Tage wie diese

die Gedanken fallen
wortlos
durch die Ruhe der Tage

die Gefühle schwelgen
in Zeitlosigkeit

ich strecke
meine Hände vor mir aus
um die Stimmung abschöpfen
mit bloßen Händen
mein Gesicht
mit Atmosphäre zu benetzen

Tage wie diese

die Gedanken fallen
wortlos
durch die Ruhe der Tage
die Gefühle schwelgen
in Zeitlosigkeit
ich strecke
meine Hände vor mir aus
um die Stimmung abschöpfen
mit bloßen Händen
mein Gesicht
mit Atmosphäre zu benetzen

Reizarmut

Meine Stille-Konfrontations-Therapie wirkt schon. Ich merke wie frei mein Kopf jetzt ist, nachdem ich doch all die Wochen Schwierigkeiten hatte, das ständige Arbeits-Karussell darin zu unterbrechen. Reizarmut ist in diesem Fall für mich das Zauberwort. Ich lese, ich schreibe, ich lerne chinesische Zeichen, ich koche (!), ich esse, ich gehe zweimal am Tag raus, ich spiele das sinnfreie FarmVille-Spiel und regeneriere mich. Nein, meine Seele lasse ich nicht baumeln – diesen Ausdruck mag ich nicht, ich sehe dann immer meine erhängte Seele an einem Strick vor mir – aber ich lüfte sie aus, das gute Stück, denn die fremdbestimmte Arbeit nimmt sie doch so manches Mal kräftig mit. Ohne gut geplante Schonzeiten könnte ich das nie und nimmer überstehen.

don’t try to fly you know you might not come down


Es soll niemand sagen, in der Sammelmappe gäbe es nicht auch etwas Weihnachtliches für euch.
Ich habe Barcley James Harvest für euch ausgegraben. Die habe ich lange auf meinem IPod mit herum getragen. Ein Geschenk von der Freundin der vergangenen Tage. Jahre müsste ich schreiben. Huch, Jahrzehnte wäre auch nicht übertrieben.
Am besten gefällt mir das “Yeah” vor “For this we killed him nailed him up high he rose again as if to ask us why “. Aber nicht, dass ihr mich für sadistisch haltet. Es kommt an dieser Stelle so gut beim Berg hoch laufen.

Tage wie dieser

Soll ich den Tag vorbei gehen lassen ohne etwas in die Sammelmappe zu schreiben? Das könnte ich und vielleicht würde es nicht mal jemand bemerken. Außer mir – selbstverständlich.
Es war ein ruhiger Tag. Genau wie ich es mir gewünscht habe. Ganz ruhig und still. Ein bisschen musste ich an den Bembel denken, der vor zwei, drei Tagen wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist. Er hat einen harten, traurigen Tag heute. Das Leben kann so hart sein. Wir wissen das alle und trotzdem haut es uns um, wenn es mal wieder zu schlägt. Warum jetzt? Warum sie oder er? Auf die Warum-Fragen gibt es keine sinnvollen Antworten. Wir bleiben ohne Antworten.

Ich sitze zu Hause und spiele. Ja, ihr habt richtig gelesen. Die Nicht-Spielerin spielt auf Facebook Farmville. Ich atme die Stille und suhle mich in der Ruhe. Mein Kopf ist leer. Ganz leer und frei.

Sandspiele

Ich gebe es zu, der Schnee scheint im Moment nicht mein Element zu sein. Aber was mich fasziniert, das ist der Sand. Sandbilder gibt es in der Religion der Navajos (was frau als Hillerman-Krimileserin weiß), Jesus malte und schrieb oft in den Sand und viele Naturreligionen arbeiten mit Sand.
Vor ein paar Tagen brachte Kulturzeit einen tollen Bericht über eine junge Künstlerin aus der Ukraine. Eben bin ich im Kaffeehaus-Blog auf ein Video von ihr gestoßen. Seht es euch an. Ist das nicht ein Traum?

