Streik

Die einen sagen, für den Streik hätten sie ja Verständnis, aber nicht für das Bahnchaos hier. So ganz ohne Züge und Auskunft. Die anderen meinen, es trifft die falschen, denn nicht die Bahn sondern die Politiker seien doch für die Löhne zuständig.
Und dann gibt es noch die, die sagen: die streiken doch andauernd, deshalb könne man kein Verständnis haben.

Ich sehe schon: Die demokratischen Grundrechte in einer Marktwirtschaft sind mittlerweile Expertenwissen. Da sind die Zusammenhänge irgendwie so schwer zu durchschauen.

Dabei könnte doch alles so einfach sein, wenn ich die Aussagen richtig verstehe: Wir schaffen das Grundrecht auf Streik ab, die Politik schenkt den Lohnabhängigen einen gerechten Lohn und die Großkonzerne beschäftigen sich ausschließlich mit ihrem menschen- und umweltfreundlichen Geschäft.

Morgen

Morgen wartet also das Bahnchaos auf mich. Hmm, bin mal gespannt, ob ich dahin komme, wo ich hin will. Wo ich hin muss.
Heute war der Himmel so blau. Ein Versöhnungshimmel, der den goldenen Oktober antäuscht. Allerdings gelänge ihm die Täuschung etwas besser, wenn er mit mehr Wärme daher käme. So bleibt es nicht aus, dass er immer wieder mit dem Winter verwechselt wird. Nur die Bäume, die sind noch bunt und leuchten hell. Hell, wenn die Sonne es sich überlegt hat und endlich am Himmel aufgeht.

Ihr merkt schon: Ich bin etwas zickig dieser Tage. Schwer zufrieden zu stellen. Will alles auf einmal und alles gleich. Jetzt und sofort.
Möglich, dass das ein gutes Zeichen ist.

Für mich, meine ich. Nicht für den Herbst und noch weniger für den Oktober. Der muss noch üben. Vielleicht kann er es bis zum nächsten Jahr besser – und falls nicht? Nun ja, dann hat er bestimmt noch einen Versuch.
Morgen habe ich jedenfalls ein anderes Thema. Mal sehen, wer dabei etwas lernt. Ich befürchte schon jetzt, das werde ich ausschließlich selbst sein.

Porque te vas

Hoy en mi ventana brilla el sol
Y el corazón se pone triste contemplando la ciudad
Porque te vas

Schnell wie der Wind

bin ich nie gewesen – und trotzdem hetze auch ich ihm manchmal hinterher. Ein erfolgloses Unternehmen, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber irgendwie besteht immer Ansteckungsgefahr, die Umwelt dreht das Tempo hoch und alle hetzen hinterher. Selbst dann wenn es gar keinen Sinn mehr hat. In der Arbeit gehört es schon fast zum guten Ton. Alles muss laut und schnell wirbeln. Das Ergebnis interessiert fast nicht mehr. Jedenfalls nicht das routinierte Ergebnis. Nur manchmal, da geht etwas schief und jeder fragt: Wie hat das passieren können?

Blöde Frage. Manchmal sollte man sich eher fragen, wie kann unter diesen Umständen noch so viel gut gehen? Aber da wäre ich beim zweiten Tabu-Thema. Das Thema Fragenstellen. Fragenstellen ist das große Tabu im Arbeitsleben. In-Frage-Stellen ist ein Out-Kriterium. Wer In-Frage stellt ist sofort weg vom Fenster. Wer Fragen stellt wird vielleicht nur abgestellt. Auf dem Nebengleis oder in der Kälte.

Warum Frauen nicht alleine aufs Klo gehen

Der Link wird gerade auf Twitter herum gereicht. Zum Lachen und ein bisschen zum Augen verrollen.
Manchmal ist es schwer, das Frauenleben.

Mobile Textkulturen

Irgendwie fühle ich mich gleich zu Hause. So geht es oft bei mir. Unterwegs und zwischendurch schreiben – sonst bliebe wohl gar keine Zeit zum Schreiben. Oder auch keine Ideen, keine Schreibanlässe. Wie so oft, bin ich auch heute wieder neidisch. Weil die große Stadt das bietet, was die kleine nicht bieten kann.

