Kindheit

Blätter rauschen
und rascheln die Kindheit
herbei
der Wind, der Wind
das himmliche Kind
die Blätter
rascheln
die Seele um den Verstand

Die Losung heißt: pssst!

Leise schleiche ich mich hier rein in die Sammelmappe. Nicht zu viel Zeit, flüstert die Stimme in mir. Verbring nicht zu viel Zeit damit. Du hast noch dies zu tun und das. Du brauchst Ruhe. Denk dran! An die vielen ausgebrannten Seelen, an den Wahnsinn um dich herum.
Mach langsam, sei leise und unauffällig, denk an deine tausendundeins Pflichten.
Vertrödel nicht deine Zeit. – oder doch: Mach das: Entspann dich! Ruh dich aus. Lass die Finger von der Kiste. Reg dich nicht auf.
Misch dich nicht ein.

Wie heißt die Losung?
pssst!

Lebenskunst

Gestern lief auf 3sat eine Dokumentation über die Prinzhorn-Sammlung. Obwohl ich schon so viel von der Sammlung gehört habe, hätte ich mir nie vorstellen können, was für tolle Kunstwerke zu der Sammlung gehören. Staunen. Nichts als staunen kann ich darüber. Schade, im Netz ist leider nicht viel davon zu sehen.
Die Sammlung Prinzhorn, die weltweit bedeutendste Sammlung bildnerischer Werke von Psychiatriepatienten, hat seit ihrem Entstehen Anfang der 1920er Jahre nachhaltigen Einfluss auf die psychiatrische und therapeutische Praxis. Auch die Kunst der Moderne, namentlich Paul Klee, Alfred Kubin, Max Ernst und mit ihm die surrealistische Bewegung, begeisterte sich für die Werke der „Irrenkunst“, die der Heidelberger Arzt und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn (1886 – 1933) in seinem Buch „Bildnerei der Geisteskranken“ 1922 publizierte. Prinzhorn gilt als Wegbereiter neuer Therapieformen, vor allem der Kunsttherapie. Sein Ansatz, den Werken von Anstaltsinsassen einen Wert beizumessen, war ein mutiger erster Schritt auf einem damals noch unbekanntem Terrain. Noch zur Zeit Prinzhorns gehörten Maßnahmen wie Arretierung, Gewaltanwendung und Isolation zum Klinikalltag.

3sat begleitet mit Dokumentationen den Start der Ausstellung Weltenwandler in der Frankfurter Schirn. Aber leider sind auch auf der Seite der Schirn, keine guten Beispiele zu sehen. Vielleicht finde noch an einer anderen Stelle etwas über die Outsider-Kunst. Sie ist wirklich berührend und eindrucksvoll.

Hier noch ein 3sat-Link zur Prinzhorn-Sammlung.

Fünf Euro zum Schämen

Auf fünf Euro Erhöhung des unsäglichen Hartz-IV-Geldes hat sich die Regierung jetzt geeinigt. Mit diesem Kleckerbetrag wollen sie die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes erfüllen. Das ist die eine Seite. Die, die mir eh schon schwer zu schaffen macht. Die andere Seite ist die, wie stark der „Konsenz“ ist, die Leistungen z.B. bei den Bildungsausgaben nicht als Geld sondern als Sachleistungen auszuzahlen.
„Darüber sind wir uns ja alle einig“, hieß es heute morgen in der Politrunde. Genau. Da sind sich alle einig. Dass so ein bisschen Kontrolle, Unfreiheit und Misstrauen den Menschen ohne Arbeit nicht schaden kann. Sind es doch alle Verlierer, die gezeigt haben, dass sie in unserem System ganz unten landen.

Es gab eine Zeit, da war das Wort Menschenwürde Bildungsgut. Junge Menschen können sich an diese Zeit wahrscheinlich gar nicht mehr erinnern. Sachleistungen, Suppenküchen, Tafeln sollen Menschen an der Gesellschaft teilhaben lassen?

Es wird Zeit für ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Höchste Zeit.

(Ach ja, das Unterschichtenblog gibt es auch noch. Obwohl ich müde bin. Sehr müde.)

Herbstlich

Den Herbst kannte ich früher nur als Jahreszeit in der die Blätter gelb wurden und dann abfielen. Bunt waren nur die Blätter, die wir als Kinder auf unseren Bildern malten.
Hier ist die Landschaft ganz anders. Wochenlang lässt sich der Herbst Zeit und die Landschaft verändert sich fast täglich.
Herbstlicher Garten am Hang

Onlineumfrage zu Arbeit und Umfeld

Caroline, die derzeit an der Goethe Universität in Frankfurt promoviert, sucht noch Teilnehmer für Ihre  Onlinestudie zum Thema „Subjektives Erleben von Arbeit und sozialem Umfeld“. Wenn Ihr ihre Forschungsarbeit unterstützen möchtet, folgt diesem Link und beantwortet ihre Fragen. Zum Dank wird  ein Amazon-Gutschein verlost.


via Girls Can Blog

Die Wahrheit

„Es liegt im Wesen jeder Zensur, dass man von den unerlaubten Dingen das, was unwahr ist, eher sagen darf als die Wahrheit.“

Hat Freud geschrieben. Irgendwo in der Traumdeutung. Ich habe es abgeschrieben. Einfach so. Vielleicht schreibt es sich ja jemand hinter die Ohren. Obwohl, die von denen Zensur ausgeht, die sind resistent gegen die Wahrheit. Oder doch eher allergisch?

Nachtrag:
„Das Denken ist ein probeweises Handeln mit kleinen Energiemengen.“
Das hat er auch geschrieben. Aha, sage ich dazu. Klingt einleuchtend. Das Denken ist also etwas für faule Leute.

Ist das ernst gemeint?

Ist das wirklich ernst gemeint? Ich komme nicht dahinter.

Schreiben ist Leben

Schreiben ist Leben. Eine ständige Unzufriedenheit. Doch man lernt so unglaublich viel. Und das ist vielleicht das Wichtigste.

Das hat sie schön gesagt.

Wenn ich jetzt

einen Blogeintrag schriebe, dann klänge er vielleicht übellaunig. Oder besserwisserisch. Möglich wäre auch, dass er einen hochnäsigen Einschlag hätte oder gelangweilt wirkt.
Das wäre möglich. Durchaus.
Deshalb verschone ich euch lieber. Denn es gäbe noch die Möglichkeit, dass mich der Blick aus dem Fenster inspirierte – und ich kann euch sagen, da draußen, da sieht es gar nicht gut aus.
Ganz und gar nicht.

Nein, ich lass das lieber. Ich verweigere mich.
Aber nur kurz.
Ganz kurz. Kann ja sein, dass die Blogverweigerung auch schon unter Strafe steht. Oder unter sozialer Ächtung.