Trödeln ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Es fasziniert mich immer wieder, wie ausbalanciert mein Leben ist. Meine beiden Pole sind Trödeln und beharrliches Festhalten an meinen Zielen.
Immer Neues lernen ist ein Wunsch von mir. Seit meiner Kindheit verspüre ich den Drang, dass ich immer neue Sachen lernen möchte. Was mir öfters in meinem Leben aufgefallen ist, dass ich auch immer wieder das Bedürfnis verspüre, dass ich Dinge lerne, für die ich zunächst meine, keine Begabung zu haben. Seit ich erwachsen bin, habe ich mich – in meiner Freizeit – oft auf Betätigungsfelder gestürzt, von denen ich zunächst annahm, dass ich absolut kein Talent habe. Denn bei diesen Sachen verspüre ich absolut keinen Druck. Wenn ich etwas nicht kann, dann kann ich auch keine Fehler machen. Korrekter ausgedrückt: wenn ich etwas nicht kann, dann ist es nicht schlimm, wenn ich Fehler mache. Es macht mir wirklich Freude und ich habe Spaß daran dilettantisch zu sein. Nach einer Weile merke ich meistens, dass nicht nur Talent sondern auch Technik und Handwerk zu diesen Tätigkeiten dazugehört und dann interessiert mich die Frage, wie kann ich mir sie aneignen. Spätestens jetzt packt mich der Ehrgeiz und dann beginnt die Übungsphase, bei der meine Beharrlichkeit zum Tragen kommt. Im Üben bin ich gut, denn mir wird selten langweilig. Im Gegenteil: gerade in den eintönigen Beschäftigungen, finde ich Konzentration und Ausgleich. Die wichtigste Charaktereigenschaft, die einem ein Mathematikstudium bringt, ist eine unglaublich hohe Frustrationstoleranz – und die macht es mir möglich, über meine Schwächen hinweg zusehen, wenn die Fortschritte nur kleine Fortschrittchen sind. Ich weiß genau: Ich halte durch. So schnell gebe ich nicht auf und auch mit kleinen Schritten komme ich an mein Ziel. Auch wenn ich eine Pause mache, verliere ich meine Ziele nicht aus den Augen. Denn ich will das Große, das Ganze – und am Besten auch gleich wieder das nächste Samenkörnchen, das nächste kleine Pflänzchen Talentlosigkeit, dass ich beim Trödeln entdeckte, in mir hochpäppeln.
Heute habe ich das Gedicht Hingabe aufgenommen.
Gefreut habe ich mich über die Aufmunterung der GrossstadtPoesie für meinen Kleinstadtlyrik-Podcast. Vielen Dank!
Weitere Gedichte aus meinem Lyrikband Heute traue ich mich könnt ihr unter dem Sender Groß- und Kleinstadtlyrik auf podcast.de oder unter Kleinstadtlyrik auf podster.de hören.
Hingabe
Das Gefühl
nicht verstanden zu werden
und dann alles einzubringen
alles in die Waagschale legen
um zu zeigen:
Das bin ich
Das ist es mir wert
Ich gebe mich hin

http://logbuch.isla-volante.ch/dies/
aller Art gibt es auf der isla volante zu bewundern. Ich habe darum gebeten, ein Bild ausleihen zu dürfen. Vielleicht wird mir meine Bitte gewährt. Aber drüben, da gibt es sowieso viel mehr Bilder als in dieser kargen Sammelmappe.
Ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, wie ich die Tags in dem anderen Layout eingebunden hatte. Mir fehlen sie. Aber wenn ich das Layout wieder wechsle, dann macht es keinen Sinn, hier rumzubasteln. Das ist eine wunderschöne Begründung fürs Faulsein. Sie wirkt einfach immer. Heute ist der lang von mir ersehnte dritte Band der Tagebücher von Virginia Woolf bei mir angekommen. Jetzt wäre es schön, wenn ich mich einfach auf das Sofa legen könnte und lesen, lesen, lesen … Aber nein. Heute wird sich zusammen gerissen und spanisch gelernt. Letzte Woche ist mir das bloße Lesen schon unheimlich schwer gefallen. Die Zunge will nicht so wie ich gerne möchte. Das scheint sie sich beim Chinesisch Lernen angewöhnt zu haben. Also mache ich mich mal auf zum wöchentlichen Zungenentspannungstraining. Oder vielleicht Anspannungstraining?
