Glück und Freude
Die Fiktion über das Glücklichsein. Manchmal ist YouTube eine Goldgrube.
Wir haben Vergnügen, wir haben Lust, aber wir haben keine Freude. Das sage nicht ich, das sagt Herr Fromm. Hört selbst!
Das Unbehagen in der Kultur
Die Fiktion über das Glücklichsein. Manchmal ist YouTube eine Goldgrube.
Wir haben Vergnügen, wir haben Lust, aber wir haben keine Freude. Das sage nicht ich, das sagt Herr Fromm. Hört selbst!
Das Unbehagen in der Kultur
Es ist schön, wenn andere Menschen mit mir fühlen. Selbst wenn es nur um so etwas Nebensächliches wie ein paar verlorene Texte geht. Die Idee etwas aus der Vergangenheit der Sammelmappe zurückzuholen, habe ich selbst nicht weiter verfolgt: Zu aufwändig, das ganze Vorhaben.
Trotzdem habe ich nach dem Hinweis per Mail gleich mal reingekuckt und musste ein bisschen grinsen. Das passt doch! Da schließt sich der Kreis, der sich vielleicht besser nicht geschlossen hätte – oder den das Schicksal unbedingt hat schließen wollen.
Die Sammelmappe endete sozusagen da, wo die Befürchtung begann. Witzig.
Ja, jetzt habe ich ein Plugin mitlaufen, das die Datenbank hoffentlich besser sichert, als ich das manuell gemacht habe.
Aber immer noch schmerzt mich der Verlust nicht so besonders. Seltsam, dass ich es so mit Fassung trage.
Vielleicht hole ich wirklich von Zeit zu Zeit einen der alten Beiträge zurück. Das Achiv reicht nur bis zum Mai 2008, aber immerhin. Manchmal ist es schön in der Vergangenheit zu kruscheln.
wird es werden bis die Sammelmappe wieder gemütlich und angenehm ist.
Aber was soll’s: C’est la vie.
Ich arbeite dran.
Ab und an ist es gar nicht schlecht, einen Neuanfang zu wagen.
So, jetzt hat es mich also erwischt. Besser gesagt: die Sammelmappe. Der gestrige Spontanentschluss die Sammelmappe auf einen anderen Sever umzuziehen, der mit einer höheren mySQL-Version läuft, kostet mich ein paar graue Haare und die Erkenntnis, dass mein Datenbank-Backup nicht so funktionierte wie es sollte.
Vor wenigen Wochen wäre das für mich der Super-Gau gewesen. Alles weg! Alle Einträge der Sammelmappe in den letzten drei Jahren verschwunden! Auf Nimmerwiedersehen – es sei denn, ich würde es noch mal mit einem Rückumzug versuchen.
Aber heute ist es gar nicht so schlimm. Neues Spiel, neues Glück – denke ich mir. Ihr müsst ein bisschen Geduld mit mir haben, bis ich rund herum wieder alles eingerichtet habe. Das Theme mit dem Federhalter behalte ich. Das gefällt mir und muss nicht zum alten Eisen.
Auf ein Neues!
Im letzten Eintrag schrieb ich über die Graswurzelbewegungen, die versuchen alternative Lebenskonzepte zu leben. – Was für ein Satz: Lebenskonzepte leben. Ich bitte um Verzeihung, mein Kopf ist schwer. Da mir das Leben wichtig ist, lasse ich es also zweimal stehen.
Andere Menschen sind konkreter und treffen Entscheidungen, stellen Weichen. Es gibt sie also noch: die Kommunen der alten Zeiten in neuem Gewand.
Als überzeugte Träumerin ziehe ich die Insel vor. Die unerschütterliche Insel, die hoffentlich nicht von Auflösung betroffen ist, aber die von geheimnisvollen Erschütterungen durchgerüttelt wird.
Immer wieder kommt dieses Leben dazwischen.
Das erste Jahrzehnt in diesem Jahrtausend geht zu Ende. Ich wollte das nur mal so festhalten für mich. Mein Gott, mit welchem Trubel wir damals in das zweite Jahrtausend hineingestolpert sind. Wie viel Aufregung und Spannung, ob auch wirklich alles gut gehen wird. Selbst ich habe mich im letzten Augenblick noch dazu verleiten lassen, die Badewanne voller Wasser laufen zu lassen. Wo ich doch schon so unvorsichtig war und keine Vorräte angelegt hatte. Und jetzt? Jetzt ist alles ruhig. Sehr ruhig. Bis auf die Furcht. Die Furcht vor der Krise, die Angst vor dem Terror, die Bedrohung durch die Klimakatastrophe.