Idylle

Bin nicht dazu gekommen Fotos von der Idylle draußen zu machen. Es ist schön. Wunderschön. Jedenfalls wenn man von drinnen nach draußen blickt. Draußen ist es nicht so schön. Das Laufen ist gefährlich, die Winterstiefel mit Profil kann ich nicht mehr anziehen, weil ich eine enorme Blase an der Ferse habe, also schlittere ich die Hauptstraße entlang meinen Berg hoch und später wieder runter, ausgestattet mit allem was mein Kleiderschrank so hergibt. Morgen früh wird wieder anstrengend. Vielleicht gefährlicher als heute, da war es wohl eher die Angst. Die Furcht, das der schwache Fuss sich selbstständig macht.
Es fällt mir schwer abzuschalten. Die Idylle zu geniesen. Es ist, als wäre alles nur ein Film, der ausnahmsweise hier in dieser Kleinstadt spielt. Ein Film ohne meine Beteiligung. Warum sollte ich auch beteiligt sein? Bin eine schlechte Spielerin und schon gar keine Schauspielerin.
Morgen. Ja, was ist morgen?
Morgen – ist alles anders. Und doch gleich, denn warum sollte alles anders sein. Warum sollte etwas anders sein?
Morgen ist ein anderer Tag.
Passt gut auf euch auf. Ich pass auch auf mich auf.

Weihnachtsimmunität

Weihnachtsimmunität scheint irgendwie unbekannt zu sein. Es gibt die Weihnachtsfeierer und die Weihnachtshasser, die Weihnachtskritiker und die moralisch-ethisch-ökologisch-politisch-korrekten Weihnachtler – und nicht zuletzt gibt es die Gläubigen, die die Geburt Christi feiern. Selbstverständlich gibt es auch noch die Religionen, die ihre eigenen Feiern haben. Aber die Weihnachtsimmunität gibt es es anscheinend selten.

Ich bin nicht gläubig, ich bin kein Kind mehr, ich habe keine Kinder für die ich einen Weihnachtsbaum aufstellen muss. Ich habe mich einfach ausgeklingt aus dem Weihnachtsbrauch als ich erwachsen wurde. Zuerst weil ich eh jahrelang an Weihnachten arbeiten musste. Rund-um-die-Uhr Heiligabend bis zum Abschluss der Feiertage und später, weil mir nach den Jahren der Abstinenz nichts gefehlt hat. Wirklich nichts. Ich habe es ja schon angesprochen. Mir gefällt es jetzt sehr, frei zu haben an diesen Tagen. Es ist ruhig. Alle sind beschäftigt. Ich habe kein Problem damit. Es stört mich nicht. Nicht mal “Last Christmas”, im Gegenteil: wenn ich es denn doch einmal höre, dann summe ich mit.
Ich bin weihnachtstolerant und gleichzeitig weihnachtsimmun.
Ob mensch das weihnachtsungeneigt nennen kann?

Nachtrag: Mir kommt es so vor, als hätte ich um eine selbstverständliche Sache mit diesem Eintrag schon viel zu viel Gedöns gemacht, denn für mich gibt es dazu gar nicht so viel zu sagen. Außerdem feiere ich seit ich erwachsen bin auch die anderen Feste nicht. Nicht Silvester, nicht meinen Geburtstag und auch kein Jubiläum. Aber lasst euch nicht abhalten: Feiert was das Zeug hält! Solange es euch Spaß und Freude bereitet. Das Leben ist zu kurz, um sich von anderen etwas aufdrücken zu lassen.

Schnee, Schnee

Schnee, Schnee, Schnee. Das Schloss im Schnee und über ihm der blaue Himmel. Die Winteridylle von der ich Industrie-Heimat-Gewöhnte nie genug bekommen kann. Schön anzusehen der Blick aus meinem Fenster. Minus acht Grad. Zitter-bibber-zitter. Mir fehlen die Wollstrumpfhosen. Die wärmenden, nicht die die Frau Fragmente an ihren vergangenen Liebestagen an hatte.
Will ich raus? Will ich wirklich raus? Oder will ich nicht lieber weiter schreiben an meinem Autobiografie-Wiki? Das wächst und wächst – und mein Gott: Das wird nie jemand anderes lesen können, als ich selbst. Es liest sich anders als meine Kladden und selbstverständlich ganz anders als die Sammelmappe.

Ist die Erinnerung intimer als die Gegenwart? Gehört die Erinnerung mir ganz, während ich die Gegenwart noch teilen muss und die Zukunft noch unverbindlich am Horizont ihre Vorboten zeigt?
Wird das Erlebte intimer, dadurch dass ich es in mich eingekapselt halte?

Gemeingüter

Gemeingüter verschwinden erst aus der Erinnerung und dann aus der Realität.