+++ Mir geht es gut +++ Das Leben ist so wunderschön +++ Wenn ich könnte, dann würde ich jetzt eine Fahne hissen +++ Oder lieber weiterarbeiten +++ Ich brauche unbedingt ein neues Layout, habe aber keine Lust ein neues zu machen +++ Es geht dem Sommer entgegen +++ Ich bin übermütig +++ In freudiger Erwartung +++
Jetzt höre ich auf, euch zu langweilen und gehe unter die Dusche. Es wird langsam Zeit.
Claudia März 17th,2007
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auf das Wesentliche
auf das Vergangene
auf das Erlebte
auf die nie gestellten Weichen
auf die Schmerzen, die ich anderen zugefügt habe
auf die Schmerzen, die ich mir zugefügt habe
auf die glückliche Zeit
Claudia März 12th,2007
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Gedanken |
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leise, leise
leise, bitte nicht zu laut
leise, leise, ich will lauschen
was die Seele wispert
leise, bitte
ich hör sie leise summen
leise, hörst du nicht?
Kennt ihr die Großmüttertheorie?
Der Mensch ist der einzige Primat, bei dem das Weibchen eine Menopause bekommt. Die anderen Primaten, können bis wenige Jahre vor ihrem Tod noch gebären, es gibt also es normalerweise die Einteilung Jungtiere und gebärfähige Erwachsene. Bei den weiblichen Menschen gibt es zusätzlich die Zeit der Menopause. Eine Erklärung dafür ist:
Die Lebensdauer des Menschen hat sich um die Zeit der Menopause beim Menschen gegenüber den Primaten verlängert. Die Großmütter sind elementar wichtig zum Überleben der – eigenen blutsverwandten – Enkel. Die Großväter ernähren also sinngemäß die Gruppe, die Großmütter tragen zum Überleben der Blutsverwandten bei.
Schon seit einiger Zeit bahnte sich bei mir im Hausflur ein Drama an. Die Spinnweben haben sich überall verbreitet und die Hoffnung, dass sich die Nachbarin vielleicht einmal an der wöchentlichen Reinigung des Flurs beteiligt, hat sich leider nicht erfüllt. Irgendetwas musste ich unternehmen. Aufmerksame Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen, dass ich Spinnen für äußerst gefährliche Tiere halte, denen man sich auf keinen Fall nähern darf. Falls man doch mal das Pech hat, in ihren Wirkungskreis zu kommen, ist es am besten, wenn man sich tot stellt und sich nicht mehr rührt. Es kann dann zwar etwas dauern, bis man aus dieser Zwangslage herauskommt. Aber sicher ist sicher.
Bei dieser Ausgangssituation gab es für mich nicht so viel brauchbare Lösungsansätze. In eine andere Wohnung ziehen habe ich erwogen, aber als zu aufwendig abgelehnt. Meine Brille absetzen und mir etwas Mut antrinken und die Wände und Decken abwischen, habe ich wegen der Unfallgefahr verworfen. Aber wirklich nur deshalb.
Heute habe ich mir den längsten Teleskopstab beschafft, den ich finden kann, meinen Besen draufgeschraubt und ein Handtuch darüber gebunden. Ich hoffe mal, es hat mich niemand dabei beobachtet. Aber wahrscheinlich denken die Nachbarn eh schon, ich sei etwas wunderlich.
Florian listet in seinem Blog Zusatzgebühren auf, die in China als Schulnebengebühren gefordert werden. Einige davon wie z.B. die Prüfungsgebühr oder die Filmgebühr sind für mich noch irgendwie nachvollziehbar. Bei anderen staune ich über den Einfallsreichtum:
Prüfungsgebühr 考试费
Experimentiergebühr 实验费
Essensgebühr 食品费
Gebühr für elektronischen Unterricht 电教费
Gebühr für das Durchlesen der Prüfungsunterlagen 阅卷费
Pultgebühr 课桌费
Gebühr für Aufstieg in höhere Schule 升学费
Gebühr fürs Sitzenbleiben 降级费
Überstundengebühr 加班费
Filmgebühr 电影费
Begrünungsgebühr 绿化费
Gebühr für Ausrottung des Analphabetentums 扫盲费
Nationalflaggengebühr 国旗费
Fleiß- und Sparsamkeitsgebühr 勤工俭学费
Gebühr für das Nachkaufen von Bettstätten 床铺添置费
Gebühr für das elektronische Brunnenbohren 电机打井费.
Claudia Juli 11th,2006
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Gewiss, jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern; das Recht aber, diese Meinung mit der Wahrheit zu identifizieren und für den Andersdenkenden Scheiterhaufen zu errichten, das hat er nicht.
Hedwig Dohm