Ob freiwillig oder erzwungen – Mobilität prägt zu Beginn des 21. Jahrhunderts unseren Alltag. Und so entstehen auch Texte immer häufiger unterwegs: am Laptop, am iPad oder am Handy. Welches Potenzial hat diese Entwicklung für die Arbeit von AutorInnen?
Bei dem internationalen Symposium “Mobile Textkulturen” (vom 22.-24. Oktober 2010 im ICI Berlin) diskutieren über diese Frage BloggerInnen, JournalistInnen und WissenschaftlerInnen aus Deutschland sowie Australien, Großbritannien, Japan, den Niederlanden und Südafrika.

Draußen

ist es eher Winter als Herbst.

Die Welt erzählt nichts Neues und doch sind des nicht die gleichen Menschen, die jeden Tag an Armut und Hunger sterben. Es klingt immer gleich und trotzdem sind es jedes Mal andere Menschen, die in den Fluten ertrinken, von Antipersonenminen (was für ein Wort!) in Stücke gefetzt werden. Jedes Mal wird ein anderes Schicksal getroffen, werden andere Familien ausgerottet wie jetzt wieder beim Ausbruch der Cholera.

Und dennoch: Klingt es meist nicht wie eine ewige Leier. Das Unglück der Welt, es wirkt immer und immer weiter fort. Niemand kann es aufhalten. Die Welt ist eben so.
Ist sie so, die Welt? Sind die Menschen halt so?

Das erinnert stark an den Spruch: Wenn Gott es nicht so gewollt hätte, dann wären die unfreien nicht in Abhängigkeit geboren. Oder oder Negation. Gott will das so und die Menschen haben sich danach zu richten.
Das war eine feine Sache. So was konnte man früher sagen und sicher sein, dass alles so blieb wie es war: gottgewollt.

Und trotzdem hat sich einiges verändert. Die Welt kann halt doch anders sein. Sie kann immer anders sein. Sie kann sich verändern, so wie Menschen sich verändern können.
Auch zum Guten.

Kommissarin Lund

Warum sagt mir das keiner?
Die zweite Staffel von Kommissarin Lund kommt am Sonntag. Plötzlich und unerwartet – aber immerhin: Sie kommt. Das Verbrechen II. Mit zwei Jahren Verspätung.
Ich will mich nicht beschweren. Würde mich gar nicht trauen, sonst verschieben sie es noch mal. Also lieber nicht.

Ich bin gespannt. Vielleicht seid ihr es auch?

Geschäftsidee Kinderlieder

Aha, da gab es doch tatsächlich noch eine GEMA-freie Ecke: Die Kindergärten. Aber sie singen doch jeden Tag.  Die Kinderchen. Wahrscheinlich in der Leitkultursprache Deutsch. Aber vielleicht auch ab und an in einer anderen Sprache. Egal. Musik ist Musik und wo die Musik spielt, da ist die GEMA nicht weit.

Nein, das ist kein Witz.

Alle meine Centchen: GEMA kassiert bei Kindergärten

Über 50 Euro für ein paar Kinderlieder – solche Rechnungen werden deutsche Kindergärtnerinnen bald öfter bekommen. Denn die GEMA will aus urheberrechtlichen Gründen für die Kopien von Liedtexten in Kindergärten abkassieren. Die Alternative: Die Erzieherinnen schreiben Text und Melodie für die Eltern einzeln per Hand oder mit dem Computer ab.

·  Rechtsanwalt Markus Kompa ·  Lupe, der Satire-Blog ·  Just my ·  F!XMBR

Zeitenwechsel

Kalt und dunkel ist es morgens. Immer noch finde ich es befremdlich, dass die Sommerzeit so lange in den Herbst hineinreicht. Eine merkwürdige Erfindung. Langsam finde ich mich aber auch ab mit der Aussicht, dass mir jetzt ein paar Monate die Wärme und das Licht fehlen wird. Es lässt sich alles in Zahlen fassen. Noch zehn Wochen Arbeiten dann ist Weihnachten. Wenn Weihnachten ist, ist Pause. Dann folgt der Jahreswechsel. Vielleicht folgt ein unspektakuläres Jahres. Hoffentlich. In der Zwischenzeit kann ich mich mit dem Leben beschäftigen. Am liebsten auch unspektakulär.

Ich glaub mein Stoffwechsel hat schon auf Winterzeit umgestellt. Immer mit der Ruhe ist mein Motto – und bloß nicht von der Hektik außen rum anstecken lassen.