
Manche Dinge sind so groß, dass sie glatt unsichtbar werden.
Manche Menschen sind so laut, dass sie sich ins Unrecht setzen.
Manche Tage sind so vage, dass sie noch lange in Erinnerung bleiben.
Ich wäge mich in Vertrautheit. Sehne mich in mein Leben. Denke an Liebe. Spüre Verlangen.
claudia Oktober 12th,2015
Fühlen,
Gedanken | tags:
Alltag,
Leben |
No Comments
“Eine Literatur, zur Gänze aus guten Büchern zusammengesetzt, wäre bald ohne Leser und ausgestorben, die Isolation zu groß. Wir benötigen auch die trivialen, kurzlebigen Bücher: Das sind die Ankleidezimmer, die Werkstätten, die Seitenflügel, die Spülküchen, die brodelnden Kessel, in denen das Leben siedet und dampft und immerzu hochkocht. Sie befruchten unseren Geist und machen ihn bereit für die großen Meisterwerke.”
Virginia Woolf
Gilt nicht nur für das Lesen, sondern heute wohl für alle Medien. Auch wenn einige Menschen immer gerne ein Gartenzäunchen um ihre Sparte oder ihr Genre machen. Letztendlich ist doch so eine abgegrenzte Wiese oder eine aufwendig angelegte Gartenlandschaft nur ein kleiner Ausschnitt der Natur. Im Großen und Ganzen darf dann schon auch mal das Unkraut wachsen.
(Die Bezeichnung Unkraut sagt viel über unsere Lebensauffassung aus.)
Da werden Alpträume wahr. Einen Citizen Scores, der alle Bürgerinnen und Bürger bewertet, hat sich die chinesische Regierung ausgedacht.
Ich kann mir vorstellen, dass daran sogar viele ihre Freude haben. Ähnlich wie bei den Payback-Karten bei uns. Bis dann die Rechnung in einer Weise aufgemacht wird, mit der sie nicht gerechnet haben.
Lasst uns alle treue Untertanen sein!
Ein neuer Score, ein neues Glück, ein neuer Alptraum.
claudia Oktober 10th,2015
Digitale Selbstverteidigung,
Fühlen,
Fundstücke,
Gedanken,
Leben,
Netzpolitik | tags:
Überwachung,
China,
Politik,
Selbstzensur,
Zensur |
No Comments
Manchmal ist der Alltag eine richtige Krake. Setzt sich auf sein Opfer, umschlängelt es und frisst es auf mit Haut und Haar.
Unglaublich was drei Tage Alltag alles so bewirken können.
Der rote Koffer liegt schlaff in der Ecke und die Waschmaschine stampft. Der Urlaub ist zu Ende und schon katapultiert mich das Leben auf den Planeten, der sich mein Alltag nennt.
Um nicht aufzufallen, werde ich mich bemühen, den Bewohner dieses Planets mit Respekt und Würde zu begegnen. Auch wenn sich mir große Bereiche ihrer Lebensziele nicht erschließen.
Das Paradies weint, ich schniefe mir den Alltag von der Seele.
Die Autokorretur führt zu Kommunikationsunfällen.

Was für ein Mensch wäre ich, wenn ich nicht fortgehen könnte?
Mein Privileg ist das Weiterleben. Das in Träumen leben. Wenn das Paradies weint, liebt es mich.
Ohrenbetäubend.
Drunter geht es nicht.
claudia September 30th,2015
Fühlen,
Fotos,
nur für mich,
Poesie | tags:
Erholung,
Gemüt,
Llanca,
Lyrik,
Poesie,
Ruhe,
Urlaub |
No Comments
Fragmente hat einen tiefgründigen, sachlichen, intensiven Artikel zum Entlieben geschrieben.
Eine Anleitung zum Entlieben.
Für alle, die sich Entlieben wollen. Das ist das Wichtigste daran. Du musst es nicht.
Ich hab eine ganze Sammlung von Lieben. Für mich wäre es sehr entsetzlich, freiwillig Sammelstücke der Liebe hergeben zu müssen. Es ist ja schon schade, dass das Alter, die Zeit einige in schäbigen Zustand versetzt.
Leider, leider ich gebe es zu.
Meine Feindschaften pflege ich, meine Lieben brauche ich.
Ich bin hartherzig.
Und intolerant.
Das ganz besonders.
Meine Toleranz geht gegen null, wenn ich sie gegen meine Moral eintauschen soll. Die ist mir wichtiger.
Mein Herz wird zu Stein, wenn es auf Menschen stößt, die sich laut schreiend am helligsten Tage fürchten.
Ich bin hartherzig, intolerant und dazu noch geizig. Geizig mit meiner Lebenszeit. Die teile ich nicht mit Menschen, die keinen Respekt vor Menschlichkeit haben.
10 km von Port Bou – am traurigen Jahrestag – tut es besonders weh.
Wie sich die Situationen ähneln. Er hatte schon ein Visum nach Übersee, war schon über der Grenze vom besetzten Frankreich im sicheren Spanien. Aber die hatten gerade ihr Gesetz geändert, damit Flüchtlinge wieder zurück geschickt werden sollten.
Nachdem Walter Benjamin sich dann in der Nacht selbst getötet hatte, haben einige verantwortliche Personen gesagt, was soll das für ein Gesetz sein, das Menschen dazu bringt sich selbst zu töten?
Jedenfalls ließen sie dann die anderen Personen der Fluchtgruppe ziehen.
Die Geschichten ähneln sich, obwohl die Zeiten sich ändern.
Das wahre Mass des Lebens ist die Erinnerung.