Glück

Jede geht anders mit dem Glück um. Ich nehme so viel ich tragen kann und suhle mich darin. Aber manchmal beobachte ich die Nachbarin und stelle fest, dass sie versucht, ihre Portion Glück umzutauschen, weil es ihr farblich nicht zusagt. Oft geht das natürlich schief, denn die Farbe der Saison ist meistens schon vergeben.
Es gibt andere, die nehmen ihre vorgesehene Portion Glück und sieben sie durch. Erst durch das grobe Sieb, die Steinchen raus, dann das Grobkörnige, usw. aber nie fühlt sich das Glück an, wie in ihren Vorstellungen und zum Schluss kippen sie den Rest ihrer Portion Glück an den Straßenrand, weil sie so genervt sind.
Und dann gibt es noch die Menschen, die ihre Portion Glück nicht gleich auspacken. Das Päckchen wird an einem scheinbar sicheren Ort verwahrt. Verschlossen und verriegelt, damit sich niemand unbefugt vergreift. Blöd nur, wenn sie es nach Jahrzehnten aus seinem Tresor befreien und auspacken, erst dann wird ihnen bewusst, dass das Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen ist.

Ruhe

Ich mag es ruhig. Die Ruhe und die Stille sind mir kostbar. Was nicht heißt, dass ich die Menschen nicht mag. Doch schon, aber trotzdem mag ich gerne allein sein. Mit mir sein.

Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ich in einer Welt und einer Zeit lebe, die das Alleinsein möglich macht. War ja nicht immer so selbstverständlich.
Mit mir selbst allein sein zu können, ist für mich ein Teil meiner Lebensqualität.

Also doch

Mich hat schon immer gewundert, warum so viele Wissenschaftler ihre Wissenschaftlichkeit in die Ecke stellen, wenn es um die Zuschreibung von männlichen und weiblichen Eigenschaften geht.
Den Jäger und die Sammlerin jedenfalls können sie jetzt endlich in der Ecke für die Vorurteile stehen lassen.

Ist doch auch viel logischer, dass sich die körperlich schwächere Person eine Waffe besorgt? Oder etwa nicht?

Es ist immer wieder erstaunlich für mich, wie Vorurteile die Gehirne regelrecht vernageln können.

Als aus Patienten Terroristen wurden

Das sozialistische Patientenkollektiv wurde Teil der RAF.
Eine radikale Gruppe Psychiatriepatienten, die aus ihrer Krankheit eine Waffe machen wollten.

Klingt total abwägig und abstrus.

Landleben

Die Kaltmamsell liest.

Haare

Haare sind eine Erweiterung des vegetativen Nervensystems.

Ich denke über die Konsequenzen dieser Aussage nach und finde nur Artikel wie diesen oder diesen

Wir sind so stolz auf die vielen Möglichkeiten, die sich uns bieten, aber mir scheint, wir haben so viel verloren. Unser Wissen ist eindimensional geworden – und die Esoterik reißt es nicht unbedingt raus.

Mit Haut und Haaren die Welt erkunden, begreifen und erleben – ist heute nur noch Utopie. Aber wer weiß, vielleicht schließt sich auch dieser Kreislauf noch mal.

Erblüht

Mein Rosmarin blüht.

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Kurz vor der Mittagspause

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Fazit des Tages

Das Hamsterrad hat keine Bremse, aber einen Ausstieg.

Deutlich gekennzeichnet und trotzdem wird er gerne übersehen.
Es scheint eine Bewusstseinstäuschung auszugehen von diesem Hamsterrad, wenn es deutlich hörbar surrt, schnurrt und manchmal auch quietscht. Es scheint so, als hänge von ihm der Lauf der Welt ab. Schneller, stärker, besser nirgendwo ankommen, ist das Ziel übereifriger Benutzerinnen.

Die Natur muss es so gewollt haben, sonst hätte sie es uns nicht erlaubt, Räder, die nirgendwo hinführen, zu etablieren. Das weiß doch schließlich jeder, dass die Benutzung von virtuellen Hamsterrädern zur menschlichen Natur gehört. Getrennt nach Geschlecht, Alter und Kontostand.

Daher ist vor dem unüberlegten Ausstieg zu warnen. Nicht zuletzt wegen den Auswirkungen auf die Kinder, denn das kann doch im Ernst niemand wollen, dass wir unseren Kindern eine Welt ohne Hamsterrad-Kultur übergeben wollen.

Das käme einem Ausverkauf unseres Kulturerbes gleich.

Einem Untergang unserer Werte.

Zarte Pflänzchen

Zarte Pflänzchen auf dem Balkon. Ein paar Kräuter wachsen nach. Kapuzinerkresse hab ich ausgesäat, der Lavendel steht traurig vertrocknet im Eck bei der Erdbeerpflanze, die mir die Freundin geschenkt hat und die optisch zum seinem verknitterten Outfit passt. Ihren Tod traue ich mich noch nicht zu diagnostizieren. Vielleicht geschieht ja noch ein Frühlingswunder.

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Ein bisschen verstrubbelt sieht alles aus. Meistens betrachte ich es von drinnen, denn ich bin nicht todesmutig genug um mich den Birkenpollen zu stellen.