Vom Loben und Preisen

in Literaturkreisen. Helene Hegemann hat den Preis nicht bekommen und alle reden drüber.

Andrea Diener zeigt mit dem Finger gekonnt auf die Wunde. Sie ist deutlich sichtbar, aber sie tun noch so, als könnten sie ihre Wunde zum Schönheitsmal erklären. Dazu bedarf es manch kreativer Um- und Zuschreibung.

Ihre eigene Aufmerksamkeit in den Feuilletons hängt doch davon ab, dass sie sich ab und an eine Lichtgestalt suchen, die ihr Herz erwärmt und ihnen ein Feuerwerk bietet. Dieses Mal ist es in die Hose gegangen. Da können sie sich noch schlängeln, wie sie wollen.

Internationaler Weltwassertag

Am 22. März ist wiedermal Weltwassertag. Da lassen wir uns dann wieder die Zahlen nennen. Die schlechten Zahlen, die schlimmen Zahlen, die Zahlen, die Leben, Krankheit und Tod bedeuten. Aber was können wir schon tun? Die Toilettenspülung reduzieren? Mir ist immer noch der Artikel mit dem prägnanten Titel a href=“http://dasmagazin.ch/index.php/es-gibt-kein-menschenrecht-auf-einen-swimmingpool/“>Es gibt kein Menschenrecht auf einen Swimmingpool in Erinnerung. Die Sammelmappe hat ihn leider verloren, aber der Link führt noch zum Interview mit (ausgerechnet!) Nestlé-Chef Peter Brabeck, der unpopuläre Maßnahmen für unseren Umgang mit Wasser fordert.
Ein Swimmingpool voll – das ist die Menge an Wasser, die jeder von uns an einem Tag braucht. Das meiste davon für die Nahrungsmittelproduktion.

Morgengrauen

Ich geniese die Zeit am Morgen. Die Zeit zwischen der Nacht und dem Aufwachen. Am liebsten würde ich sie lange, ganz lange hinauszögern. Vielleicht ist es die schönste Zeit an den Arbeitstagen. Sie gehört ganz zu mir. Ungeteilt. Wenn man davon absieht, dass der Schlaf sich manchmal noch ein Stück davon heimlich wegnimmt. Die Seele wandelt zwischen den Welten und grenzt sich noch etwas ab, wappnet sich gegen den Übergriff des Alltags, der sofort beginnt, wenn der Berg erklommen ist.

Mein Traumgespinst

Aufgewacht mit einem Traum im Kopf. Ein schwerer Traum, der sich quer über das Gemüt legt. Es ist nur ein Traum, beruhige ich mich. Nur ein Traumgebilde und du kannst dir selbst erklären, was der Anlass für den Traum war. Ganz einfach lassen sich die Zusammenhänge darstellen. Da war das Wort am Telefon, der Blick aus dem Fenster, die Reportage im Fernsehen und das leise Flüstern der beiden Frauen im Supermarkt. Ein Alltagsmix, der sich im Traum zusammengesponnen hat. Dichtes Traumgewebe. Nicht beachtenswert.
Aber warum hat sich das Traumgespinst nicht luftig und locker um die kleinen Alltagsgechicke gewunden. Nein, ich mag das nicht.
Schlimme Träume beleidigen meinen träumerischen Nachtstolz. Angenehm und sanft sollen meine Träume sein. Filligran und himmlich angehaucht.
So mag ich sie!

Frühlingserwachen

Ich würde euch heute gerne einen frühlingshaften Artikel über das Frühlingserwachen schreiben. Möglichst mit tausend farbigen Frühblüherfotos garniert. Aber leider, leider müsst ihr euch mit dem Frühling draußen vor der Tür begnügen.
Mein Kopf ist randvoll angefüllt, lässt sich nicht leeren, soll sich nicht leeren. Die Spannung muss ich noch etwas halten, damit das Adrenalin – oder was es auch immer ist – anhält bis die wichtigsten Punkte abgearbeitet sind.
Es steht viel an, einiges ist schon geschafft. Aber vieles will noch bewältigt werden.
Ich liebe meine Arbeit. Manchmal.
Und manchmal ganz besonders.

Leise, leise, leise

Das Leben ist so oft viel zu laut. Obwohl ich als Leisetreterin bekannt bin und vor Lärm zurückschrecke, begegne ich den Lärmreklamatoren mit Skepsis. Wer sich über den Lärm beklagt, beklagt sich über das Leben.
Ein herrliches Vorurteil.
Eins, das ich mit Wonne lebe.
Denn rege ich mich nicht auf in den Schüler-Pendlerzügen, die vollgestopft mit Blechdosen-Musik sind? Selbstverständlich rege ich mich auf.
So ist das Leben: Es ist die Aufregung, wofür es sich zu leben lohnt.
C’est la vie!

