Knapp überlebt. Vorübergehend. Noch nicht gerettet. Die Schmerzen sind zum Wände hochlaufen. Trotz Rettungsversuch.
So oder so ist das Leben, heißt es. Heute besonders schmerzhaft.
Danke für die Solidaritätsbekundungen. Ab morgen werde ich mich alleine stellen müssen und zehren von dem Freundlichkeitsvorschuss.
Claudia April 20th,2010
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Einer der besten Vorträge, den ich bei der re:publica gehört habe, war der von Felix Schwenzel mit den anrüchigen Titel „Warum das Internet Scheiße ist“. Auf Zeit-Online ist der Artikel zum Vortrag unter dem etwas seriöseren Titel Ist das Internet dumm, oder sind wir es? zu lesen.
Ein Vortrag mit Wow-Effekt. Als Artikel unspektakulär und weise. Oldschool, wie Anne Roth schreibt.
Ganz egoistisch wünsche ich mir ein paar Daumendrückerinnen und Daumendrücker. Für Montag und Dienstag.
Motto: Ein Herz für Ängstliche.
Ich habe es geschafft! Das Universum ist wohlbehalten mit mir zusammen zuhause angekommen. Gut verpackt vor den Unbillen der Reisen in Zeiten von flugzeugfreien Himmeln.

Achtung! Vorhang auf – – – Hier ist es: Das Universum

Und hier noch mal ganz ohne Verpackung. Leider mit ein bisschen zu viel Sonnenlicht von der Seite. (Denn ich bin leider keine Künstlerin und bin froh, wenn ich es schaffe, wenigstens nicht immer meinen Daumen mit zu fotografieren.)

Was das ist, das erkläre ich später. Es ist etwas zum Lieben. Mein Glück und mein Sonnenschein.


