Mobbing-Flüstertüte

die laue Mobbing-Flüstertüte
wird verschämt aus der Ecke gekramt
von allen Seiten betrachtet
zum Spaß in Betrieb genommen
und dann erst auf Hochglanz poliert

welch’ Zauberkraft geht von ihr aus
das Mobbing-Gesäusel verstärkt sie im Chor
gemeinsam im Rhythmus, im Takt mit ihr
wird der ungleiche Kampf eingeläutet
im Zeichen der Solidarität

nun zeigt die Mobbing-Flüstertüte
endlich die Kraft, die in ihr steckt
bringt die Welt ins Wanken
begleitet das Schlingern des Opfers
bereite voll Mitleid den Gnadenstoß vor

die Mobbing-Flüstertüte
wird beschämt in die Ecke gestellt
das Opfer stellt sich ganz von alleine

schachmatt

Jobcenter sanktionierte Schwangere auf Null Euro

Mir gefällt es nicht in einem Land zu leben, in dem Schüler wegen einem Schulaufsatz denunziert werden, aber mir gefällt es noch weniger in einem Land zu Leben in dem ein angebliches „Interesse für die Allgemeinheit“ besteht, einer schwangeren Frau die ALG-Leistungen zu verweigern, weil sie keinen Job annehmen möchte, der ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht zugemutet werden kann.

Nein, das gefällt mir ganz und gar nicht.

Sascha Lobo ist ein Feminist

so bezeichnet er sich jedenfalls selbst in seiner Antwort auf Annina von Girls Can Blog, die sich wundert, dass er bei dem SPON Kolumnen Projekt mit der merkwürdigen Gender-Schlagseite teilnimmt.

Könnt ihr ruhig lesen, über die üblichen Kommentartrollen, die bei diesen Themen immer auftreten, einfach hinweglesen. Geht nicht anders.

terrorverdächtiger Schulaufsatz

Wir leben in einem verrückten Land – und es wird immer verrückter und konfuser. Vor allem wird es immer gefährlicher für seine Bürgerinnen und Bürger. Der Terrorwahn durchdringt es immer mehr.

Im Juni 2008 sollte Celik im Fach „Werte und Normen“ der Oberstufe eine Arbeit zum „Weltethos“ verfassen. Das Projekt des Theologen Hans Küng versucht, ein knappes Regelwerk aus den Grundforderungen aller Weltreligionen aufzustellen. Yasin Celik setzte sich kritisch mit dem Klausurstoff auseinander. Das Weltethos komme zu spät, schrieb der Schüler, man habe die Menschen bisher zu frei leben lassen, als dass sie jetzt ein solches Regelwerk anerkennen würden. Außerdem könne man einem Christen nicht plötzlich vorschreiben, Teile der islamischen Werte anzuerkennen, fügte Celik als Beispiel hinzu. Diese Formulierungen ließen die Lehrerin offenbar annehmen, Celik beschäftige sich mit radikalem Gedankengut. Ein Trugschluss. „Ich missachte Terrorismus in jeglicher Form“, sagte der Schüler am Mittwoch der HAZ: „Hätte sie mit mir gesprochen, wäre das alles nicht passiert.“ Doch die Lehrerin suchte nicht den Kontakt zu dem Heranwachsenden. Stattdessen schickte sie der Polizei einen Brief mit Anschuldigungen.

zum Artikel

via annalist

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Liebesgedichte

Ein Band Liebesgedichte bedarf keiner besonderen Erklärung oder Rechtfertigung, auch wenn – oder gerade weil – neuerdings oft verbreitet wird, es gebe Keine Liebesgedichte mehr.

Erich Fried

das Gedicht als Teil der Biografie

Den Augenblick festgehalten, das Gefühl gut aufgehoben – kaum lese ich die Zeilen, lebt ein Stück Erinnerung wieder auf. Da liegt es vor mir ausgebreitet: Mein Leben. Festgehalten in Worten. In Lyrik verpackt.

Mehr als auf Fotos kann ich mich in meinen Texten wieder erkennen.

poetisch-politisch

Peter Handke begann seine Büchnerpreisrede mit der Frage:

Wie wird man ein politischer Mensch?

und beendete die Rede mit der Frage:

Wie wird man ein poetischer Mensch?

Das ist eine gute Frage: Wie wird man ein poetischer Mensch?

Monika II

erster Teil
So sehr sich Kerstin auch den Kopf zerbrach, sie kam nicht weiter mit dem Geheimnis des schlafenden Mädchens. Sie war sehr wütend darüber, dass der Opa ihr so eine Lüge erzählte. Jedenfalls machte sie jetzt immer einen großen Bogen um sein Haus. Oder besser gesagt, sie vermied die Straße am Dorfrand so gut es nur ging.
Dabei war sie vorher so gerne zu dem Opa gegangen. Nicht nur Sonntags; aber Sonntags war es am Besten, weil Sonntag sonst so langweilig, öd und anstrengend war. Kerstin hatte Sonntags ihr Kleidchen an und durfte sich nicht schmutzig machen. Michi war bei seiner Patentante am Ende der Straße und die Eltern wollten ihre Ruhe haben.
Zwei Stunden in der Woche könnt ihr uns doch mal in Ruhe lassen, sagte Mutter oft. Es kann doch nicht sein, dass du immer dann auf Toilette musst und wieder klingelst, wenn wir uns nach dem Essen Sonntags mal hinlegen. Read the rest of this entry »

Was macht eine Stadt aus?

Muss eine Stadt schön sein? ix kommt zu dem Schluss, das muss sie nicht:

ist es nicht vielleicht so, dass die attraktivität einer stadt mit deren hässlichkeit steigt? oder moderater gefragt: kann einer gut funktionierenden stadt hässlichkeit überhaupt etwas anhaben? new york ist, wie berlin, abgrundtief hässlich. und trotzdem liebt jeder diese beiden städte. oder genauer, jeder hass-liebt beide städte.

Er bezieht sich über den Artikel der FAZ über das Spreedreieck.

Ein-Wort-Gedichte

gibt es auch. Bei mir im Heft stehen ein paar. Aber die sind geheim.
Vielleicht habt ihr auch ein paar Ein-Wort-Gedichte?