Freude
Ich freue mich immer sehr, wenn sich das Einhorn meldet.
Ich freue mich immer sehr, wenn sich das Einhorn meldet.
schreibt Violine nach der Lektüre des Artikels 2322 Tage Einsamkeit im Magazin der Süddeutschen über Ingrid Betancourt und den Verlust ihre Freunde – oder anders ausgedrückt – über ihre Verwandlung zur modernen Madonna. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – ich mich über so lange Zeit für ihre Freilassung engagierte, vermeide ich es jetzt mich mit aktuellen Nachrichten zu ihrer Person zu beschäftigen.
Denn trotz des Wissens, dass jede Entführung ein großes Trauma hervorruft, bin ich irritiert über die Vorgänge. (Eine treffendere Formulierung fällt mir nicht ein.) Der Artikel in der Süddeutschen spricht alle Einzelheiten unaufgeregt an.
Ich brauche hier wohl nicht besonders zu betonen, wem meine Sympathie gilt, wenn der Film irgendwann erscheinen sollte.
Piri stellt sich die Blog-Sinn-Frage.
Was darf ich ins Blog schreiben? Wieviel Leben soll ins Blog? Wahrscheinlich muss man sich diese Fragen immer wieder neu stellen, weil sich die Situation immer wieder verändert.
Ich stelle sie mir oft und finde es zum Teil auch schade, dass ich so wenig über persönliche Dinge bloggen kann. Aber manchmal verpacke ich meine Einträge einfach ein wenig. Es schadet ja nichts, wenn die Leserinnen auch zwischen den Zeilen lesen.
Das mache ich bei anderen ja auch – und zwischen den Zeilen stehen manchmal die schönsten Einträge.
Schreiben ist ein schönes Hobby. Man lernt so einiges über Themen, die einem sonst nicht so nahe stehen.
Ich bin immer noch im Blip-Fieber und höre mir die alten Lieder an.
Nur Schneewittchen kann ich nicht finden. Schade. Gefiel mir gut, das Lied: “Der Mann, der ist ein Lustobjekt”.
April wirft Ballast ab und ich lese erst interessiert und dann nachdenklich in den Kommentaren. Ich mag das ballastfreie Leben und bin eher dafür, erst gar keinen Ballast anzusammeln. Das gelingt mir nicht immer. Aber ich versuche es immer wieder.
Ich fände es entsetzlich, wenn mein Leben ein größere Entmüllungsaktion nötig hätte. Sowohl im materiellen als auch im zwischenmenschlichen Bereich. Dann wäre etwas total schief gelaufen.
Der Gedanke freundschaftliche Beziehungen zu bilanzieren, steht mir nicht nur fern; ich finde ihn entsetzlich. Was nicht heißen soll, das ich nicht auch in meinem Leben freundschaftliche Beziehungen abgebrochen habe. Doch selbstverständlich. Aber nie im Leben käme ich auf den Gedanken, ehemalige Freundschaften als Ballast wahrzunehmen. Wenn eine Freundschaft zu Ende geht, dann geht eine Zeit zu Ende. Es gibt eine Zeit mit der Freundschaft und eine danach.
Die Symbolik des Ballast abwerfens erinnert mich stark an das Konsumieren. Platz machen für neue Sachen, neue Freunde, die eine bessere Bilianz ergeben. Auch wenn jetzt noch die Beteuerungen da sind, nicht mehr so viel anschaffen zu wollen.
Wenn es dann in einem Jahr wieder anders aussieht, was soll’s? Macht ja nichts. Ist ja alles nur Ballast, den man wieder abwerfen kann.
Nein, mir gefällt diese Symbolik wirklich nicht.
” Zur geistigen Tätigkeit von Kindern gehört von Anfang an das Sammeln, Aufbewahren und Horten von Gegenständen. Sie erwarten sich von den Dingen Aufschlüsse über ihr rätselhaftes Kindsein inmitten einer nicht kindhaften Welt.”
Zitat aus den Poetikvorlesungen “Die Belebung der toten Winkel” – Wilhelm Genazino
Gedanken über den Blogeintrag bei Myriam:
Madame Curie war zu ihrer Zeit so etwas wie ein Star der zeitgenössigen Regenbogenpresse. Es wurde ihr u.a. auch eine Affaire mit Einstein nachgesagt und klar war ja auch, dass der tragische Tod ihres Ehemanns ein verschleierter Suizid war. (Er kam bei einem Unfall mit einem Pferdebus ums Leben.)
So oder so ist das Leben – oder die Sicht, die wir darauf haben. Auf die Geschichten haben wir nur wenig Einfluß. Sie werden erzählt und weiter erzählt und leben ihre eigene Geschichte.

Ich laufe am Neckar entlang und sehe auf die Oberfläche des Wassers. Leicht gekräuselt ist sie vom Wind, der darüber streift. Dann mit einem Mal aufgeregte Wellen. Ein Brummen. Ein Binnenschiff kommt mir entgegen. Stößt die Wasseroberfläche auseinander, am Ufer schlagen Wellen auf. Mehr und mehr. Bis das Schiff an mir vorbei gefahren ist. Noch eine ganze Weile wippen die Schwäne lustig auf ihren Wellenkämmen. Auf und ab und ab und auf. Nur langsam beruhigt sich die Strömung wieder.
Ganz glatt ist die Wasseroberfläche hier am Ufer selten.
Einen Blick in die Tiefe lässt sie nie zu. Viel zu trüb ist das Wasser. Was mag sich unter der Oberfläche alles verbergen?