Nein, ganz und gar kein Spaß ist alles, was mit Gewalt zu tun hat. Nicht nur am 1. Mai und nicht nur in Berlin. Gegen Gewalt hilft auf die Dauer nur eins: Gewaltlosigkeit und das Ächten von Gewalt. Keine Aufgabe in einer Gesellschaft, die Gewalt in vielen Varianten akzeptiert.
engl bringt es auf den Punkt. Oder die Punkte. Die neuralgischen Punkte:
die gewalt sitzt locker mitunter, im fußgelenk oder im mausklick. alles nur spaß, ich weiß. doch das kommt auf die perspektive an.
ebenso unterschiedlich wie wir Menschen. Manche langsam und verzweifelt, andere unvermittelt und plötzlich, andere spucken als Gespenst in Ketten noch lange in unseren Köpfen herum und wissen nicht, dass sie schon lange gestorben sind, verflucht obendrein, damit sie nicht zur Ruhe kommen und die Ewigkeit sie quält.
Die Parallele zu unseren Träumen ist nicht zu übersehen. In den letzten Jahren erhöht sich die Quote der Träume, die zu erst in geistiger Umnachtung enden, bevor sie zu Grabe getragen werden. Selbst dem Kommissar Wallander erspart sein Schöpfer Mankell nicht dieses harte Schicksal. An Alzheimer wird er erkranken.
Da haben es meine Träume nicht ganz so schlecht.
Zitiert der Schockwellenreiter die junge Welt und trifft es ziemlich genau im Kern. Wir sind alle Griechinnen und Griechen und werden über den Tisch gezogen. Die meisten merken es nur noch nicht. Was merken sie überhaupt, frage ich mich manchmal.
Und was werden sie sagen, wenn sie später gefragt werden:
Habt ihr nicht gewusst, dass so viele Menschen hungrig sterben?
Habt ihr nicht gewusst, dass Öltanker auslaufen und Öltürme explodieren können?
Habt ihr nicht gewusst, dass radioaktives Material nicht ökologisch abbaubar ist?
Habt ihr nicht gewusst, dass Menschen verletzlich sind und dass man Geld nicht essen kann?
Was habt ihr denn gewusst?
Ich lese gerade das Buch Wintergewölbe von Anne Michaels. Ein Traumbuch im Sinne von „ein Traum von einem Buch“. Jedenfalls für mich. Da plätschert die Liebe und die Erinnerungen dahin. Sorgsam und intensiv geschrieben. Wasser spielt eine Rolle, Kanäle und weise Menschen, die Geschichte der Menschheit und der Technik, die Faszination der Maschinen, die Nubier und der Nil, Pflanzen und Hitze, Verlust und Schmerz, Sehnsucht.
Wie für mich geschrieben.
Claudia Mai 2nd,2010
Literatur | tags:
Buch,
Lesen,
Literatur |
4 Comments
So steht es in unserem Grundgesetz. Ganz sicher steht es so in unserem Grundgesetz, denn sonst würden sie ja dagegen verstoßen: Die Beamten, die Ministerin, die Anstaltsleitung. Aber das würden sie doch nicht tun, sie sind doch vereidigt und verteidigen die Landesverfassung und das Grundgesetz.
Deshalb kann ich es mir nur so erklären: Die Würde der Frau ist antastbar, denn sonst wäre es doch nicht möglich, eine Frau während der Geburt anzuketten und sie unter männliche Beobachtung zu stellen!
Nein, das wäre nicht möglich, wenn es anders im Grundgesetz stehen würde.

Dieses Universum könnt ihr nicht mehr kaufen, denn das hängt schon bei mir an der Wand. Aber bei Johanna gibt es noch ein paar wunderschöne Universen zum Ansehen und Verlieben.
Ich denke nach über die Zeit vor einem Jahr. Veränderungen lagen in der Luft. Der Wunsch Weichen zu stellen. Für das Leben, für das Alter, für die Zukunft, gegen die Einsamkeit.
So viel schien möglich und gemeinsam witterten wir die neue Luft. Eine kitzelnde Spannung fühlte ich in mir und der Himmel war viel blauer als sonst, die Sonne wärmte mehr und ich blühte auf und spürte erst mit dem Entblättern der Blütenblätter, wie sehr ich gelitten hatte in all den Jahren „versauern in der Kleinstadt“. Ein Jahrzehnt lang das Beste daraus gemacht. Was hätte ich auch sonst machen sollen? Und plötzlich ging die Sonne auf: diese Ahnung der Freiheit und die Aussicht endlich wieder ins pulsierende Leben zurückkehren zu können.
Wie glücklich ich war.
Und dann der Schlag in die Magengrube. Das große gestelzte Theater. Die Aufführung der Verbündeten. Nein, besser nicht weiter schreiben.
In den letzten Tagen denke ich viel daran, wie nah die Veränderungen waren – und wie viel sich dann noch Schlag auf Schlag verändert hat. Gegenhalten, das war noch nie meine Stärke. Gegenhalten, hätte viel genutzt.
Claudia April 29th,2010
Gedanken,
Leben | tags:
Arbeit,
Gemüt,
Leben,
Seele |
3 Comments
Alle Welt sitzt draußen. Dort wird einem ganz warm – nicht nur ums Herz. Aber dort auch. Die Liebe, die Liebe. Sie wächst und gedeiht unter dem blauen Himmel in der strahlenden Sonne.
Sie flüstert sich die Welt entlang. Von Herz zu Herz – bis sie dein Herz erreicht.
(zaghaftes Liebesgeständnis für flammende Herzen in feuriger Frühlingssonne)
Gedanken pochen
hinter der Stirn
Lass uns raus,
schreien sie
und wissen doch
dass es kein
Ausweg gibt.
Nur pochen.
der Schmerz
heute fühlt er sich so anders an
wie hundert Schmerzarten
ein Schmerz
mit tausend Wunden
lauter kleine Schmerzwunden
es zieht
von unten nach oben in die Backe
ich spüre ihn von hinten nach vorne
oben links ist schon richtig
aber dort ist er überall
dort tobt er
mit Millionen kleinen Gesellen
feiert eine Schmerzparty
wild und ausgelassen nistet er sich
langsam bei mir ein
Das ist nicht das Alter, das ist der ÖRR, der es nicht nötig hat, zeitgemäßen Komfort zu bieten. Ich hätte…