen Feind. Einen der ihn aus dem Weg schaffen wollte. Bei Frauen ist das irgendwie anders. Die haben keine Feinde. Die werden entweder von ihren Freunden, von ihren Ehemännern oder von ihren Ex-Lovern umgebracht. Das scheinen per Definition keine Feinde zu sein. Aber zum Ausgleich sind Frauen nicht vor Feindinnen gefeit, die zicken immer gegenseitig. Sind sich gegenseitig gleichwertige Feindinnen.
In meinem Leben ist das anders. Da tritt immer mal wieder eine Feindin oder ein Feind auf. Bisher immer ohne Mordgelüste – so hoffe ich, vielleicht war die Mordlust aber auch nur durch die sozialen Barrieren gezähmt. Meine letzte Freudlektüre kratzte stark am Lack meines beharrlichen Glaubens an das Gute im Menschen, seither will mein Unterbewusstsein nicht in jeder Situation die Ungefährlichkeit der gepflegten Feindschaft einsehen.
Meine Erfahrung ist, dass das Leben der Abhängig-Beschäftigten immer Feindschaft mit sich bringt. Mal mehr, mehr weniger. Aber latent doch immer. Zu stark ist der emotionale Druck der durch diese Form der Beschäftigung ausgeübt wird. Da trifft Ehrgeiz auf, Ehrgeiz, Arroganz auf mangelndes Selbstbewusstsein, da trifft die Gier nach finanzieller Bereicherung auf die Notwendigkeit den Lebensalltag zu bewältigen, da treffen Menschen Tag für Tag aufeinander, die sich gegenseitig wie Zündhölzer anstecken. Da gibt es Reibung, Hast und Unaufmerksamkeit. Da gibt es alles, womit sich Menschen gegenseitig die Hölle bereiten können.