Mein Auge
mein Auge
hält sich fest an dir
du schwankst noch?
es ist nur die
Oberfläche
mein Auge
hält dich fest in dir
spürst du nicht?
Ich halt dich fest
mein Auge
hält sich fest an dir
du schwankst noch?
es ist nur die
Oberfläche
mein Auge
hält dich fest in dir
spürst du nicht?
Ich halt dich fest
Vielleicht sind wir tatsächlich an einem Punkt, wo sich der Begriff „Feminismus“ in die Reihe der „verbrauchten Worten“ einfügt. An einem Punkt, wo „Feminismus“ zu einem Wort geworden ist, das nichts in Bewegung setzt, sondern im Gegenteil reflexartigen Schlagabtausch provoziert und uns daran hindert, über das zu sprechen und nachzudenken, was eigentlich wichtig ist.
Vielleicht hat sie Recht, die Antje Schrupp.
Die Erhöhung des Bullshit-Faktor – das merke ich mir.
Der Titel ist ein Kompromiss. Ich gebe zu: Ich wollte nicht schreiben – Frauen gegen Frauen.
Da vertreibt die Bundesfamilienpraktikantin ihre Stammtischreden und es antwortet die – nein ich schreib jetzt nicht – Ikone der Frauenbewegung.
Nein, in diese Falle gehe ich nicht. Schreibt und redet was ihr wollt: Wir gehen unseren Weg – und er ist jeden Tag auf’s Neue eine Herausforderung, aber verdammt noch mal: Ich gehe jetzt nicht mehr 30 Jahre zurück. Ich fange nicht noch einmal von vorne an.
Vielleicht empfiehlt euch ja jemand eine gute Dokumentation, da könnt ihr euch einlesen; das hätte für uns den Vorteil, wir müssten nicht alle Diskussionen immer wieder aufs Neue ernst nehmen, wie dieses denkwürdige Geschichte vom Murmeltier.
Wer mag schon Murmeltiere?
Sechs zu vierzehntausend. Sechs Tote im Verhältnis zu 14000 Menschen, die auf der Gorch Fork ausgebildet wurden.
Mir kommt das zu viel vor.
Und wie viel wurden gedemütigt? Wie viele wurden verletzt und traumatisiert?
6:14000 Mir kommt das zu viel vor.
Ich bin dann mal weg und da und da und wieder weg und zwischendurch komme ich auch wieder vorbei. Bewegung tut gut heißt es, ich bin mir nicht sicher, ob diese Sprüche immer so stimmen.
Aufgewacht bin ich etwas bedeppert – oder zerdeppert – im Traum ist mir mein iPhone zerbrochen. Darüber war ich ganz entsetzt.
(Im Wendland geht der Protest weiter. So stark wie nie ist der Widerstand. Manchmal flammt Hoffnung auf, der Gedanke, die Menschen würden sich nicht immer weiter verschaukeln lassen.)
Ich bin auch manchmal eine Frage, die an die Welt gerichtet ist –
Manchmal bin ich auch nur eine Frage, die an mich selbst gerichtet ist. Aber mit den Antworten happert es auch manchmal, denn im Antworten bin ich nicht besonders gut. Nicht im großen und nicht im kleinen.
Zu viele Ungereimtheiten bleiben.
Vielleicht ist das gut.
„Habt ihr denn nicht gewusst, dass es in ganz Europa keine Endlager gab, als der Castor damals rollte?“
„Doch, aber es gab ja ein Zwischenlager und ein Endlager war auch geplant.“
„Es gab ein Zwischenlager? Aber es gab noch nur die Halle aus Beton? Wusstet ihr denn nicht, dass das kein geeigneter Ort für mehrere 1000 Tonnen Atommüll ist?“
„Doch, aber die Brennstäbe sollten doch im Salzbergwerk untertage endgelagert werden.“
„Endgelagert – meintet ihr wirklich, dass es eine Möglichkeit gibt radioaktiven Abfall 327.000 Jahre so zu verstecken und zu verstauen, dass nichts passiert? Oder wurdet ihr belogen?“
„Nein, wir wurden nicht belogen, aber es gab doch das geplante Lager …“
„Aber ihr habt doch bestimmt versucht zu verhindern, dass die Politik sich einfach über die Bedürfnisse der Menschheit hinwegsetzte?“
„Einige haben versucht den Zug zu verzögern…“
„Das waren doch bestimmt hunderttausende, die an den Gleisen waren und gegen den Wahnsinn demonstriert haben.“
„Das waren Aktivisten aber der Ruf der friedfertigen Demonstranten litt unter den Provokateuren, die die Gleise schotterten.“
„Der Ruf litt? Weil Menschen, die bestimmten, dass mehrere Tonnen radioaktiver Müll in ein Betonlager verbracht werden, friedfertiger sind, als die Gleiseschotterer?“
Was habt ihr damals nur gemacht? Ihr habt uns die Welt gestohlen! Vielleicht für 1 000 000 Jahre.
neue Worte wagen
mit Mut und Verstand
mich meiner Stimme
vergewissern
nicht nur für dich
nicht nur an hellen Tagen
laute Worte wagen
klar und deutlich
orientiert
am Schlag der Herzen
nicht nur für mich
nicht nur an hellen Tagen
wahre Worte wagen
am Anfang wie am Ende
laut gesprochen
neu gedacht
nicht nur für uns
nicht nur an hellen Tagen
Auf Twitter die These gefunden, dass Praktikantinnen und Praktikanten in den Bundesministertien kein Geld erhalten, weil das gesamte Budget für die Bundesfamilienpraktikanten drauf geht.
Wahrscheinlich ist das tatsächlich so, denn die Aussage, dass die Ministerien mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler achtsam umgehen muss, ist doch ein bisschen weit hergeholt. Das kann ja wohl nicht sein. Ich wünsche mir als Steuerzahlerin, dass die jungen Menschen von heute im Berufsleben willkommen geheißen werden. Mit Geld, mit Vergütung und dem Respekt, den sie verdienen.
Aber was soll man schon erwarten von Menschen, die Feministinnen mit Lesben verwechseln und Lesben mit Feministinnen – und überhaupt, die nicht zu wissen scheinen, dass der Gendergap – also der große Unterschied bei der Bezahlung der Geschlechter – nicht zwischen verschiedenen Berufsgruppen berechnet wird, sondern innerhalb von Vergleichsgruppen.
Na, so was. Aber zu viel Intelligenz tut dem konservativen Image nicht gut. Die müssen immer noch etwas unter ihrem Stammtisch agieren.