Gestern haben sie den Willi erschlagen

Im Original auch: Gestern habns an Willy daschlogn

Eigenes Fenster
Wir hätten dich noch so gebraucht.

Für den Frieden und für die Freiheit – und weil zu viele brav ihr Mxxx halten.

Literarische Berufsbezeichnung

Verfasserin von Endlos-Tagebüchern und experimenteller Lyrik

Dieses sehr literarische Berufsbezeichnung stammt aus dem Buch “Der Klang der Trommel” von Louise Erdrich.

“Neuerdings zögere ich bei der kleinsten Entscheidung, als hätte ich die Wahl zwischen Verzweiflung und höchster Glückseligkeit. Den rechten, den wahren Weg gibt es für mich nicht mehr. Je vertrauter die Straße ist, desto leichter verirre ich mich.”

Das kann ich so gut nachempfinden.

Handtuchtag

Heute ist Handtuchtag und dieses Mal bin ich noch kläglicher gescheitert als die Jahre vorher. Nicht mal einloggen kann ich mich in SecondLife und im Reallife bin ich auch nicht mehr fotogen genug, um mit dem Handtuch vor die Kamera zu treten. Douglas Adams wird es mir verzeihen – oder vielleicht sogar meine kläglichen Versuche von oben milde belächeln.

Danke für den Fisch!

Als das Mädchen Mädchen war

Es fällt mir schwer, über den eigenen Text zu schreiben. Mit jedem Satz, mit dem ich den Inhalt interpretiere, schiene es mir, als würde der Text verblassen. Weil mich die Diskussion von Björn und SuMuze aber so unruhig macht, versuche ich mit einer Fortsetzung des Textes zu antworten.

Als das Mädchen Mädchen war, trug es das Kind in seinem Herzen. Das schien der sicherste Platz zu sein. Es kannte noch all die verschlungenen Pfade der Innenwelt: Jede Lichtung, jeden Baum, jeden Platz an dem die Elfen tanzten. Das Mädchen trug das Kind im Herzen. Den Wirbelsturm der Außenwelt sah es von weitem kommen.

Doch sein Versteck war eine sichere Höhle.

Als das Mädchen Mädchen war, sah es die Lichter leuchten. Hell und flammend, farbig bunt. Es sah die Lichter tanzen – und lauschte tagelang. Sie wünschte sich das Licht in ihrer Nähe: Kommt näher, kommt her zu mir. Es flehte jeden Tag ein bisschen lauter. Wie gebannt, sah es den Lichtern zu. Sein Versteck war eine sichere Höhle, den Wirbelsturm sah es von weitem kommen. Das Mädchen trug das Kind im Herzen, die Lichter lies es nie mehr aus den Augen. Es flehte, weinte, sehnte sich.

Als das Mädchen Mädchen war, zündete es das Feuer an. Vor der Höhle, weit zu sehen – es hoffte, dass die Funken sprühten: weit, weit in die Nacht hinein.

Ein neues Lesezeichen

auf der Lesezeichen-Seite der Sammelmappe.

60 Jahre Grundgesetz

60 Jahre Bundesrepublik Deutschland, 60 Jahre Grundgesetz, 60 Jahre Frieden. Was bedeuten sie mir?
Ich bin noch nicht ganz so alt wie die Bundesrepublik, ich wurde geboren, als die Bundesrepublik schon in ihre neue Phase getreten war. Das Wirtschaftswunder war schon durch, alles war neu. Neue Musik, neue Architektur, neue Stoffe, neue Kleidung, neue Moden, neue Politiker (wenigstens in Amerika) – alles war neu. Alles geschniegelt und gestriegelt, auf das alte wurde oft veruntergesehen. Erinnert wurde sich nicht. Die Zeiten waren nicht danach sich zu erinnern. Krieg war etwas was früher war. Was immer früher war. Was nicht in die moderne Zeit passte. Dazu passte nur die Illusion von einem großen Knall, der die ganze Welt mit einem Schlag vernichten würde. Aber das war später, als ich langsam erwachsen wurde, als die jungen Menschen sich selbst Antworten suchten, nachdem sie von den alten keine Antworten erhalten haben.
All diese Zeit bin ich aufgewachsen mit dem Bewußtsein, dass das Grundgesetz etwas besonderes ist. Dass es uns schützt, dass es uns vor einem Staat schützt, der ein Verbrecher sein könnte. Dass es uns schützt vor denen, die Macht ausüben. Den Macht muss immer ausgebremst werden, weil sie sich immer ausweiten will. All diese Zeit war ich voller Stolz darüber, dass das Böse überwunden ist und dass es nie, nie, nie wieder von Deutschland ausgehen soll.
Heute bin ich traurig, traurig darüber, welchen Weg das Land und seine Bewohner gehen. Der Weg der Egoisten, der Weg der Konsumisten, der Weg der Betäubung, der Zersträuung, der Verdummung. Bildung hilft gegen Verdummung offensichtlich nicht, damit hatte ich nicht gerechnet. Dass sie gegen Verblendung nicht hilft, das wusste ich schon früh.

