Merkel bekennt sich zur Ostereierfarbe

Über Twitter gibt es zur Zeit die besten Links. Der Link über die Leidenschaft von Angela Merkel für ostereierfarbene Kleidung und die Vervielfältigung ihrer immer gleichen Handhaltung ist köstlich.

Luise Pusch schreibt diese Kolumne.

Das Beste findet immer dann statt,

wenn man nicht dabei sein kann.
Kommt mir das nicht immer so vor? Wahrscheinlich ist es eine dieser Täuschungen, die sich ganz einfach erklären lassen. Vielleicht damit, dass wir das, was wir nicht erreichen können höher bewerten, als das, das wir ohne Anstrengung erreichen können.
Gestern habe ich mir das re:publica-Programm angesehen und mit Entsetzen gesehen, dass ich Die feministische Netzkultur und die digitale Faszination verpasse. Am Schlimmsten ist natürlich Kathrin Passig Wie man Leuten nichts beibringt. Die hätte ich gerne mal gesehen oder besser gesagt, gehört.
Aber so ist das Leben nun mal: Ungerecht und undankbar. Ich muss also nehmen, was am zweiten und dritten Tag übrig bleibt – und das bei meiner Entscheidungsfreudigkeit. Das kann heiter werden.
Und ein Hotel muss ich mir auch noch suchen. Das steht auf meiner Oster-ToDo-Liste, gleich neben der Steuer und der Rede, die ich noch schreiben muss.

Wir ihr seht, meint es das Leben im Augenblick so gut mit mir, dass ich lange in den Krümeln suchen muss, um etwas zur Beanstandung zu finden.

Karfreitag

Da ist der lang ersehnte Feiertag. Freundlich lächelt die Sonne und verbirgt geschickt hinter dem Grad, dass sie draußen ein lächerlich kleines, einsames Plusgrädchen zu vergeben hat. Das Wetter schüttelt den Winter aus uns raus und wäscht ihn von unseren Seelen ab. Zum Glück für mich spült es auch so manche Pollen weg, mit dem Rest kann ich den Kampf aufnehmen und bin wenigstens nicht gleich ganz außer Gefecht. Da ich die Kreuzigung des Herrns nicht zelebriere, kann ich mich an diesem Tag ganz meinen profanen Bedürfnissen widmen. Da ist viel angefallen in den letzten Wochen, was getan werden will.
Die Herausforderungen nehmen mit den Jahren nicht ab, nein sie wachsen und ehe ich mich versehe, ist wieder eine neue da.
Nicht immer von mir herbei gesehnt und nicht immer mit leichtem Herzen getragen.

Frankfurter Grüne Soße

gab es heute am Gründonnerstag nicht bei mir. Aber der Bembelkandidat hat sich mit seiner Lieblingsspeise zurückgemeldet.
Willkommen im BloggerInnen-Ländchen, lieber Bembelkandidat.
Es wäre schön, wenn du uns wieder länger erhalten bleibst.

April, April

Das Wetter könnte mir dieses Mal als Gedächtnisstütze dienen, damit ich den ersten April nicht verschlafe. Meistens bin ich das beste Opfer für einen Aprilscherz.
Morgen bin ich vielleicht gewappnet. Wer weiß?
Der Regen schlägt gerade heftig an das Fenster, der Wind hat mich vorhin gut durch gepustet, die Sonne hat mich heute mittag hinter der Scheibe gut gewärmt – nur der Schnee hat sich bisher bei der Aprilmischung zurück gehalten.

Macht nichts. Das Bücherpaket ist angekommen, die Lektüre für die Feiertage gesichert. Ich kann mich in Ruhe nach den Hotels in Berlin umsehen und die Reise vorbereiten.
Es rückt näher.

Mit und ohne Schwung

Ganz ehrlich: Ich beneide die Menschen mit Schwung.
Und das Beneiden ist ganz weit von Neid entfernt. Ich genieße Menschen mit Schwung und Elan sollte ich vielleicht besser schreiben. Sie sind schön anzusehen, bereichern das Leben und wenn sie den inneren Schwung besitzen – im Gegenteil dazu gibt es ja auch noch den Marketingschwung und PR-Elan, den meine ich ausdrücklich nicht – nein, dieser lebendige Schwung, den andere Menschen wiederum Dynamik nennen, den mag ich — bei den Menschen mit Schwung. Nur bei mir – da bin ich ganz ehrlich – da müsst ihr auf den Schwung verzichten. Mich gibt es nur als schwunglose Leisetreterin in der älterlichen Variante.
Hach, was bin ich froh: Darf ich doch bleiben, wie ich es gerne mag. Schwunglos meine Aura ausstrahlend.

Ich bin heute gar nicht bescheiden.

