Viele Menschen halten Emotion für das Gegenteil vom Verstand. Gefühle stören bei sachlichen Diskussionen oder Überlegungen, ist eine weit verbreitete Ansicht.
Eine, die ich nicht teile und die von der Hirnforschung längst widerlegt wurde. Jede scheinbar sachliche Überlegung und jeder Gedanke wird mit einem Gefühl bzw. einer Emotion markiert. Wir Menschen können keine „rein logischen“ Entscheidungen treffen. Auch wenn uns das noch so kränkt, weil wir so gerne vernünftig wären.
Ich verbringe viel Lebenszeit mit dem Abwägen von Entscheidung und mit dem Nachdenken über mögliche Konsequenzen meines Handelns.
Aber hier im der Sammelmappe lasse ich mich meistens von der Emotion leiten. Weil sie redlicher und überzeugender spricht.
Es gibt einige Menschen, die diese Haltung unterschätzen, weil sie Emotionen – abgesehen von den spektakulären – unterschätzen.
Ich nehme das mit Gelassenheit wahr.
Wir werden in der nächsten Zeit viele verschiedene Stimmen brauchen. Weckrufe, Predigen, Erklärungen, Aufrufe, Thesen, Gedichte und Prosa, Alarmschreie und vieles mehr. Wir werden alle Stimmen brauchen, um uns gegenseitig zu hören.
Der Gedanke, dass ich in nicht allzu ferner Zeit nur noch entscheiden kann, ob ich meine persönliche Sicherheit der Mafia, einem Lobby-verseuchtem Überwachungsstaat oder einer faschistischen Vereinigung anvertrauen kann, macht mich wütend.
So will ich nicht leben.
Das sage ich mit Beharrlichkeit und Überzeugung. Wenn es sein muss jeden Tag.
hoher Taschentuch- und Tamponverbrauch und dazu noch ein Handtuch #towelday – das Leben fließt dahin
Don’t panic!
weniger geheime Dienste, weniger Morde, weniger staatliche Willkür – das Grundgesetz lässt sich auch durch eine offene Gesellschaft schützen
Aber das wäre ja wieder zu einfach und längst geht es nicht mehr um den Schutz des Grundgesetzes. Es geht um geheime Macht. Geheim heißt in diesem Zusammenhang unkontrollierbar. Es geht darum, virtuelle Stacheldrahtzonen aufzubauen, es geht darum, das nicht sein darf, was nicht sein soll.
Ich will das alles nicht. Ich will so einen Staat nicht. Ich will, dass Macht an demokratische Regeln gebunden ist.
Ich will keinen Staat, der dabei hilft rassistische und sexistische Strukturen aufzubauen.
Ich will keinen Staat, der zusieht wie Menschen ermordet werden,
Ohne Leben ist der Job sinnlos, meint die Straßenkunst und ohne Wetter wäre die Natur am Ende, schließe ich waghalsig.
Hab ziemlich geschnattert heute Vormittag, aber dann hat der Tag doch noch mal die Kurve gekriegt und mir blieben Erfrierungen erspart.
Hier in Llança – in diesem kleinen Kaff – gibt es neuerdings ein Wollgeschäft. Es hat nur sehr eingeschränkte Öffnungszeiten, merkwürdige Garne, die teuer aussehen. Aber ich bin vorsichtshalber nicht zu nahe rangegangen.
Der Vollmond naht, wer weiß, wie der sich auf Wollsucht-Befallene auswirkt.
Claudia Mai 24th,2013
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sehr seltener und glücklicher Umstand, dass das Wetter nicht ansteckend auf meine Laune wirkt
Ich kann den Inhalt meines Koffers gleichzeitig überziehen und mir abschließend die halb fertig gestrickte Stola überziehen
solange das schmalbrüstige Internet-Volumen noch nicht aufgebraucht ist, ist jammern nicht angebracht
dieser Urlaub ist ein Traum für introvertierte im Zeichen der Schnecke geborene Menschen
nur die innere Frostbeule muss ab und an mit Süßigkeiten ruhig gestellt werden
Die Wettervorhersage sagt heute den einzigen Tag ohne Regen und Wind voraus.

Claudia Mai 23rd,2013
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„Warum folgt man der Mehrheit? Weil sie mehr Recht hat? Nein, sondern weil sie mehr Gewalt hat.“
Blaise Pascal
Verdammt viel Gewalt. Deshalb sind die Massenmedien heute so wichtig: sie steuern die Richtung in die sich die gewaltige Masse bewegt.
Ziemlich erfolgreich aus meiner Sicht.
„Manchmal muss man den Wahnsinn wagen“ sagt eine der Figuren von Astrid Rosenfeld in ihrem Buch Adams Erbe.
Ein Roman, der sich fast überschlägt beim Erzählen. Eine Geschichte führt in die nächste und weiter und wieder zurück. Ich mag diese Form des Schreibens sehr.
Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die lästige männliche Perspektive. Es kommen zwar viele starke Frauen als Figuren vor, aber immer als Mütter oder Geliebte oder Ehefrauen.
Vielleicht bin ich da überempfindlich in letzter Zeit.
Claudia Mai 22nd,2013
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Bei Windstärke 6 wird mir auch an Land unwohl. Strahlend blauer Himmel, nicht sehr warm und dieser Wind, der alles durchpustet. Ich muss an einen Film von Pedro Almodovar denken. Da meinte eine Frau, dass die Menschen in ihrem Heimatdorf alle vom Wind geschädigt sind und deshalb seltsam seien.
Ich mag Wind nur, wenn er sanft und zärtlich ist und könnte mir durchaus vorstellen, dass ich bei Dauerbewindung auch seltsam werde. Andererseits kann das auch ein Vorzeil sein: seltsam sein.
Ihr seht, ich gebe mich meinen nutzlosen Gedanken hin. Mit Freude und Vergnügen.
Es ist kalt hier in Nord-Spanien. Das Apartment ohne Heizung eine Herausforderung für Frostbeulen wie mich. Der Regen macht es nicht unter einer Sturzflut, das kenne ich schon und trotzdem ist es immer wieder beeindruckend.
Ein großes woll-technisches Missgeschick ist mir passiert. Hab für die Stola, die ich verschenken will fünf Knäuel Wolle gekauft, vier waren angegeben und ein sechster einsamer noch da gewesen. Jetzt stellt sich heraus, dass ich acht bräuchte.
Blöd, denn die Wolle ist die teuerste, die ich je gekauft habe.
Ich stricke trotzdem, obwohl das nicht gut ausgehen wird. Ich kann nicht aufhören und wundere mich immer wieder, warum so oft vor der Internetsucht, aber nie vor der Stricksucht gewarnt wird.
Claudia Mai 21st,2013
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