Ich zerbreche mir den Kopf. Suche einen Titel für einen zweiten Lyrikband. Zweimal war ich schon nah dran. Aber wie heißt es so schön: Knapp vorbei ist auch daneben. Bei mir raucht und qualmt es. Tag und Nacht rauschen die Gedichte durch meine Träume, durch meine Gedanken, durch mein Wesen. Ich werde den Titel finden. Das weiß ich ganz sicher. Ich weiß es, aber ich weiß nicht, wie ich hingelange. Ans andere Ufer, wie ich ihn finden kann. Weiß nur: Ich muss weiter suchen. Darf nicht aufgeben. Er wird sich von mir finden lassen und wenn ich ihn finde, dann erkenne ich ihn. Dann weiß ich sofort: Er ist es. Den oder keinen.
In all dem Qualm hab ich ein Gedicht von Inge Müller gefunden. Der Traumatisierten, die im Krieg drei Tage verschüttet war, ehe sie geborgen wurde.
Ich steh mit einem Bein im Grab
Was mach ich mit dem zweiten.
Ich muss dich doch begleiten
Ich hack das erste ab.
Boah, das ist heftig. Da geht es mir durch Mark und Bein.
Das Büchlein „Der kommenden Aufstand“ beschert dem Buchhandel neue Aufmerksamkeit – der Polizei. Jetzt starten linke Buchläden eine Kampagne gegen Razzien zum Artikel
Ein akademisches Manifest für linke Militanz: „Der kommende Aufstand“: Es gibt nur noch Verzweiflung, aber keine Ausreden mehr, kein Außerhalb und kein Ausweg. Das kapitalistische System ist total geworden. Dennoch – kein Aufruf zur Gewalt.
Heute Abend ist es soweit. Da kommt die letzte Doppelfolge der Kommissarin Lund in der 2. Staffel. Die Reihe der Verdächtigen ist unheimlich weit gestreut. In der Umfrage sind aber nur zwei Figuren mit wirklich relevanten Werten dabei. Das ist Ulrik Strange – der Kollege von Sarah Lund – und Major Christian Søgaard. Der Unheimliche, der mit der Frau von Jens Peter Raben angebändelt hat.
Wenn es Ulrik Strange wäre, dannn wäre ich genauso enttäuscht, wie in der ersten Staffel, als plötzlich Jan Meyer tot war. So geht das doch nicht, die Guten dürfen doch nicht sterben.
Mal sehen, wie es heute aus geht. Ich bin gespannt.
Die Tage vergehen still und intensiv. Die Worte wachsen an, sammeln sich.
Worte wagen ist ein guter Titel. Ein Untertitel findet sich viel schwerer. Noch fehlt die zündende Idee. Es gilt im Unbewussten zu graben – oder ihm zu lauschen. Vielleicht flüstert es mir den Untertitel noch zu.
Mehr Freude im Herzen als von außen sichtbar ist. Leise Freude. Stilles Glück. – Mach die Götter nicht aufmerksam.
Manchmal ist es nicht einfach, das Leben als Tante. Nicht dass ich mich darüber beschweren will, nein das nicht. Von all den Rollen, die mein Lebenswegweiser mir zugewiesen hat, ist mir die Tantenrolle doch die liebste. Ich nehme sie auf und lege sie ab, ganz wie ich es möchte. Richte mich darin ein oder baue sie aus, wie es mir gefällt.
Die gestrige Nacht habe ich dieser Tantenrolle gewidmet. Es war wie früher, wenn ich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen habe. Bald ist das Werk vollbracht. Hihi und ich habe meinen Spaß daran. Jetzt hoffe ich nur, dass dieser blöde Kurier mir keinen Strich durch mein wunderbare Planung macht. Das wäre nicht fair!
Deshalb kann ich noch Menschen brauchen, die mir die Daumen drücken. Fürs Tantenglück.
Ich habe mir das Video noch nicht ganz angesehen. Damit ich es nicht doch noch verpasse, binde ich es hier in die Sammelmappe ein. Susanne Baer wurde erst die letzte Woche kurz vor dem Kongress der Grünen in das Verfassungsgericht berufen.