Das Internet macht’s möglich. Vor ein paar Jahren hätte man nicht daran gedacht sich so etwas auszumalen.
Die israelische Altertumsbehörde und der Internetkonzern Google starten gemeinsam eines der ambitioniertesten Projekte in der Digitalisierung antiken Schriftguts. Sie wollen rund 30 000 Fragmente der berühmten Schriftrollen vom Toten Meer für das Internet aufbereiten.
Und wer ist mit dabei?
Gestern lief der Film von Roberto Benigni wieder auf arte. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen ihn nicht zu sehen. Eigentlich. Denn dieser Film erschüttert mich jedes Mal auf’s neue. Er ist so stark wie das Leben. Er zeigt die Grausamkeit des Faschismus, aber auch dass es so wichtig ist, die Fahne der Liebe hoch zu halten. Die der Mitmenschlichkeit – und des Humors.
Als der Film 1998 herauskam war er eine Sensation. Kann man über das Leben im Konzentrationslager eine Komödie drehen? Darf man das?
Offensichtlich kann und darf man das und es gelingt auch. So sehr, dass ich davon immer wieder erschüttert bin. Die absurde Szene zum Beispiel mit dem blauen, jüdischem Pferd. Das geschändete Pferd mit dem Guido dann plötzlich die zukünftige Braut entführt oder die, in dem der Zug ins Grauen noch mal angehalten wird oder oder oder.
Wahnsinn. Das Leben ist tatsächlich schön und die Liebe tief und der Faschischmus dumpf und der Horror grauslig. Das Leben ist so, weil wir so sind. Weil wir das Leben sind und deshalb ist es wichtig, den eigenen Platz zu kennen und an ihm festzuhalten. Es ist ganz egal, wenn manche Menschen meinen für Humor, für Ehrlichkeit, für Liebe könne man sich nichts kaufen. Es ist wichtig, bei sich zu bleiben.
Ganz besonders für die Kunst ist das wichtig. Ich bin jeder Künstlerin und jedem Künstler dankbar, der dieser Welt eine weitere kleine Insel hinzufügt. Oder eine Musiksphäre, oder ein Land der Phantasie oder was auch immer.
Die Kunst – solange es sie gibt, solange traue ich mich zu träumen.
heute
und nicht nur heute
atmet es sich schwer
leichter wäre es
wenn die Luft dünner wäre
hauchzart
hauchfein
ein Hauch von Leben
ausgehaucht
Wäre doch mal schön einen Malwettbewerb zu starten. „Mal mir ein Deutschland“ oder auch „Mal mir dein Deutschland“.
Für die, die nicht malen können würde auch „Bastle mir ein Deutschland“ gehen. Mit Lego oder mit Playmobil. Ja, ich merke schon. Ich bin etwas betagt. Vielleicht ginge es auch moderner „Gestalte eine deutsche Sim“. Wie auch immer. Es ginge darum zu zeigen, wie sich die Menschen Deutschland vorstellen.
Was käme dabei raus? Ein blau-weißes Oktoberfest-Land? Ich kann es mir nicht vorstellen? Für mich wären die Flüsse wichtig. Die Flüsse und die Wälder, die Eisenbahn, die Städte, die Dörfer. Die Universitäten, die Kindergärten, die Ruinen, die Neandertaler, der Sternenhimmel, Schornsteine, laute Stimmen, besserwissende Menschen, Windräder und Weizenfelder.
Wahrscheinlich habe ich noch tausend Sachen vergessen.
Winnetou. Den darf ich nicht vergessen. Der ist auch Deutscher – und trotz Genderbewusstsein gefällt mir der besser als Ronja, die Räubertochter. Für die bin ich wahrscheinlich wieder zu alt.
Nachtrag: Viel lieber als Deutsche bin ich Europäerin, Pfälzerin, Mathematikerin, Träumerin, Schwester, Tante, Reisende, Arbeitertochter, und vieles mehr
hat viel Leid in die Welt gebracht. In der Vergangenheit und immer noch in der Gegenwart.
Es ist neu, dass den Menschen, die ohne es aus kommen, der Weg gewiesen wird. Raus aus Deutschland. Denn da sind wir Ungläubigen nicht mehr erwünscht.
Die Nachdenkenseiten berichten darüber.
Montag früh. Der Reigen geht weiter. Noch eine Runde, noch eine Runde. Das Karussell hat kein Erbarmen. Es dreht sich immer weiter, macht nicht Halt vor dem Schwindel derer, die nicht mehr mit können.
Abspringen. Manchen gelingt das Abspringen. Aber dann wartet ein anderes Karussell. Schneller, höher, weiter, steiler. Eine neue Runde, ein neues Bauchgefühl.
Jede dritte Arbeitnehmerin und jeder dritte Arbeiternehmer werden aus psychischen Gründen erwerbsunfähig. In wenigen Jahren werden es jede zweite und jeder zweite sein.
Die Warnung ist raus. Steht groß dran: Mitfahren auf eigene Gefahr. Einsteigen auf eigene Haftung.
Wir alle sind für uns selbst verantwortlich. Aber können wir die Verantwortung auch übernehmen?
vielleicht ist es mir zu lange gelungen
geheim zu halten
dass ich eines Nachts
klammheimlich
vor lauter Lachen
ins Lager der Narren
gekugelt
bin
Die Bäume schillern so bunt, da wirkt nicht mal der Nebel grau. Noch ist es Oktober und langsam versöhne ich mich mit dem Gedanken, dass jetzt Platz für Herbst und Winter sein muss.
Benoît B. Mandelbrot ist verstorben. Der mit den bunten Fraktalbildchen und der Mandelbrot-Menge.
Meine Wäsche wirbelt in der Waschmaschine hin und her und ich werfe jetzt gleich einen Blick auf das Wetter im Süden. Und Einkaufen gehe ich auch gleich. Aber vorher will ich noch etwas Träumen.
Dazu gibt es ja das Wochenende: Traumzeit.
Vorhin einen Blick auf den Kalender geworfen und festgestellt: Das Jahr geht dem Ende entgegen. Die Zeit schmilzt dahin. Eine Erkenntnis, die immer wieder neu wirkt und doch so banal ist.