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Das muss ich mir noch anschauen.

Ein Ort des Ankommens

Heimat – ein Ort des Abkommens.

Die intensivste Leseerfahrung der letzten Wochen bereitete mir das Lekture-Blog zu den „Jahrestagen“ von Uwe Johnson.
Birte Förste schreit darin jede Woche etwas zu Gesine Cresspal und ich kann darin schwelgen und mich erinnern, an diese wunderbare Lektüre über ein fiktionalen Leben, das so lebendig und klar vor mir erscheint.

Diese Woche widmet sie dem Begriff der Heimat in den Jahrestagen einen schönen Artikel. Dem Gedanke, dass die Heimat, der Ort des Ankommens ist.
Ein Ort, der seine Bedeutung durch unser Tun erhält und dass er langsam entstehen kann, dort wo ihn keine vermutet.

Von Woche zu Woche erscheinen diese wunderbaren Texte.

Schwankend

Mittlerweile kenne ich schon die Wellen, die in jedem Urlaub über mich hereinbrechen. Sie sind schlimmer geworden, seit ich die fünfzig Überschriften habe. Extremer.
Urlaubsstimmumgsschwankungen.

Zuerst das Gefühl nicht weg zukommen, weil es immer noch etwas gibt, an das gedacht werden muss. Dann diese ewig lange Zeitspanne, die vor mir liegt und nur darauf wartet mit meinen Bedürfnissen gefüllt zu werden. Dann diese Hoffnungslosigkeit, dass die entliehene Zeit nicht mal für ein Bruchteil von dem reicht, was ich gerne machen würde, dann das Abschalten, dann der Zorn darüber, dass das nicht so einfach ist.
Dann das Loslassen. Dann mein Abheben.
Zum Schluss dieses „Mich wieder einfangen“.
Mit einem Laso oder einem Kunstgriff. Mich beugen und nicht wissen vor wem.

Urlaub.
Dieses große unbekannte Dinge. Ein Privileg mit scharfen Seiten. Leicht kannst du verbluten an einer Wunde, die du dir zufügst.

Llanca am Abend

Damit wenigstens ein Urlaubs-Klischee-Foto hier seinen Platz findet:

Bildhaft

Es gab selten ein Urlaub der so ohne Bilder ablief. Ohne Fotos.
Dabei ist das Meer so blau wie es nur sein kann. Der Himmel klar, die Wolken zart dahingepinselt, die Berge majestätisch schön.

Alles wie die Vorstellung es sich ausmalt an grauen Bürotagen mit dem Blick auf den Innenhof, der eindeutig den Charme eines Gefängnishofs zur Schau stellt.

Hinzu kommen in diesen Tagen, die vielen Fahnen, die Plakate und Aufrufe für das Referendum. Dieses Dorf ist so politisch wie nie zuvor. Einseitig politisch, denn hier gibt es viel zu verlieren oder viel zu gewinnen, je nach Perspektive. Alles in Geld umgerechnet selbstverständlich, denn eine andere Währung zählt hier nicht.

Manche Tage

Manche Tage sind so schwierig in Worte zu fassen. Da ist ein Gefühl, das so schwer wiegt und sich über den Alltag legt. Selbst wenn der Alltag in der Gestalt des Urlaubs daher kommt.

Worte wiegen so wenig. Jedenfalls wenn sie wirklich auf der Waage des Lebens liegen. Aber es sind die Worte, denen wir meistens folgen.
Am Liebsten denen, die mit sonorer Stimme ausgesprochen werden. Die Stimmen des Vertrauen haben einen ganz bestimmten Klang. Und nur noch selten sind es weiblich Sirenentöne, denen wir folgen wollen.
Daran erinnern doch nur noch die längst vergessenen Sagen und Mythen.

Sie Häuschen Wahrheiten aus längst vergessenen Zeiten.

Ätherraum

Jetzt haben sie den Ätherraum neu entdeckt.
Um ihn schützen zu können.

Ich nehme an, das nennt sich analog zum Helfersyndrom Schutzsyndrom. Alles muss geschützt werden.

Nur vor dem Feinstaub muss uns nimmt schützen.

Wahltag

Der Wahlabend ist ein Zeitpunkt des erzwungenen Realitätsabgleichs.
Dieses Mal heißt das auch: dem Faschismus ins Auge sehen. In sein verleumderisches, gewalttägiges, kaltes Auge.

Demokratie bedeutet halt doch mehr als alle vier Jahre ein Kreuz zu machen und sich dafür lobend auf die Schulter zu klopfen. Wenn Demokratie gut läuft, ist sie harte Arbeit. Läuft sie schlecht, weht der Wind des Populismus hart in das Gesicht der Schwachen.
Sie verbraucht sich in Windeseile selbst. Das können wir gerade in Echtzeit am Beispiel der verschiedensten Staaten erfahren.

Es gibt kein strukturelles Arrangement, das eine Demokratie von sich aus für immer stabil hält. Demokratie braucht Menschen und Medien, die sie mitgestalten.

Nicht nur am Wahltag.
Aber an dem natürlich auch.

Die Wand

Lese „Die Wand“ von Marlen Haushofer zum wiederholten Mal und erstarre immer noch vor Ehrfurcht beim Lesen.
Was für eine Geschichte! Was für eine Weisheit!

Fast auf jeder Seite markiere ich Sätze und Gedanken.

Da schreibt sich eine Frau ein Universum zusammen. Tiefgründig und intensiv.
Alles Oberflächliche wird rausgefiltert und zurück bleibt das Leben in seiner Schwere. Wie es über uns hängt und von Tag zu Tag verlangt, dass wir es bewältigen. Da ist die pure Reinheit. So rein, dass es mir ab und an eiskalt über den Rücken läuft. Vielleicht ist das Buch eine Metapher für mein weiteres Leben. Einiges spricht dafür.
Vielleicht ware ich in einigen Jahren froh, es gäbe die Wand.
In diesen Tagen scheint mir alles möglich zu sein.

Exoplaneten

Über Exoplaneten und die Such nach Außerirdischen

Geschrieben von Aleks Scholz