Sequenzen

Mein Herz schlägt für die Insel.

Ehrlichkeit

Manche Mensche klagen sie ein, andere jagen ihr hinter her, viele vermissen sie, einige weinen ihr hinterher, als Erziehungsziel steht sie hoch im Kurs und jeder scheint zu wissen, was damit gemeint ist.
Ist doch klar. Ist doch einfach. Ist doch selbstverständlich. Ehrlichkeit ist die Schwester der Wahrheit. Die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit. So steht es auf vielen Fahnen, die die Menschen vor sich her und quer durch ihr Leben tragen: Ich bin ehrlich. Ich lebe für die Wahrheit.

Meistens betrachte ich mit Verwunderung diese Fahnen und beobachte, die Verrenkungen der Fahnenträger amüsiert: Sie schaffen es tatsächlich sich zu drehen und zu wenden, bis es passt mit der Ehrlichkeit. Mit ihrer speziellen Form der Ehrlichkeit. Es kostet nicht mal viel Energie, denn meistens sind sie sehr geschickt. Hauptsache es passt. Irgendwie.
Ich misstraue der Ehrlichkeit. Manchmal ist sie nichts anderes als mangelndes Taktgefühl, oder auch ein Rechthaben-Wollen, die Verweigerung des Verständnisses, dass die Welt komplex ist. Vielseitig. Zum Glück.

Aber ich mag, die nicht ganz ehrlichen Menschen. Die, die mich mit Phantasie hinters Licht führen. Die, die mich mit ihren Geschichten aufheitern. Ich mag die Menschen, die die Gabe haben, das Leben mit ihren Stimmungen zu färben, auch auf Kosten der Ehrlichkeit. Gerade auf Kosten der Wahrheit. Denn wer weiß schon, wo sie sich wirklich versteckt.

Lichtblicke

gibt es in Zeiten eines Wirtschaftsbeschleunigungsgesetzes, der hektischen Umverteilung von Vermögen und Einkommen von unten nach oben und der ignorierten Klimakatastrophe nur wenige.
Aber es gibt sie: Die Menschen, die versuchen etwas auf die Beine zu stellen. Die andere Welt, die Welt, die auch möglich ist.


Die Kritische und Solidarische Universität (KriSU) befindet sich derzeit noch im Aufbau und öffnet alsbald ihre Türen. Sie versteht sich als ein Ort der Selbstverwaltung, des Austauschs und der Diskussion. Als ein Ort der emanzipativen und kritischen Wissensproduktion, der alternative Lebens- und Produktionsweisen gegen Kapital und Staat diskutiert und umsetzen möchte. Die herrschenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse hinterfragend, ergründet sie u.a. die Einbettung der traditionellen Universität in den kapitalistischen Verwertungsprozess, versucht alternative Lebensweisen aufzuzeigen und vorzuleben sowie eine Solidarische Ökonomie zu diskutieren und zu fördern. Feminismus, Antirassismus und das Engagement gegen Antisemitismus und Islamophobie sind Grundlagen der KriSU und als wichtige Bestandteile ihrer Praxis zu verstehen.

Weitere Infos http://krisu.blogsport.de/

Feierabend

Soll ich etwas bloggen? Jetzt, gleich, kurz auf die Schnelle? Warum nicht! Nach Hause kommen, mich über meine Twitter-Timeline amüsieren, ein paar Feeds aufrufen, ein Marmelade-Brötchen essen, den Schnee im Fernsehen ansehen, mich über die Überraschung erfreuen, die am Mittwoch bei ihrem Empfänger ankommen wird, den ganzen Krampf und Knorz vom Tag ausblenden, ehe ich mich wieder in die Hosen schwinge und mich in das kleinstädtische Abendleben stürze.

Manchmal ist das Leben gar nicht schlecht.

Alter

ch glaube nicht ans Altern. Ich glaube an die ständige Verändeung der eigenen Stellung zur Sonne.

Virginia Woolf (Tagebücher)

E-Mail-freier Tag

Jens bloggt über den E-Mail-freien Tag.