Leben füllen

Sven ist unzufrieden mit seinem Leben und klagt darüber in seinem Blog. Wenn bei mir ein ähnlicher Eintrag in der Sammelmappe steht, kann ich drauf wetten – mache ich nie, weil ich den Zusammenhang immer erst im nach hinein sehe – dass ich zwei Tage später meine Periode bekomme. PMS nennt sich diese wirklich bedauerliche Erscheinung.
Daran kann Sven nicht leiden, er leidet an der Leere seines Lebens und überlegt wie er es füllen kann.
Wie füllt der Mensch sein Leben? Ich versuche mich zu konzentrieren und die Frage für mich selbst zu beantworten. Wie fülle ich mein Leben? Durch die Bewusstheit, dass es jetzt stattfindet. Nicht gestern, nicht morgen sondern jetzt, hier und heute. Leben füllt sich nur selten durch große Taten und dramatische Aktionen. Es füllt sich durch Lebenszeit. Jeder Tag, jede Stunde, jede Minute Lebenszeit füllt mein Leben. Jetzt könnte durchaus die Frage kommen: Ja, aber besteht nicht genau darin die Schwierigkeit? Der Alltag erfordert von uns, dass wir uns nach seinen Bedürfnissen richten, er stellt Ansprüche an uns, gibt den Takt vor. Da kann es vorkommen, dass man die eigene Melodie nicht mehr erkennt und nur noch auf die, die von außen her dröhnt, hört. Wenn man lange nicht mehr den eigenen Rhythmus spürt, fühlt man sich wahrscheinlich leer.
Dann ist es richtig zu sagen: Stop, bis hierher und nicht weiter.
Dann ist es Zeit, die Blümchen zu pflücken, die am Wegesrand stehen und sich die eigene Lebensgeschichte fort zuschreiben.

wenn ich dich brauche finde ich dich dann

Der Text geht mir immer wieder durch den Kopf und ich dachte es sei easy, das Lied und die Gruppe zu finden, die es vor dreißig Jahren aufnahmen. Ist doch immer easy in diesem Internet. Aber nein, da habe ich mich getäuscht. Die Gruppe hat sich damals den originellen Namen „Singspiel“ ausgedacht und darunter lässt sich alles finden, nur nicht das Lied. Dieses eine Lied. Das Lied aus den Tagen, als wir noch fest daran glaubten, dass Liebe etwas mit brauchen zu tun hat.

Aber das Leben hat uns unseren Irrtum gründlich beigebracht. Diese Lektion war schnell gelernt. Noch schneller die, dass es schwer war, jemanden zu finden, wenn man ihn braucht. Deshalb schallte mir das Lied auch oft wie Hohn im Kopf. Jetzt würde ich es gerne vor mich hin trällern – denn ich werde alt und eigen und sentimental – aber so ein Mist: Ich finde es nicht.

Der langsame Schritt

„Der langsame Schritt der nichts versäumt.“
Ich gehe ihn gerne, den langsamen Schritt. Warum auch nicht? Geboren im Zeichen der Schnecke passt er ganz gut zu mir. Nur in die Zeit, in die passt er nicht.
Die Zeit rast dahin und die Arbeit gibt einen Takt vor, der manchmal geradezu irrsinnig ist. Es hat keinen Sinn, den Takt komplett zu ignorieren. Sie wird dann zu einem schwarzen Loch im meinem Alltagsuniversum, in dem meine Energie verschwindet. Manchmal ist es eine Lösung einen ruhigen, pulsierende Quasar zusätzlich zu plazieren. (Einen Quasar, wie ich ihn mir vorstelle – denn beim nachlesen merke ich, dass der Wikipedia Quasar gar nicht so schön pulsiert, wie ich mir das wünsche.)
Nun ja, jedenfalls ist es gut eine ruhige, pulsierende Energiequelle an geeigneter Stelle zu plazieren.

Zur Not, nehme ich einfach mich.

Mein Herz

Die Wildgans tröstet mich durch mein Lieblingszitat: Wenn das Herz denken könnte, stünde es still.
Bis eben wußte ich nicht, dass ich des Trostes bedarf. Bedurfte. Wie auch immer.
Wenn das Herz denken könnte, stünde es still.
Ja, denke ich bei mir. Genau so ist es: Es stünde still, wenn es denken könnte: Mein Herz.
Aber es steht nicht still. Es pocht. Fast immer schnell, fast immer laut. Es gibt den Rhythmus vor. Auch den für die Gedanken. Sie werden laut, immer lauter. Schnell, immer schneller – und dann plötzlich wird es wieder still. Ganz still, ganz leise.
Es folgt den Gedanken, treibt sie an und läuft voraus. Alles, alles will das Herz. Wenn es denken könnte, stünde es still.