Danke, Johanna.
Dieser Abend, diese Nacht
sie könnte, sie könnte
mit dem Lied der Nächte
enden
Dieser Abend, diese Nacht
sie könnte
in der Liebe der Welten
versinken
Dieser Abend, diese Nacht
sie könnten
ganz plötzlich
in hellen Farben
strahlen
Dieser Abend, diese Nacht
sie verspricht sich
den Seelen und den Träumenden
Da ist sie wieder: Die Frauenfrage, die Frauendebatte.
Ja, was soll ich sagen? Sprachlos bin ich und muss meine Worte erst wiederfinden. Andere schleudern die Worte offensichtlich nur so heraus, wie Munition – und das ist es genau: Munition, die verletzt.
Und wenn mich jemand verletzten will, dann möchte ich mich schützen. Das ist die Reaktion darauf. Blöd und doof wird es für mich, wenn mich andere wegen diesem Schutz dumm ansehen: Was ist das für eine: Trägt einen Schutzhelm, dabei hatte ich doch noch nie einen Sturz. Die andere schützt sich mit Sonnenschutz, dabei hatte ich noch nie Hautkrebs.
Ist die auch doof?
Nee. Doof ist nur, dass wir uns immer und immer erklären müssen. Die Trolle, die Bösen Männer, das sind nicht alle Männer, nicht alle Mächtigen, nicht alle Gewaltphantasten. Da gibt es so viele andere Männer – und Frauen. Aber sie hören unsere Klagen nicht. Sie sehen nicht, dass sie Stellung beziehen sollten. Dass sie uns helfen können, wenn sie genauer hinsehen. Genauer hinhören. Wir brauchen euch! Wie auch andere Menschen uns brauchen. Immer wenn jemand in die Ecke gedrängt wird, in der er – in unserem Fall sie – nicht hin will.
Aufstehen, hinsehen, Stellung beziehen.
Das ist einfach, mensch muss es nur machen.
Aufnehmen. Das ist wichtig für mich. Ich nehme gerne Stimmung auf. Atmosphäre, Ideen und Gedanken. Im Moment bin ich ein Gefäß, das randvoll ist mit Erlebnissen und Eindrücken – und ich bin so froh und glücklich, dass ich es geschafft habe, mir diese Tage für die re:publica frei zu schaufeln. Trotz alledem und überhaupt.
Wahrscheinlich wird es mir nicht gelingen, die Vorträge hier in der Sammelmappe aufzuarbeiten, dazu geht es zu sehr rund in den nächsten ‚Tagen. Der Alltag. Ihr kennt das. Für mich selbst ist es wichtig, dass ich mich an ein paar Highlights erinnere. Ich habe alles in mich aufgesogen und in mich aufgenommen. Die Kommunikation ist da vielleicht etwas zu kurz gekommen. Ich kann es nicht besser und bin auf Brücken angewiesen.
Aber bevor sich alles verflüchtigt will ich die schillernden Glasscherben zusammensammeln.
Nishant Shahs Vortrag war einer davon:
Nishant Shahs Vortrag war spannend vom ersten Augenblick bis zum letzten. Allerdings war er auch unglaublich schnell im Reden. Huch, da fühlte ich mich wie weg gerissen, mitgenommen – und dann wieder die Tempowechsel, als er die Videos zeigte. Da hielt der Atem still – bei dem Bitte-Bitte-Video oder alles lockert sich bei dem Matt-tanzt-sich-durch-die-Welt-Video.
Ich war hin und weg – und finde es schade, dass ich nicht die Zeit finden werde, über all die Highlights zu bloggen. Aber ich habe sie aufgenommen.
Dank an Euch und Dank an Nishant Shah!
Das andere Geschlecht – Sexismus im Internet hieß die Veranstaltung, die im Raum so betulich dahin plätscherte – und im Internet total aus den Fugen geriet.
Was soll ich dazu schreiben? Das Patentrezept heißt, es immer wieder anzusprechen. Aber das macht müde und ist auf die Dauer langweilig. Es ist immer wieder die gleiche Mühle und zum Schluss steht ein Mann auf, der sagt: „Ich weiß gar nicht, was ihr meint. An welcher Stelle im Netz fühlt ihr euch denn jetzt diskriminiert?“ An dieser Stelle fühlt frau sich wie in der Geschichte mit dem Murmeltier. Alles zurück auf los und wieder von vorne anfangen.
Ein Leben lang. Mein Leben lang. Aber dazu wird mir mein Leben langsam zu schade. Jetzt sind mal die anderen dran.
Ich ziehe mich jetzt einfach raus, wenn es um mich herum sexistisch wird.
Nachtrag: Ich bin dann mal woanders, schreibt Antje Schrupp. Sehr klug, sehr weise. Aber es ändert nichts daran, dass frau ab und zu auch mal da sein will.
Wir haben den Kollegen schon getadelt, hieß es an der Rezeption. Wie kann er nur ein kaufmännisches Und in die Kennung für das WLAN einbauen? Wie sollen wir das unseren englischsprachigen Gästen erklären?
Ich musste innerlich grinsen: Ob meine Kolleginnen an der Rezeption auch manchmal so über mich sprechen?
Ich hoffe doch nicht. Aber der Kollege hat auf alle Fälle meine Solidarität.
Claudia April 15th,2010
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Jetzt habe ich mich erst mal in mein Zimmer zurück gezogen. Mein Gott, ist das überall voll auf der re:publica. Die zwei Vorträge, die ich heute morgen anhörte, waren unspektakulär und lässig vorgetragen. Wohltuend lässig. Das Forum Community-Management kam flachbrüstig und mit wenig Tiefgang rüber. Vielleicht weil das Thema weniger Tiefgang verdient, als wir alle immer wieder meinen, wenn uns die Trolle gerade mal wieder zum Narren halten.
Das Feedback liest sich vielleicht etwas nöllend. Ich bin trotzdem angetan: von der Stimmung, von der Konzentration auf die Themen. Es hat was.
Nur mich verfluche ich. Weil ich die Maus vom netbook nicht mitgenommen habe. Obwohl ich sonst gut mit dem Touchpad arbeiten kann. Hier ist es einfach ein Graus. Der Mauszeiger bleibt andauernd hängen und markiert selbstständig. ‚Wieder mal am falschen gespart.