Fast unbemerkt und denkbar unauffällig begann der letzte Wechsel der Lebensjahreszeit. Der Übergang vom Spätherbst in den Winter verläuft unspektakulär, aber gnadenlos.
Ich genieße die letzten goldenen Tage und gehe von Tag zu Tag geiziger mit meiner Ressource Lebenszeit um.
Nur für mich.
Das wäre aktuell mein größter Lebenswunsch: Mich in den Mittelpunkt meines eigenen Lebens zu stellen.
Bin mir nicht ganz sicher, ob ich überreagiere. Nutzt aber nichts: ich bin und bleibe stinksauer.
Meine Geduld hat sich abgenutzt wie ein altes Scheuertuch. Sie ist löchrig geworden und jetzt ist sie endgültig in Stücke gerissen. Zerfetzt geradezu.
Ein guter Zeitpunkt um ein Pokerface zu üben. Oh, ich werde den nächsten Zug ganz besonders genießen! Diese Partie geht auf mich. Es wird Zeit, dass ich auf neue Regeln bestehe.
Der Versuch das schöne Morgenvideo hier in der Sammelmappe einzubinden ist schief gelaufen. WordPress kann das nicht.
Hab mich auf TikTok angemeldet, weil ich neugierig bin, aber weiß nicht so recht, wem ich folgen soll. Snapchat hab ich schon gern gemocht, aber letztendlich ist meine Nutzung eingeschlafen, weil ich dort etwas orientierungslos bin. Ob es mir bei TikTok genauso geht?
Es ist noch dunkel draußen. Drinnen auch. Aber da leuchtet das Smartphonedisplay und führt mich ein in den Morgen.
Die magischen Tage werfen ihre Schatten in die Dunkelheit. Mitten in die Seele. Das ist nicht unangenehm. Zum Ausgleich gibt es die Lichter in der Einkaufsstraße.
Im nächsten Leben erfinde ich ein energetisches Kraftfeld, das es Menschen ermöglicht, negatives Karma in singende und summende Seifenblasen-Choreographien zuverwandeln.
Der Kalender ist schon so dünn, mir fällt es schwer, ihm die letzten Tage wegzuzupfen.
„Rolltreppe, die hoch fährt in die Eingangshalle des Frankfurter Hauptbahnhof. Er ist weihnachtlich geschmückt, die Verkaufsbude ist noch geschlossen.“
Das Jahr nimmt nochmals an Fahrt auf, aber ich mag nicht mehr beschleunigen. Es reicht. Jetzt ist die Zeit, um Angefangenes zu Ende zu bringen. Dann darf ich mich auch bald reset-ten. Einen Neustart wagen, wie jedes Jahr.
Die Marseille Träume haben wir in der Zwischenzeit beiseite gelegt. Es ist nicht die Zeit, Abenteuer zu wagen. Es sind ernste Zeiten. Kostbare. Heitere. Intensive.