Wir leben uns also auseinander, das Grundgesetz und ich. Klar, bin ich noch froh, dass es dieses Grundgesetz gibt. Aber es wird täglich abgenutzt und ausgenutzt. Irgendwann wird es schäbig sein. So schäbig, wie andere Verfassungen schon sind. Dann wird es sein wie andere Verfassungen. Papier, das die Menschen nicht schützt.

Aber noch ist es da. Noch ist es auch für mich: das Grundgesetz. Noch ist es was besonderes. Mein Lieblingsartikel war schon immer der Artikel eins.

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verplichtung aller staatlichen Gewalt.

Gefährdet ist zur Zeit nicht nur der Artikel fünf:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Einen Zensur findet nicht statt.

Nein, eine Zensur der Herzen findet noch nicht statt. Soweit sind wir noch nicht.

Brückentag

Brückentag – alles ist ruhig. Heute morgen war die Straße fast leer als ich meinen Berg hochlief. Sonst fahren die Autos immer dicht an dicht an mir vorbei und hüllen mich in ihre Abgaswolken ein. Heute morgen zog nur ein leichter Nebel hoch. Die Feuchtigkeit der vergangenen Tage. Ich konnte mich begleitet fühlen. Nicht allein gelassen an diesem einsamen Arbeitsort. Der Wunsch war, etwas wegzuarbeiten. Gemächlich – eine Illusion wie sich herausstellt. Nach und nach habe ich einen Gang hoch geschaltet, dreimal die Spur gewechselt und mich wieder umorientiert. Ein Brückentag – die Hoffnung stirbt zuletzt heißt es. Nun gut, ich muss akzeptieren, was nicht zu schaffen ist, kann ich nicht schaffen. Ich gab mein Bestes – muss noch etwas üben, damit ich schneller als Speedy Gonzales bin.

Einbetten, weitersagen

Das hier ist hundertmal besser, als andere polemische Videos, weil es die Zensurvorhaben der Regierung mit harten Fakten kritisiert, schreibt Nerdcore. Also folge ich sofort seiner Aufforderung.

Eigenes Fenster

Und für alle die, die noch nicht unterzeichnet haben noch mal der Link zur Petition. Das Grundgesetz feiert bald Geburtstag, wäre schön, wenn es den Artikel gegen Zensur noch eine Weile enthielte.
Es ist unsere demokratische Pflicht – nein, nicht wählen zu gehen, sondern für unsere Grundrechte zu kämpfen.

Die Philosophie des Kindes

Als das Kind Kind war, lebte es in den verschlungenen Pfaden seiner Innenwelt. Mit großem Getöse und Gepolter katapultierte sich von Zeit zu Zeit die Außenwelt mit vollem Karacho in die Innenwelt des Kindes. War der Wirbelsturm der Außenwelt vorbeigezogen war, begann das Kind gleichmütig und mit höchster Konzentration die erdachten und erstaunten, zusammengezwirbelten Geschichten und Gefühle der Innenwelt wieder neu aufzubauen. Immer wieder aufs Neue. Stoisch. Ohne Ärger, ohne Hass, ohne Rachegefühle. So war das Leben nun mal: Man muss den Wirbelsturm der Außenwelt vorbeiziehen lassen, um sich dann wieder den unbegrenzten Möglichkeiten der Innenwelt hingeben zu können.

Feiertag

Vielleicht bin ich heute einfach mal ganz still und sage gar nichts. – Chance vertan: Jetzt habe ich schon was gesagt. Dabei neige ich nicht einmal zum vorlaut sein. Denn Tatsache ist: Es gibt heute nichts zu sagen. Nichts zu sagen, nichts zu bloggen, nur in den Regen schauen und die Aussicht auf einen Feiertag.

Schlafen. Ausschlafen. Das ist das erste was mir dazu einfällt. Muss mich nicht in die Fluten stürzen. Ein freier Tag ist immer wieder ein schönes Geschenk für mich. Selbst wenn ich ihn nicht auf der Insel verbringen kann.