Dem Leben seinen Reiz abtrotzen. Beharrlich und leise. Ich balanciere nicht gut, aber gerne. Auch wenn ich nicht weit komme. Ich schwanke und wanke und komme aus dem Tritt. Mein Gleichgewichtssinn war nie gut entwickelt und mit der zunehmenden Lebenszeit bin ich dankbar dafür.
Die Botschaften der Zeit enthalten viel Balance-Content. Auf Messers Schneide durch die Karriere-Familie-Schönheits-Falle.
Ist mir zu gefährlich, dieses Lebensmotto. Zu bedrohlich.
die Idee rauscht
durch das Gemüt
ehe sie in den Kopf fährt
um dort anzuecken
claudia Dezember 10th,2015
Fühlen,
Kunst,
Leben,
Literatur,
nur für mich,
Poesie | tags:
Gedicht,
Gemüt,
Idee,
Kopf,
Lyrik,
Poesie |
No Comments
Alle wollen ständig irgendwelche Zeichen setzen.
Für die Umwelt, den Frieden oder gegen die Gleichgültigkeit. Da werden Gebäude angestrahlt, Blumen gestreut und für die Freiheit getanzt. Das lassen wir uns nicht nehmen sagen sie trotzig, klatschen sich gegenseitig zu und feiern ihre Zeichnungsfähigkeit.
Und dann geht es weiter wie gehabt.
Dass die faschistischen Parteien im Moment auf der ganzen Welt so großen Zuspruch haben, liegt daran, dass die anderen Parteien den faschistischen Boden so gut gepflügt und gedüngt haben. Sie dachten, dass sie das faschistische Monster im Griff hätten und haben nicht damit gerechnet, dass es ihnen entgleiten könnte. Sie wollten doch nur spielen. Oder eben Wählerstimmen damit einfangen. Konnte ja niemand damit rechnen, dass das Monster nicht in seinem Gehege bleiben würde. Damit konnte wirklich niemand rechnen, bei all den vielen Zeichen und Lichterketten.
Deswegen ist es auch so wichtig, die verbleibende Zeit zu nutzen. Möglichst noch viele demokratische Grundrechte selbst auszuhebeln, ehe das Monster die Macht übernimmt. Noch ein bisschen Vorratsdatenspeicherung und Notstandsgesetze. Machen wir es ihm doch nicht so schwer und präsentieren wir ihm doch alle Daten gleich auf dem Silbertablett. Damit es sich nicht die Hände nicht selbst schmutzig machen muss.
Zünden wir ein paar Kerzen an und setzen Zeichen. Nicht dass noch jemand auf den Gedanken kommt und Zivilcourage und Widerstand von uns fordert.
Das wäre ja ganz blöd. Ganz und gar blöd. Dann müssten wir ja auch aufhören mit dem Feiern und Tanzen und den unbequemen Weg gehen. Wo kämen wir denn da hin?

Nach Hause fahren.
So groß die Sehnsucht nach dem stillen Leben. Mich hegen und pflegen.
Meine Wunden lecken.
Nach Hause.
Klingt wie ein Versprechen. Ein Paradies.
Meine Lebenslautstärke wieder auf ganz leise gestellt.
Die Stillen haben oft den lautesten Verstand, hab ich gestern im Vorbeigehen gelesen.
Erst mal wieder alles runterdrehen.
Meine Wohnung ist mein Seelenschloss, mein Kunstmuseum, meine Gemütshöhle, meine Heimatkapsel.
Zuhause.
Was für eine Verheißung.
claudia Dezember 6th,2015
Fühlen,
Gedanken,
Kunst,
Leben,
nur für mich,
Poesie | tags:
Heimweh,
Introvertiert,
Lyrik,
lyrische Texte,
Poesie |
No Comments
Alles so kompliziert, das muss die Gelassenheit sein, die so viele fürs Alter herbei reden.
Die Gelassenheit macht einen großen Bogen um mich. Und wenn ich sie in meiner Umgebung erkenne, macht sie mich nervös. Wohl nicht richtig hingeschaut! Das Beunruhigende übersehen und die Zeichen nicht gedeutet.
Die Zukunft rückt mit unheilvoller Begleitmusik näher.
Vielleicht sollte ich mehr Schlussstriche in meinem Leben ziehen. Schonräume einrichten. Lebensschutzräume ausrufen.
Weltschmerzpflegezeiten durchsetzen.
es fehlen noch Gedichte
es fehlen die Worte
Taten allemal
es fehlt so viel
dass manchmal
der Mut mich verlässt
die Hoffnung nie
Gerade eben habe ich – ungefragt – meinen ersten Seniorinnen-Newsletter erhalten. Meine Gewerkschaft hält es also für in Ordnung, mich anhand des ihr zu Verwaltungszwecken mitgeteiltem Lebensalters, in eine MenschenKategorie einzuordnen.
Hmm. Es ist ihr bisher entgangen, dass ich durchaus für einige Themenkategorien zugänglich bin. Netzpolitik, Grundeinkommen, die Care Revolution und alles was in Zusammenhang mit den sogenannten sozialen Berufsbildern steht.
Jetzt also Seniorin.
Freifunk-Seniorin.
Poesie-Seniorin.
Bürgerinnen-Senorin.
Werde mal langsam anfangen mich damit abzufinden. Allerdings hätte ich mich über die Seniorinnen-Bahncard mehr gefreut. Muss ich zugeben.
(Auf die muss ich aber noch sechs Jahre warten.)
„Von der Hand zum Hirn und nie wieder zurück“ trifft den heutigen Informationskonsum ziemlich genau. Vielleicht ist das Problem gar…