Verstehen kann ich das nicht. Die Kurve wird steiler und trotzdem wird gelockert und gelockert. Die Priviligierten schützen sich, das Fußvolk sitzt in der U-Bahn und kämpft mit der Maske oder provoziert ohne. Ich versuche mich nicht aufzuregen und nicht jede Maskenpassung innerlich zu kommentieren. Fehler werden von denen gemacht, die die Macht verkaufen.
Ich knabbere am Schicksal und weiß doch, dass es unvermeidlich ist. Manchmal möchte ich mit beiden Händen Liebe in die Welt streuen. Für die, die mir am Herzen liegen. Lebendige Liebe. Laute und leise. Robuste und zarte. Einen Liebesteppich für eine sanftere Welt.
Nein, mein Zorn ist nicht verraucht. Hab mich auch noch nicht in Stücke gerissen. Ich hätte uns allen gewünscht, dass sich die zweite Welle bis zum Herbst Zeit nimmt. Aber politische Unvernunft wird hart bestraft in diesen Tagen.
Bildbeschreibung: Sommerlandschaft mit Schäfchenwolken im blauen Himmel
Die Zahl der Neuinfektionen steigt. Mit Ansage und Anlauf rein ins neue Desaster.
Ansonsten spielt die Welt verrückt. Nichts Neues. Der Lauf der Dinge. Katastrophen im Dreivierteltakt. Alle biblischen Plagen zur gleichen Zeit.
Mittendrin eine Menschheit ohne Verständnis und Empathie für die, die anders ticken. Das muss wohl so sein. Liegt nicht in den Genen. Scheint hartnäckig angelernt.
Ich schaue mir endlich die Serie „Anne with an E“ an und bin entzückt. Hingerissen und mitgenommen.
Die Welt wird ein kleines bisschen besser durch solche Geschichten. Ganz bestimmt. Die Magie der fantastischen Welten. Übersichtlich und klar.
Davon abgesehen haben alle Tage zu wenig Stunden, um genügend zu lesen, zu schreiben, zu malen, zu hören und zu lesen. Zu wenig Zeit, obwohl ich aus den Vollen schöpfe.
Verärgert und bestürzt bin ich über einen finanziellen Fehlschluss, der meine langfristige Kalkulation beeinträchtigt. Verwundert über meine Naivität in einer Angelegenheit, die mir so wichtig ist.
Am frühen Morgen durch die Stadt gelaufen. Auf der Suche nach den vergangenen Zeiten und nach der Zukunft. Ich kreise. Ohne Mittelpunkt, aber mit Hartnäckigkeit. 59 Jahre bin ich heute geworden. Immer im werden. Noch mehr im Sein.
Bildbeschreibung: Ein Reiher sitzt auf dem Dach eines Häuschen im Teich, im Hintergrund das fließende Grün der Trauerweiden.
Mehr als 200.000 Infektionen in Deutschland und in Hessen 66 Neuinfektionen seit gestern. Wir arbeiten uns wieder nach oben. Wer Nervenkitzel mag, zwinkert ab und an auf die Kurve der zweiten Welle in Israel. Bei den Hardlinern geht es richtig ab.
Mein Leben läuft ruhig vor sich hin. Fast so wie immer, nur mit mehr Urlaubssehnsucht.
Und dieses große Glück der milden Tage im Büro! Was für ein Geschenk!