Ich hoffe, es geht euch gut.

Nimm dein Glück in deine Hände

Ich gebe es zu: Ich bin eine Frau, die solche Sätze in ihre Kladde schreibt. Um mich zu erinnern. An das Glück – und dass es zu meinem Leben gehört. Manchmal.
Nein, ich meine nicht, dass ich mir mein Glück selbst verdiene. Glück verdient man sich nicht. Glück ist da oder nicht. Es liegt in der Luft oder im Leben aber manche Menschen greifen nicht danach, weil das Glück nicht so aussieht, wie sie es erwarten. Das ist dann Pech. Glückspech, sozusagen.
Nein, ich bin auch keine Anhängerin der Theorie: Das Glück gehört dem Tüchtigen. Überhaupt sind die Tüchtigen so selten glücklich. Ist euch das auch schon aufgefallen?

Glück hat jedenfalls seine ganz eigenen Regeln. Vielleicht sind es nicht mal Regeln. Manchen Menschen gelingt es viel besser, das Glück zu wittern, es festzuhalten, es zu geniesen, es ins rechte Licht zu setzen.
Anderen Menschen wiederum ist das Glück unheimlich. Gerade weil es so scheinbar ungerecht sich niederlässt, weil es so unberechenbar ist. Dann beschließen manche Menschen ganz auf das Glück zu verzichten. Sie wollen alles aus eigener Kraft schaffen. Ganz ohne Glück.

Das wäre nichts für mich. Ich mag das kleine Glück. Das ganz besonders.

Was zählen Kinder?

Wie zählen Kinder?
Was ist uns ihr Leben wert?
Früher zählten sie eindeutig weniger als heute. Ein Lichtblick, den ich gerne wahrnehme. Leider gilt es nicht für alle Kinder, aber das Verständnis dafür, dass man sie schützen muss, ist heute weiter verbreitet. Genau wie die Einigkeit darüber, dass Gewalt keine Erziehungsmethode ist. Wir sind ein Stück weiter gegangen in die richtige Richtung. Aber sind wir weit genug? Leider nein, denn sonst würden mehr Menschen aufstehen und sich einsetzen. Für das Wohlergehen der Kinder.
In den letzten Tagen ist viel von „aktiven Täterschutz“ die Rede. Da kommt viel ans Licht. Nicht nur die Mißbrauchsfälle selbst, sondern auch die beschämenden Vertuschungsversuche. Obwohl, das waren keine Versuche. Es ist ihnen gut gelungen alles zu vertuschen. Die Opfer kleinzuhalten, sie zurückzuweisen. Da waren nicht nur die Täter aktiv. Da war auch ein Umfeld aktiv. Was nicht sein darf, davor werden die Augen geschlossen. Da wird weggekuckt. Damit man sich nicht schämt – und muss sich doch jetzt um so mehr schämen. Viel stärker schämen.
Was zählen Kinder? Es sind keine leeren Worte, wenn es heißt: Kinder sind unsere Zukunft. Kinder sind zu schützen. Immer und überall.
Von uns allen.

Hypatia von Alexandrien

Habt ihr es schon gehört?

„Agora“ widmet sich Hypatia von Alexandrien
Hypatia von Alexandrien war eine herausragende Mathematikerin und Astronomin. Ihre Schüler an der berühmten Bibliothek von Alexandria vergötterten sie. Anders die frühchristlichen Fanatiker. Sie steinigten sie. Der spanische Regisseur Alejandro Amenábar hat Hypatias tragisches Schicksal nun mit Rachel Weisz in der Hauptrolle verfilmt.

Die Kulturzeit berichtet gestern über den Film und der Regisseur Alejandro Amenábar sagt kluge Sachen.
„Aber man muss den Finger in die Wunde legen. Es ist völlig irrational. Es gibt keinen vernünftigen Grund, erst recht keinen religiösen, warum Männer Frauen überlegen sein sollten.“

Ich gestehe: Es wird trotzdem kein Film für mich sein. Hollywood, Geschichtsdrama mit Gewalt und Gedöns. Das ist nichts für mich. Trotzdem freut mich die Themenwahl.

Ach, könnte ich doch

Könnte ich doch
mit Worten
Seelen flicken
die Kümmernisse
wegradieren
das Leiden
einbalsamieren

Ach, könnte ich doch
mit Worten
die Welt verzaubern
die Leidenschaft
zum Glühen bringen
der Liebe
Leben einhauchen

Ach, könnte ich doch