Der Wind weht von links
schreibt Julia – und ich wünschte, sie hätte recht damit. Mit dem Titel. Der Eintrag selbst macht mich traurig:
Na, hoffentlich ist für die SPD nicht weiter Platz nach rechts. Sie sind ja schon weit genug in der Mitte.
Bis hierhin kann ich noch lächeln – oder sogar lachen – aber bei dem Wunsch nach einer starken Politk wird mir Angst.
Hatten wir das alles nicht schon mal?
Langsam werde ich alt. Ich merke das an den vielen jungen Menschen um mich herum, die nicht mehr richtig wissen, wofür links, rechts oder braun steht. An den vielen Menschen, die nicht mehr wissen, dass die Wirtschaft – auch heute noch – nicht nur aus Managern und Börsennotierungen besteht. Dass die Wirtschaft von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen wird. Erfolgreich sein hieß vor einigen Jahren, seine Arbeit gut zu machen. Das Beste zu geben. Heute heißt es einen Reibach zu machen. Andere abzuzocken.
Ich merke, dass ich alt werde, weil ich an die vergangenen Zeiten denke. Die Zeiten, in denen Menschen ihr Leben geopfert haben, um Demokratie durchzusetzen. Diese Demokratie, die sich die junge Generation einfach so wegnehmen lässt. Sie merken es nicht einmal. Sie vermissen es nicht.
So lange, bis sie ihrer eigenen Würde beraubt werden. Diese Pläne sind schon durchsetzbar, man braucht nur den Mut und die Courage eine Zwangsverpflegung für Bedürftige durchzusetzen. (Ich hasse es, die Dinge beim Namen zu nennen und verstehe nicht, warum das nicht Menschen machen, die das besser wie ich können.)
Ich werde alt. Verdammt alt.
In Peking
bloggt Johannes, wie uns die findige Shelog freundlich wissen lässt und über Frau Gaga erfahre ich, dass Christoph Schlingensief wieder arbeitet. Schön zu wissen. Gedanken über Geschenke macht sich Moni, die vor acht Jahren ein Geschenk erhalten hat. Herzlichen Glückwunsch, kleiner Mann!
Ein Geschenk – oder waren es mehrere? – hat Carsten erhalten. Ohne Hut und sehr zu meiner Überraschung. Turing hantiert mit gefährlichen Küchengeräten, statt risikoarme Tütensuppen zu verwenden und der Fußgängerüberweg ist tatsächlich genauso gefährlich wie ich es immer vermute. Offensichtlich nicht nur in Weilburg.
Vielleicht damit man nicht wegläuft?
Die Bahn kommt… richtig gut schreibt Christiane aus der Sicht der Rollstuhlfahrerin – und meint es diesmal nicht ironisch.
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Leben ohne Geld ist ein Abenteuer. Eins für harte Männer oder kreative Frauen.
Leben mit wenig Geld ist Mühsal. Wie mühselig es ist, kann man erst begreifen, wenn man es selbst eine Weile erlebt hat. Oder wenn man es direkt mitbekommt, bei Menschen die einem nahe stehen. Wer wenig Einkommen hat, muss sich immer ein bisschen mehr bei allem bemühen. Muss kreativer, fitter und motivierter sein als andere und muss Tag täglich darauf achten, dass die Würde nicht verloren geht. Denn ist die Würde einmal verloren gegangen, dann bleibt die Gesundheit auf der Strecke und die Hoffnungslosigkeit über dröhnt den Alltag.
Es gibt so viele unterschiedliche Lebenssituationen wie es Menschen auf der Welt gibt. Und so gibt es auch unterschiedliche Lebenssituationen bei Menschen mit geringem Einkommen. In mancher Lebenssituation ist leichter mit weniger Geld aus zukommen und manchmal ist es schwieriger. Leichter ist es, wenn man weiß, dass die Situation vorübergehend ist, dass es notwendig ist, weil man etwas erreichen möchte, das einem sehr wichtig ist. Ein Studium z. B. Schwieriger wird es, wenn man krank ist oder alt. Ganz schwierig ist es, wenn man für Kinder sorgen muss. Aber auch allein sein ist schwierig mit wenig Geld.
Am schwierigsten ist aber, wenn einem ständig das Gefühl vermittelt wird, man sei eine Belastung für andere Menschen. Eine unzumutbare Belastung.
Weil man nicht mit 132 Euro auskommt.
Glückwünsche
Dieses eine Mal will ich mein Blog dazu verwenden, um herzliche Glückwünsche zu versenden. Jens schreibt ja leider nur noch selten in seinem Blog, aber diese Einträge mag ich. Und seinen Gästen scheint die Feier auch gut gefallen zu haben.
Alles Liebe wünsche ich!
Oberfläche
Heute Nacht stand ich am Fenster und habe in den Himmel geschaut. Der Himmel besitzt keine Oberfläche. Zwischen dem Raum der Dunkelheit leuchten die unzähligen Sterne. Die Sterne haben eine Oberfläche. Wahrscheinlich bestehen sie aus einem brodelndem Plasma. Eine lodernde Hölle auf der Sternenoberfläche. Was für ein Paradoxon!
Das ganze Weltall wie geschaffen für uns. Damit die Menschheit eines Tages auf dem Planeten Erde erscheinen durfte. Ein Intermezzo wahrscheinlich, beschränkt in Raum und Zeit.
Auch die Zeit besitzt wahrscheinlich keine Oberfläche. Obwohl ich mir denken könnte, dass das Hier-und-Jetzt an ihrer Oberfläche nagt.
Als ich später wieder in meinem Bett lag, träumte ich davon, durch den Raum zu schweben. Für alle Zeit.
Fragen
Frau Fragmente schreibt, dass es schade – aber verständlich – ist, dass so wenige über die Arbeit bloggen. Vielleicht liegt es daran?



