Jeder der fällt hat Flügel

Fragmente von und über Ingeborg Bachmann

“Mehr und anders als im Fall männlicher Autoren wird die Autobiographie bei der Bewertung von Schriftstellerinnen … zum Problem.”

“So ermahnte man Bachmann, es mit der Prosa gut sein zu lassen und zum “schönen Schreiben” also zur Lyrik, zurückzukehren – “

Stefanie Golisch in ihrem Buch “Ingeborg Bachmann”

“Hier braucht sich kein Mensch auszukennen. Ich werde schon meine Gründe haben, alles immer mehr durcheinaderzubringen. Wenn aber jemand ein Recht hat, sich diese “Fetzen” anzusehen, dann bist du es. Du wirst dich aber nicht auskennen, mein Lieber, nach Jahren würdest du nicht verstehen, was das eine und das andere bedeutet.”

Ingeborg Bachmann in Malina

“Es ist eine schöne Zeit, wenn der Dattelkern keimt!
Jeder, der fällt, hat Flügel.
Roter Fingerhut ist’s der den Armen das Leichentuch säumt
und dein Herzblatt sinkt auf mein Siegel.”

Ingeborg Bachmann

Franz Kafka – Was man immer übersieht

Was man immer wieder übersieht, wenn man an Franz Kafka denkt, ist die Tatsache, dass er in den Anfangsjahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts der Schriftsteller gewesen ist, der die meisten Fabriken von innen gesehen hatte.

Bei seiner Tätigkeit in der Versicherung bearbeitete er auch die Arbeitsunfälle und machte daher entsprechend viele Ortsbegehungen, außerdem vertrat er den Vater immer wieder in der eigenen Fabrik.

Man übersieht es, denn es passt nicht zum Image.

Text-Riffe

Das Interview im SPON mit Else Buschheuer, zu ihrem Ausstieg aus dem Bloggen nach zehn Jahren, hat viele Bloggerinnen und Blogger bewegt, vorallem sie sie so drastisch beschrieb, wie sie das Bloggen von ihren sonstigen Schreibaktivitäten abhielt.

Bloggen, das sind viele kleine Fehlgeburten, abgetriebene Gedanken, aber eine Geschichte zu einer großen, geschlossenen Form zu bringen, das hat Majestät.

In ihrem Blog über das Schreiben Minus Zero antwortet Engl auf die Klagen nach den Ansprüchen der Blogleser:

Tja, damit muß man umgehen können, mit den Erwartungen der anderen, im Leben wie auch beim Bloggen. Oder man muß es lernen, ob man nun Buschheuer heißt oder sonstwie. Und Jammern gilt in dem Zusammenhang nicht.

Und die wunderbare SuMuze meldet sich in den Kommentaren zu Wort und beschreibt, wie sie das Lesen von Blogs empfindet und sie findet meinen ungeteilten Zuspruch. Blogs sind eine ganz neue Form des Lesens, des Aufnehmens der Geschichten, die einem dargeboten werden, es ist eine neue Art des Wahrnehmens und es macht Spaß in diesen Textriffen auf Tiefseetauchstation zu gehen und sich an der Schönheit, der Bizarrheit oder der Vielfalt zu berauschen. (Nicht nur bei den Litblogs.) Wer seinen Spaß daran hat, der macht mit, wer andere Wege suchen möchte, der geht.

Mir wird es noch lange Spaß machen, an meinen eigenen Textriffen zu arbeiten und die der anderen auf mich wirken zu lassen.

(Das war jetzt mein Hohelied auf die Blogosphäre.)

Blog-ABC

Es ist schon eine Weile her, da habe ich ein Alltags-ABC zusammengestellt, das mir viel Freude gemacht hatte. Jetzt kam mir die Idee, dass ein zufällig zusammengestelltes Blog-ABC auch sehr interessant wäre und dass es auch dazu taugt, der viel beschworene Linkarmut der deutschen Blogosphäre entgegenzuwirken. Dann mal los, frei und unbeschwert, nach Tageslaune:

A : Andrea Diener – Reisenotizen aus der Realität

B: Barbara

C: Caipi

D: Dieseldunst

E: Engl-MinusZero

F: Frau Fragmente

G: Frau Gaga

H: Helga – Liebe ist nicht genug

I: Isla Volante

J: Julia

K: Ker0zene

L: Litblogs

M: Der Meyer

N: Nja

O: Over the bones

P: Piri – Voller Worte

Q:

R: Rosenlust

S: SuMuze – SuMuzes Weblog

T: Turing – Zufallsbit

U: Ulysses

V: Violine – Mal schräg und mal schön

W: Wildgans

X: Ix – Wirres

Y: Yuki Keylin

Z: Zielpublikum

Uff, das war jetzt Schwerstarbeit. Hat sich aber gelohnt, hat Spaß gemacht. Wenn euch bei Q noch ein Tipp einfällt: immer her damit.