Ein bisschen Aufregung könnten wir wahrscheinlich alle gebrauchen. Ein wenig Bürger-Aufregung und eine Prise Demokratie-Trubel. Oder auch einen Happen Volks-Aufständigkeit.
Aber es bleibt ruhig und ich tröste mich zum Schluss mit etwas Süßem.
Ich schreibe langsam, ich schreibe vorsichtig. Als könnte etwas zerbrechen. Ich bleibe auf dem starren Weg der Äußerlichkeiten, als bewahre mich das Fakten sammeln vor dem, was die Vergangenheit mit mir anrichten könnte. Es tröpfelt und tröpfelt schrieb ich gestern. Aber das beschreibt nur die Geschwindigkeit. Es ist wie ein Seiltanz ohne Netz und doppelten Boden, der zuerst noch auf der gestrichelten Linie auf dem Boden eingeübt wird – nur dass die Seiltänzerinnen sich mit der Höhe sicherer sind – ich übe auf der gestrichelten Linie am Boden und mein Herz pocht, weil es die Höhe ahnt.
Gar nicht so leicht sich an die eigene Autobiografie zu wagen. Gar nicht so leicht, die Erinnerungen einzusammeln.
Auf der Insel wird schon getanzt. So fröhlich und so wohlgemut. Der Silvesterball ist nicht mehr fern.

Hier trieft, tröpfelt und gießt es abwechselnd. Ich liege geschützt hinter meinem Bücherturm und werde gar nicht nass.
Das Schreiben an der Autobiografie gestaltet sich zäh. Ich bin interessiert und mit dem Wiki habe ich die ideale Sammel-Schreibgelegenheit für mich geschaffen, um an der Autobiografie zu arbeiten, dennoch ist es ein großer, klobiger Klotz. Da sperrt sich so einiges und will mir den Weg nicht frei machen. Dabei bin ich doch erst am Sammeln der Erinnerungseindrücke, ganz frei von den Krisen und den Seelenkämpfen und -krämpfen, ganz locker und leicht könnte es fließen und tröpfelt und tröpfelt doch nur vor sich hin.
Mir ist im Moment nicht danach mir Druck zu machen. Ich nehme das Tröpfeln so hin. Ich nehme die heilende Wirkung des sinnlosen Zeitvertrödelns hin, die Entspannung durch die Online-Spielereien. Das FarmVille und FishVille und wie sie alle heißen.
Die Zeit fließt durch mich hindurch: sie tröpfelt nicht. Die Zeit fließt und am Horizont sehe ich die 2010 auftauchen. Was sie mir wohl bringen mag?
Bin ich wirklich so neugierig darauf, das zu erfahren? Wie ein Teenager, der im Horoskop, die Vorhersage für die nächste Liebelei erfahren will?
Gestern, heute und Morgen. Erinnerung, Gegenwart und Zukunft. Alles ist im Augenblick seltsam präsent. So gleichzeitig präsent, wie noch nie in meinem Leben.
Zuerst wollte ich einen Jahresrückblick erstellen, dann ist mir aufgefallen, dass ein Rückblick auf das letzte Jahrzehnt doch angemessen wäre. So habe ich Rückschau gehalten auf dieses letzte Lebensjahrzehnt, das äußerlich so ruhig geblieben ist: Die gleiche Arbeit, der gleiche Dienstort, der gleiche Wohnort, der gleiche Lebensgefährte. Nie hat sich äußerlich so wenig verändert in meinem Leben wie in diesem Jahrzehnt. Als ich dann den Rückblick fertig geschrieben hatte, ist mir aufgefallen, dass ich ihn unmöglich in die Sammelmappe einstellen kann: zu intim und persönlich ist er geraten. Er handelt von Krankheit und Tod, Freundschaft und Verrat und vom Verlassen werden.
Aber war da nicht auch: Die Liebe zum Schreiben neu zu entdecken, zum Bloggen und zum Dichten. Drei Bücher veröffentlichen, die Familie berühren, nette Menschen kennenlernen, nach China reisen, sich dem Leben und der Liebe vergewissern?
Mein Rückblick steht jetzt in der Kladde und hier steht kein bereinigter, denn den könnte ich hier nicht stehen lassen.
Zu wichtig ist mir, das was ich schreibe. Zu wichtig, als dass ich es bereinigen könnte. Bereinigen wollte.