Super-Suchmaschine

Da ist sie also: die neue Super-Suchmaschine, die laut den üblichen Besserwissern, keine Chance hat. Zu wissenschaftlich, zu speziell, zu bestimmend, ohne Stöbergefühl. Mit den Deutsch-Kenntnissen hapert es noch, mit den Detail-Kenntnissen auch. Aber die Wissensmaschine gefällt mir. Sie steht am Anfang, aber sie verspricht interessant zu werden. Eine Spielerei.

Spielereien in den Kinderschuhen versprühen Charme.

Sicher ist sicher

Manchmal liebe ich die Tage an denen ich die Ärmel hochkrempeln kann. Loslegen und durchstarten.  Manchmal, wohl gemerkt. Manchmal liebe ich diese Tage. Aber was ich hasse, das sind die Tage mit einem Fehlstart. Ein Fehlstart ist immer heftig. Aber Fehlstarts an Tagen, die mit hochgekrempelten Ärmel in Überschallgeschwindigkeit begannen, sind teuflich.

Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit nach einem ersten Fehlstart sehr hoch, dass der zweite folgt – oder ganz schlimm: die Disqualifikation. Zu der lasse ich es erst gar nicht kommen. Nein, ich lass mich nicht disqualifizieren. Ich ziehe mir einfach ein anderes Trikot an und gehe noch mal an den Start.

Die Ärmel lasse ich dann aber lieber heruntergekrempelt. Sicher ist sicher.

Augen zu

– und durch. Sagt der Volksmund. Aber das ist kein Motto für mich.

Augen zu – und in Deckung gehen, schon eher. Mich in die Ecke setzen, die Augen schließen und von schönen Tagen träumen. Vergangene und kommende Tage.

Manchmal muss man wegsehen können. Wegsehen und weghören. Nicht alles ernst nehmen, was mir der Alltag als Ernsthaftigkeit aufdrücken will. Was oberflächlich wichtig erscheint, muss nicht mein Leben bestimmen – es reicht, wenn es ein paar Stunden bestimmt.

Augen zu und auf den Atem lauschen – und nie: mit dem Kopf durch die Wand.

Grundgesetz lesen

Am 23. Mai wird das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland 60 Jahre alt. Die Regierung feiert sich und was machen die anderen? Sie planen in vielen großen Städten Flash-Mops “Grundgesetz lesen”. Finde ich eine gute Idee, muss aber nicht erwähnen, dass in Weilburg keine Aktion stattfindet: Schade! Hätte gut zu der kleinen Stadt gepasst.

(via Caipi)

Vielleicht lese ich das Grundgesetz einfach hier für die Sammelmappe? Warum nicht? Zeichen setzen kann man online genauso gut wie offline. Schließlich besitze ich ja jetzt ein Jubiläumexemplar.

Hommage an Heinrich Böll

Wer sich erinnern will an die Bundesrepublik Deutschland vor der Wende, an die Zeit von der keiner gedacht hatte, dass sie noch provisorisch ist, dem sei Heinrich Böll ans Herzen gelegt.
Er legt die Finger in die Wunden der Nazi-Vergangenheit, den Neuaufbau mit Blut getränkt und Frauenhaaren aus dem KZ verwoben.
Wer sich erinnern will, wie die einen aufbegehrt und die anderen resigniert haben, wie wir uns eine Republik gezimmert haben, auf die wir nur im geheimen stolz waren, die aus allen Löchern seufzte und doch den Opfern keine Stimme gab; wer sich interessiert für diese Zeit, der ist gut beraten, dem Clown noch einmal zuzuhören, der in der Badewanne weint.
Wer sich erinnern möchte, an die Zeit, dem seien die Bücher von Heinrich Böll empfohlen.
Von Herzen. In Liebe. Mit Wärme und Zuversicht.

Das Grundgesetz

Rechtzeitig zur Geburtstagsfeier am 23. Mai habe ich mir ein Grundgesetz bestellt. Es kann nicht schaden es zu besitzen, auch wenn nach und nach die Grundrechte bei uns aufgeweicht und umgedeutet werden. Oder anders ausgedrückt: Gerade deshalb ist es wichtig, eins zu besitzen.

Ausgearbeitet und am 23. Mai 1949 verkündet wurde das Gesetz von einem 65-köpfigen Gremium, dem Parlamentarischen Rat, dem auch vier Frauen angehörten: Elisabeth Selbert, Friederike Nadig, Helene Wessel und Helene Weber. Umgangssprachlich wird das Grundgesetz auch die Verfassung genannt, da es die rechtliche und politische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland enthält.

Das Grundgesetz und viele andere Informationsmaterialien kann man kostenlos beim Bundestag bestellen oder herunterladen. Nicht nur zu Jubiläumszeiten.

Fragmente eines Tages

Schade: Die genialen Buchmarkierer zu Hause vergessen!

“ich habe gesehen den anachronistischen Tintenbrief” Friedericke Mayröcker

mit weichen Knien und schwache Kreuz

“Ich bin die Spinne, die das Netz spinnt – ich bin nicht das Netz” Frauen vor Flußlandschaft

zum ersten Mal Tofu gebraten – Erinnerung an die Chinareise

verpasst: diese Woche so viel Information verpasst, mich für die Menschen entschieden, obwohl mir die Einsamkeit so viel näher lag

Nicht alles, was man nicht beweisen kann, ist unwahr.

Mosquitoes

It’s like having mosquitoes in my body, schreibt Sulz und sie trifft damit das Gefühl sehr genau.

Ein Vulkan ist erloschen

Oh: Monica Bleibtreu ist gestorben. Ein Vulkan ist erloschen, titelt die FR. Als Vulkan habe ich sie nie gesehen, aber als eine gute Schauspielerin, die ihr Handwerk verstand. Der ich gerne zusah, wenn sie spielte.

Noch nicht ganz erloschen ist ein anderer Vulkan am anderen Ende der Welt. Die birmanische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist wieder im Gefängnis und verliert die Hoffnung trotzdem nicht.

Ist nicht wahr!

Google ist down. Das muss ich hier dokumentieren. Für die Nachfahren: Der Tag an dem Google down war.

14. Mai 2009 – die Internetgemeinschaft starrt gebannt auf die weiße Seite, die ersten versuchen es mit Telepathie. Die Staatschefs der westlichen Länder vermuten einen Anschlag, die Verschwörungstheoretiker verbreiten die Nachricht, dass die neuesten Infektionen der mexikanischen Grippe verheimlicht werden müssen und und und