Bin dann mal draußen

Pollen erschrecken und Sonne genießen.

Schreiben braucht Atmosphäre

Schreiben braucht Atmosphäre. Allen NaNoWriMo-Erfahrungen zum Trotz habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schreiben nicht nur Disziplin, sondern auch Zeit braucht. Zeit zum Träumen, Zeit zum Erinnern, Zeit zum Schweben, Zeit zum Genießen, Zeit zum Trauern, Zeit zum Schmunzeln.

Schreiben ist für mich wie das Leben. Wenn es im Schnellgang übertaktet an mir vorbei hastet, wird mir schwindlig und irgendwann klinke ich mich aus. Dann bin ich nur noch Zuschauerin in meinem eigenen Leben und nehme nicht mehr daran teil. Mittendrin und nicht dabei. So, ist es auch beim Schreiben. Wenn ich die Atmosphäre nicht mehr fühle, dann glühe ich nicht mehr. Dann gleitet alles von mir ab und ich bin nicht mehr dabei, obwohl ich weiterschreibe. Dann genügt die Disziplin ihren eigenen Ansprüchen: fleißig, tapfer, flach und ausgelaugt.

Schreiben ist das Leben. Nicht mehr, nicht weniger.

Im Matheblog

blogge ich immer noch weiter. Nicht mehr ganz so intensiv, seit das Buchprojekt fertig gestellt ist, aber immer mit Interesse. Wer sich für mein Buch Muster der Menschheit – Inspirationen zur Mathematik und zum Rechnen interessiert, kann es hier auch als PDF kostenfrei herunter laden.

Über Feedback freue ich mich immer.

Macht WOW süchtig?

Als Spieleverweigerin kenne ich das Online-Spiel World of Warcraft nicht, gehört habe ich allerdings schon eine Menge darüber. Sehr viel unterschiedliches. Jetzt meldet Golem, dass die CSU das Spiel verbieten möchte: wegen Suchtgefahr. Bei Secondlife war das auch immer ein Argument, das genannt wurde, neben so vielen anderen Behauptungen, von denen eine kurioser wie die andere war. Ich will nicht bestreiten, dass es Menschen gibt, die mit dem Internet ein Problem haben. Sie verlassen ihren PC nicht mehr und nehmen ihr Umfeld nicht mehr wahr. Ganz schlimm ist das, wenn Kinder zu ihrem Umfeld gehören.
Bei Secondlife können sich allerdings nur Erwachsene anmelden, was ich nicht wusste ist, dass World of Warcraft schon ab 12 Jahren freigegeben ist.
Ist die Suchtgefahr so viel höher einzuschätzen, als das Aggressionspotential von anderen Spielen? Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich wieder ein typischer Parteienaufreger im Wahljahr. Superwahljahr heißt das ja heutzutage.

Meine Twitter-Favoriten-Liste

137 Twitterern folge ich im Augenblick, dazu kommen noch 42 User auf identi.ca. Einige twittern wenig, andere ständig, manche chatten mit einander und wieder andere wiederholen sich. Vor einigen Monaten wurde mir noch schwindlig, als ich 30 User verfolgte, aber das hat sich jetzt gelegt, ich kann besser aussortieren und besser filtern. Bei Twitter gibt es die wunderbare Kategorie Favorites, die ich selbst leider viel zu wenig nutze. Frau Fragmente hat ein wirklich tolles Händchen bei der Auffindung von Twitterfavoriten. Ich wage es heute eine subjektive Liste meiner Twitter-Favoriten zu posten. Die Twitterer und Denter, die ich am liebsten mag.
Platz 1:
Kathrin Passig: Unschlagbar auf Platz 1 seit ich ihre Tweets zum ersten Mal las.
Platz 2:
Seit kurzer Zeit – und nicht wegen den Tweets, sondern wegen den Links – die Litblogs_net
Platz 3:
teilen sich bei mir das Wondergirl, Frau Fragmente, die Bildermacherinnen von der Insel, der Bembel, die Fledermaus und die SGMaus.

So sieht meine persönliche Twitter-Favoriten-Liste heute aus. Nicht traurig sein, wenn ihr nicht drauf steht. Morgen kann sie schon wieder anders aussehen.

Meinen einzigen spanisch sprachigen Twitterer will ich auch noch kurz vorstellen: das ist Sandel.

Und wie sieht eure Twitter-Favoriten-Liste aus?

Ein Hohelied auf die Blogosphäre

Gesungen bei Irgendlink. Ich singe mit im Chor.