In meinem Privatleben hat die E-Mail keine sehr hohe Bedeutung. Aber gerade im Arbeitsleben kann ich mich dieser Argumentation nicht anschließen. Ich fühle mich durchaus in der Lage zu entscheiden, ob ich für einen Kontakt zum Telefonhörer greife oder ob ich mich für eine E-Mail entscheide. Eine E-Mail dokumentiert einen Vorgang und hilft mit, dass die Empfängerin oder der Empfänger eben nicht abrupt gestört wird, sondern sich auf den Inhalt konzentrieren kann. Mensch bestimmt selbst, wann die Mail beantwortet wird.
Gegen ein Telefonat ab und zu ist auch nichts einzuwenden, denn es fördert den persönlichen Kontakt, gerade bei Menschen, die man nur ab und an persönlich sieht oder vielleicht sogar nie.

Und wer checkt schon alle paar Minuten seine E-Mail? Verliebte Menschen. Das mag sein und das soll auch so sein.
Im normalen Arbeitsalltag gehört es zu den Kompetenzen, Prioritäten zu setzen. Das Telefon ist in vielen Fällen jedenfalls immer noch ein größerer “Zeitfresser”.

Immer noch

müde – oder schon wieder müde? Jedenfalls geschafft. Bin sogar zu müde, um den anderen beim Twittern zuzusehen, was doch in der letzten Zeit eine meiner liebsten Feierabendbeschäftigung ist. Jeden Tag stürmt unheimlich viel auf mich ein und noch immer balanciere ich auf meinem Hochseil hin und her. Noch geht es gut, ich fühle mich auch wohl dabei und habe genug Vertrauen in mein Umfeld, dass sich die Situation verbessern wird. Bald, bald wird sich der Arbeitsschleicher wieder lüften. Dann kann ich Luft holen und vielleicht wieder ein bisschen an mein Schreiben wagen.
Bald.
Damit ihr mir hier beim Sammelmappe lesen nicht auch noch einschläft, empfehle ich in der Zwischenzeit einfach mal fremdzugehen. Zur Muppetshow z.B., garantiert stressfrei.

Müde

Bin müde heute. Kann nicht mal mehr bib sagen. Auch biep nicht. Und beap schon gar nicht. In diesem Zustand muss ich mir keine Gedanken über meine Multitasking-Fähigkeiten mehr machen. Eigentlich schreibe ich jetzt auch gar nicht. Meine Finger schlafwandeln über die Tastatur. Sie finden den Weg noch. Aber die Gedanken sind schon in das Unterbewußtsein zurück gesunken. Werde ich mich noch durchschütteln müssen, damit ich es schaffe, das Gerät auszuschalten und mich ins andere Zimmer zu begeben.
Psst, stellt jetzt bloß keinen Wecker in meine Nähe!

Das andere Ich

Susanne denkt nach. Über das andere Ich. Über das andere und das wirkliche Ich. Das einzige Wahrnehmungsorgan beim Schreiben.
Mir fehlt zur Zeit mein Wahrnehmungsorgan. Mir fehlt mein Schreiben. Die Verpflichtungen halten mich am Wickel. Selbstgewählte Verpflichtungen, selbstgewählte Verantwortung.
Aber ich weiß, ich werde mir meinen Freiheiten wieder schaffen. Meine Schreibfreiheiten. Es fühlt sich so gut: das andere Ich auszukundschaften. Es fühlt sich so gut an – und mich beruhigt es. Die Beruhigung suche ich immer im Leben. Das ist meine Vision vom Paradies: Ruhe.

Jetzt kann ich auch waven

Die letzten Wochen habe ich mich immer mal wieder nach einer Google-Wave-Einladung umgehört, heute habe ich Glück gehabt. Jürgen Fenn von der Schneeschmelze hat mir eine Einladung geschickt. Vielen Dank!
Google-Wave? Wofür braucht mensch das? Weiß ich auch nicht so genau. Bis jetzt habe ich mein Google-Mail-Konto nur verwendet, weil Google sich Feed-Burner unter den Nagel gerissen hatte. Google-Wave ist für die Gruppenarbeit gedacht und mit Featuren für diesen Zweck ausgestattet. Einladen kann ich jetzt auch. Falls jemand Interesse hat.