Das Internet vergisst nicht nur, es schreibt auch die Vergangenheit um.
Die Zeit- und Mediengeschichte lässt sich im Netz nur lückenhaft nachverfolgen.
Vielen ist das nicht bewusst, denn das Mem „das Internet vergisst nicht“ hält sich hartnäckig.
Ist aber leider nicht so, wir müssen besser auf unser Wissen aufpassen, damit es uns nicht entfleucht.
Für mich habe ich da auch keine persönliche Lösung. Die Sammelmappe wird vom Marbacher Literaturarchiv archiviert.
Aber wäre sie damit auch für die Öffentlichkeit zugänglich, wenn sie am Originalort verschwunden wäre?
Die Digitalisierung der Gesellschaft ist in Gang. Mehr als dass es viele Beschäftigte wahrhaben wollen. Die Macht der Betriebsräte und der Personalräte wird steigen. Die Flächentarifverträge nehmen in der Bedeutung ab und werden ersetzt durch Betriebs- und Dienstvereinbarungen.
Lasst es uns gestalten!
Es ist so wichtig, den Zug nicht zu verlassen.
Das ist mein kurzes Fazit aus dem ersten Tag der Digitalisierungskonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Was mir auch aufgefallen ist: der Begriff der Carearbeit ist nicht einmal gefallen. Das landet alles unter dem Begriff der Familienfreundlichkeit. Und hört sich doch sehr entspannt an, nach einem lächelnden Baby und ganz und gar nicht nach Demenzbetreuung oder die Sorge um eine suchtkranke Angehörige.
Ich habe also was gelernt heute, aber ich weiß nicht so genau was.

heute
und nicht nur heute
atmet es sich schwer
leichter wäre es
wäre die Luft dünner
hauchzart
hauchfein
ein Hauch von Leben
ausgehaucht
claudia November 21st,2015
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claudia November 19th,2015
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Ich kann dem Mantra „Wenn wir zusammenstehen, hat der Terror keine Chance“ nicht folgen.
Wie soll er keine Chance haben, wenn Menschen tot sind? Wenn Menschen schwer verletzt sind? Vielleicht viele Jahrzehnte lang mit den Folgen leben müssen? Die Opfer, die Angehörigen und ihre Liebsten.
Schreckliche Ereignisse müssen verarbeitet werden. Trauer braucht Zeit, Kraft, und Energie. Das gilt für Individuen genauso wie für eine Gesellschaft. Einfach so weitermachen wie bisher wäre einfach nur Verdrängung.
Dass die Politik dieses Vorgehen forciert kann ich verstehen. Die brauchen Kulissen. Kulissen für ihre Inszenierungen und Kulissen um dahinter zu agieren. Ablenken und nachladen. Die Gesetze verschärfen, die Bevölkerung überwachen, die Lobbyinteressen durchziehen. Das ist logisch.
Verdrängung bringt selten was Gutes. Wenn etwas Schlimmes passiert auf das wir keinen Einfluss haben, müssen wir uns dem nicht stellen. Wir müssen gar nichts.
Aber vielleicht erinnern wir uns wieder daran, dass das Leben zerbrechlich ist. Dass Seelen verletzlich sind. Dass wir schonend mit ihnen umgehen sollten. Mit unserem Leben, mit dem unserer Liebsten und dem unserer Mitmenschen.
Mir erscheint das Herausforderung genug.
Nachtrag:
Der Terror siegt nicht, er terrorisiert.
Und verstehe ich das richtig: Jetzt soll mehr Krieg für mehr Sicherheit sorgen?
In Liebe gehüllt alleine im Dunkeln sitzen.
Bei mir sein.
In mir.
Mich abgrenzen von der Kriegsrhetorik, die durch die Medien schallt.
„Die Welt hat den Verstand verloren“ – wie ein Ohrwurm kreist mir der Titel von Astrid Lindgrens Kriegstagebücher um im Kopf.
Aber mir bleibt die Liebe.
claudia November 17th,2015
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Was der Ausnahmezustand in Frankreich bedeutet.
Frankreichs Präsident spricht vom Krieg und meint damit eine Einschränkung der Demokratie und vielleicht noch mehr.
Wenn der Bundespräsident von Krieg spricht, dann läuft es mir eiskalt über den Rücken, aber es wundert bei ihm ja nicht mehr. Er hat ja eine Affinität dazu.
Der Bechdel-Test für Tech-Konferenzen:
1) Zwei Frauen sprechen
2) Auf dem gleichen Panel
3) Nicht zum Thema: „Frauen in technischen Berufen“
Wieder ist die Welt schwarz. (Unsere Welt in diesem Fall, für andere ist sie seit Jahren schwarz.)
Wieder trauern alle. Tränen fließen und für kurze Zeit ist auch der Schock zu spüren.
Aber noch im Schock, entfernen wir uns von einander.
Die Ewig-Besserwissenden versuchen Raum zu gewinnen, politisches Kapital zu schlagen, ihre gewohnte Melodie anzustimmen. Vielleicht ist das für sie das, was für unsereins das Pfeifen im Walde ist. Vielleicht ist das ihr mystisches Mantra: Wenn ich nur weiter wie bisher mit meinem Finger auf die vermeintlich Schuldigen zeige, dann bleibt der Untergang fern, dann kann ich mir weiter meine Schwarz-Weiße-Welt backen, wie es mir gefällt.
Vielleicht ist das so. Denn logische Erklärungen gibt es nicht dafür, dass sie die Menschen anklagen, die vor dem Terror weggelaufen sind. Weglaufen mussten.
Aber da sind auch noch die anderen Stimmen, die die immer am Besten wissen, was alle anderen auch berühren sollte. Welche Tränen nicht geflossen sind. Mit wem die Menschen noch trauern sollen.
Mit denen habe ich wiederum Mitleid, weil ihnen etwas Wesentliches fehlt. Der Zugang zu den Emotionen von Menschen. Emotionen lassen sich nicht verordnen, die kann eine sich auch nicht mit Selbstdisziplin anerziehen. Emotionen packen uns und ziehen uns mit. Sie ergreifen uns dann, wenn wir selbst betroffen sind – oder unsere Liebsten. Sie überwältigen uns, wenn es Mensch betrifft, die wir kennen oder auch nur hätten kennen können. Emotionen stellen sich auch ein, wenn es an einem Ort passiert, an dem wir oder unsere Liebsten schon waren. Wenn es eine Berufsgruppe trifft, zu der wir Bezug haben.
Wenn wir irgendetwas gemeinsam haben.
Was wir als Menschen nicht schaffen können, ist immer und jederzeit Emotionen für alles was auf der Welt passiert bereitzuhalten. Das würde die menschliche Seele nicht aushalten ohne zu zerbrechen.
Allerdings hat uns die Evolution für dieses Szenario noch den Verstand mitgegeben und der kann uns sagen:
So lange es Menschen auf dieser Welt gibt, die für unseren Wohlstand, unsere Freiheit und unsere Werte in Krieg und Gewalt leben müssen, kann etwas nicht stimmen in dieser Welt.
Solange wird die Welt Trauer tragen.
Nachtrag:
Und warum die Totalüberwachung nach den Anschlägen keine gute Idee ist, erklärt der Datenschützer Peter Schaar noch immer am Besten.
claudia November 15th,2015
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