Das Alte und das Neue.
Das Zuhause und die Öffentlichkeit. Die Fremde. Das Andere.
Manchmal ein Kontrast. Oft ein Widerspruch. Immer gehört es zusammen.
Das Junge und das Alte. Auch eine Perspektive. Immer wieder Konfliktpotential. Oder Kuschelstimmung. Angebracht oder distanzlos.
Die eigene Perspektive wechselt oft schneller als die Erkenntnis. Das Leben verändert sich und die Erinnerung leuchtet laut.
Ein Zeichen des Alters? Der Veränderung? Oder des zwanghaften Bedürfnisses alles so zu lassen wie es ist.
Alt werden bringt vielleicht doch eine Veränderung der Naturgesetze mit sich. Zumindest die Gravitationskonstante verändert es.
Deutlich. Irgendwann wird das jemand nachmessen.
In einem zukünftigen Messsystem.
Stillen in der Öffentlichkeit ist leider auch schon lange nicht mehr selbstverständlich. Auf Toilette sollen die Mütter zum Stillen gehen.
Da kommt bei mir nur Kopfschütteln auf. Auf Toilette! Gibt es einen unwürdigeren Ort?
Aber wie auch immer: da kontert eine sehr humorvoll.
Finde ich super!
Das Geld verweigert die Arbeit. Damit hat der Kapitalismus nicht gerechnet.
Wenn die Wirtschaft im Feuilleton realistischer besprochen wird als im Wirtschaftsteil brechen neue Zeiten an.
Hoffentlich. Denke ich – denn die gegenwärtige Ungerechtigkeit ist kaum zu ertragen.
Aber wir wissen ja schon: es kommt selten was besseres nach.
Solche Sprüche werden sofort gekontert mit: die Hoffnung stirbt zuletzt.
Weiß nicht, ob ich Hoffnung in mir trage. Vielleicht eher Phantasie. Die Phantasie, dass sich die Zeiten ändern könnten. Die Phantasie, dass sich immer mehr Menschen aus dem Wirtschaftskreislauf ausklinken.
Die Phantasie, dass Lebendigkeit nicht mehr mit Konsum verwechselt wird.
Das Geld verweigert schon mal die Arbeit. Vielleicht ist es klüger als wir.
Es kann zwei Gründe haben, warum Menschen über eine bestimmte Angelegenheit nicht sprechen.
Entweder weil ihnen die Sache nichts bedeutet oder eben sehr viel.
Sage nicht ich, sagt Banksy sinngemäß.
Ich halte mich da auch ab und zu dran. Nicht aus Überzeugung, eher aus Gewohnheit. Mach die Götter nicht auf dein Glück aufmerksam, ist so ein unbewusst gewähltes Motto von mir.
Je glücklicher ich bin, desto schweigsamer bin ich in der Regel.
Heute mal weinen.
Tränen für Leben und Tod.
Heute mal weinen.
Ich weine nicht so schnell und so viel.
Hab mich daran gewöhnt, dass Indianer keinen Schmerz kennen. Woher auch? Die gibt es nur an Fasching und bei Karl May.
(Aber selbst dort weinen sie ab und an.)
Und sage jetzt nichts mehr,
lass meine Tränen fließen.
Heute weine ich.
Tränen für das Leben.
Und den Tod.
Klug oder schön – was ist wichtiger? Fragt Antje Schrupp auf dem Fisch-Dingens-Blog, (das mir irgendwie ein Rätsel bleibt. Aber das ist eine andere Baustelle)
Seltsame Fragestellung: was ist wichtiger? Für wen wichtig und warum? Und warum die Frage? Ähmm, wichtig. Ich stehe da vollkommen auf dem Schlauch. Verstehe die Fragestellung nicht. Ist es wichtig, ob ich rothaarig bin? Ist es wichtig, dass ich kurzsichtig bin?
Selbstverständlich ist es für mich wichtig wie ich bin. Vor allem bei den Eigenschaften auf die ich keinen Einfluss habe. Denn die sind gesetzt. Mein Leben, mein Körper, meine Seele. Das bin ich und ich bin wichtig.
Aus der anderen Sicht kann ich es auch sehen: Was ist für die anderen Menschen wichtig? Oder auch: was ist mir an anderen Menschen wichtig. Ich mag manchmal kluge Menschen und manchmal weniger kluge. Ich sehe mir manche schönen Menschen gern an und kann andere schöne Menschen kaum ansehen, weil ihr Anblick mich nervt. Es gibt also immer dieses und jenes.
Aber dieses wichtig verstehe ich immer noch nicht. Es hat irgendwas mit dieser kapitalistischen Messgröße „erfolgreich sein“ zu tun.
Was das sein soll, weiß nur der Kapitalismus persönlich. Das bleibt sein Geheimnis.
Ich ahne, dass es heisst, dass die Reichen immer reicher und die Glücklichen immer glücklicher werden. Dass die Durchschnittlichen immer durchschnittlicher werden.
Aber ist das wichtig?
Leise und vorsichtig taste ich mich am Leben entlang.
Manchmal kurz einhaltend. Dem Tod eine Lücke überlassen.
Er nimmt sich, was er liebt / braucht / möchte.
Das letzte Licht über dem Neckar.

Der Fluss strahlt Ruhe aus. In der Nacht noch mehr als am Tag. Die Lichter zittern dann leicht über das Wasser.
Manche gleiten auch darüber.
Am Fluss ist Leben.
Kraft und Energie.