Aufregendes

Seit einiges Zeit öffne ich die Briefe meiner Wohngenossenschaft mit freudiger Spannung. Meistens stehen da nur langweilige organisatorische Informationen in unfreundlicher Juristensprache drin, seit ein paar Monaten gibt es dabei aber auch ein paar Highlights.
Das sind die Schreiben, bei denen es um unrechtmäßiges Parken auf dem Gelände geht.

Sobald es ums Autofahren geht, hört der Spaß des Lebens auf. Was ich als Nicht-Autofahrerin nicht wusste, ist, dass der Spaß auch bei parkenden Autos aufhört.
Aber hallo, das geht ja gar nicht! Da muss so eine Genossenschaft schon mal die verbale Keule rausholen und schriftlich ihre Mieter beschimpfen. Ahnungslos wie ich bin, dachte ich so ein falsch parkendes Auto könnte man einfach über sein Kennzeichen identifizieren und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Aber das wäre sicher zu einfach. Mir ist übrigens nie ein Auto aufgefallen, das gefährlich auf dem Gelände rumsteht. Dabei bin ich was Autos anbelangt auch eher eine Meckerliese.

Allerdings nicht ganz so sehr, wie die Vorstandsmänner der Genossenschaft. Die verstehen mit vielem Spaß. Nur beim Auto hört er auf.

Ich hoffe, in 2018 fließt kein Blut deswegen. Schmerzen wurden schon angedroht. Allerdings in kapitalistischer Manier mit hohen Abschleppsummen.

Bin sehr gespannt auf die Fortsetzung dieser Reihe.

Schweigen

Manchmal ist Schweigen der Beste Blog-Kommentar.

Sozialpornografie

Menschen, die sich genüßlich über die Lebensrealitäten von Menschen mit wenig Einkommen auslassen.
Anleitung dazu gibt es in Ihrem Fernsehprogramm, wahlweise auch am Stammtisch. Aber der ist zum Teil ja umgezogen. In diverse Landtage und den Bundestag.

Also wenden wir uns doch lieber den notorischen Besserwissern zu. Denen mit dem fundierten Selbstbewusstsein und der großen Klappe.

Nein, ich bin kein bisschen verärgert. Ich höre mich immer so an.

Dieses Reallife bekommt einigen Menschen nicht. Es zerstört ihre sozialen Fähigkeiten.

Nachts

Nachts zwischen zwei und drei nehme ich es der Zeit übel, dass sie vergeht. Mit all meiner Gedankenkraft versuche ich die Welt anzuhalten, sie davon abzuhalten sich mit diesem Schwung immer weiter zu drehen.

Es heißt, unsere Zeit sei schnelllebig.

Schwindelerregend schnell pustet sie uns mit sich fort. Nachts zwischen zwei und drei wird sie ganz langsam.
Da trägt sie die Hoffnung mit sich, ein Jetzt zu sein.

Ein Hier und Jetzt.

Dieses Fass

Dieses Fass, das so kurz vorm Überlaufen steht.
Steter Tropfen, der den Stein nicht höhlt. Nur weiter läuft.

Diese Wut, die langsam wächst.
So absehbar.
Das Überlaufen.

Kleine Katastrophe mit Anlauf.
Mit Ansage.

Ich mag das nicht.

Regenjahr

Ob Frühling, Sommer, Herbst und Winter, immer wenn sich im Jahr 2017 für mich etwas Wichtiges ereignete, regnete es. Zum Sound dieses Jahres nominiere ich daher das Plätschern des Regen auf Blätter, Markisen, Dächern und Regenschirmen.

Die heiße Schokolade dampft vor sich hin und versteckt geschickt und hinterhältig ihre Klumpen.

Rühren will gelernt sein. Auch die einfachen Jobs erfordern Konzentration und Aufmerksamkeit.

Zuviel Wir-Gefühl heute beim Lesen verschiedener Texte. Wer soll das nur sein? Dieses Wir.

Den Tag beenden

Große Unlust den Tag zu beenden. Nicht weil er so schön war, eher weil ihm etwas Besonderes fehlte. Ein Werktag ohne Glanz. Ein typischer Dienstag im Dienst.

If live throws shit on you, cover it with glitter.

Bestes Motto ever. Leider bin ich die ungeeignetste Person, um es durchzuführen.

So ende ich oft in der Sackgasse. Oder am müden Ende eines trostlosen Dienstags. Mit einem Soundtrack, der meinen Kopf von innen zerhackt.
Irgendwo ist das kleine Lichtchen Hoffnung versteckt. Oft muss ich lange suchen bis ich es wiederfinde.

Glitter ist notwendig.
Jeden Tag.

Zurückgreifen

Zurückgreifen auf Vergangenes.
Sicherheitsstrategie für fragile Tage.

Ein Plan V.

Dokumentation der Hilflosigkeit.

Bekenntnis zur Langsamkeit

Der Himmel ist grau und bietet eine prima Kulisse für die Umrisse der Bäume, die sich leicht mit dem Wind bewegen.
Hier drinnen ist das Zimmer angefüllt mit Zeit. So wohltuend, wie langsam sie vergeht nach dieser hektischen Woche.

In der Mediathek ist das Filmportrait über Peter Handke versteckt. Auch er ein Meister der Langsamkeit. Ganz bestimmt auch im Zeichen der Schnecke geboren mit einem Aszendeten bissiger Waschbär.

Es ist ein großes Privileg, sich in diesem Langsamkeitsmodus bewegen zu können.

Ein Geschenk an das Leben.

Erlebnisbasiert

beim Versuch die Zeit zurecht zu rücken
in ein Zeitloch gefallen