Alltagslogistik

Langsam muss ich es zugeben: ich habe meine Alltagslogistik nicht mehr im Griff. Manchmal brauche ich vier verschiedene Fahrkarten von vier verschiedenen Anbietern von öffentlichen Verkehrsmitteln an einem Tag. Manche nur am Automaten, manche nur günstig im Vorverkauf, manche als Onlineticket mit komplizierten Verbindungen (erster Aufenthalt 4 Stunden, zweiter Zwischenstopp drei Stunden) usw.
Gestern beim Zwischenpacken im Büro zum anschließenden Weiterfahren das Onlineticket vergessen und die ICE-Strecke doppelt bezahlt. Heute hätte ich einen City-Anschluss gratis gehabt und damit die Straßenbahnkarte (Vorverkauf) gespart, aber die habe ich sowieso gespart, weil sie streikte. Also 45 min Fußweg (nicht 30 min wie ich gestern Abend optimistisch schätzte) vor der einstündigen ICE-Fahrt zum Büro. Zurück in das angestammte Zuhause mit den Nahverkehrszügen 90 min.

Blickt ihr noch durch? Morgen wird anders, da wird in der Pension gefeiert. Ganz ohne Vorverkauf- oder Onlineticket. Nur zum Automaten muss ich morgen früh noch – Vorverkauf bei Bahnkartenbesitz nicht möglich.

Hihi. Meistens geht es gut, aber ich werde einen Freudentanz ganz für mich alleine tanzen, wenn das endlich überstanden ist.

Da ist eine Fahrt nach Berlin doch eine feine Sache: Sechs Stunden, einmal umsteigen.
Auch darauf freue ich mich!

So absurd

Gärtnerinnen und Gärtner sollen ihre Samen nicht mehr selbst züchten oder tauschen können. Eine der Absurditäten des Neoliberalismus. Obwohl? Absurd? Eher stimmig innerhalb dieser zerstörerischen Logik.

Claudia Klinger erklärt in ihrem Gartenblog was das bedeutet und ihr dagegen tun könnt..

Sie bloggt

Anne Roth bloggt über den Frauenanteil auf Konferenzen. Yeahh!

Wenn Alter zum Unwort wird

Zunehmend bin ich irritiert über die ständige Erwähnung der „alten, weißen Männer“. Oft fehlt das weiß, aber der abfällige Ton fällt mir immer auf. Ein Klischee, denke ich und widme mich anderen Dingen.

In der Arbeit irritiert es mich, wenn Menschen um die 30 mir vorbeten, wie jung sie sind. Jung?, denke ich und rechne nach wie alt sie sind. Nein, nicht verrechnet. Dreißig. Warum wiederholen sie das ständig? Merken sie nicht, dass das unhöflich ist. (ja, ja, ich hab langsam gemerkt: sie merken das nicht. Sie betonen ihre Einzigartigkeit.)

Die dritte Irritation, die in diese Reihe gehört: die Menschen, die unbedingt so jung sein wollen, wie sie sich fühlen. Forever young – ist damit wahrscheinlich gemeint und die meisten, die das von sich sagen, halten das nicht für ein Märchen.

Heute jetzt dieser populistische Artikel über die Babyboomer. Da werden großzügig ein paar Generationen zusammengefasst und die Geschlechtsgrenzen verwischen. Ein Feindbild, das sich zu schüren lohnt, scheint mir.

Meine Güte, wir leben in einem Kapitalismus erster Sahne und die Machtverhältnisse sind klarer denn je – geschichtlich wohl nur übertroffen von der Zeit zu Beginn der Industrialisierung. Braucht es da noch das Feindbild Alter?

Hippiemädchen

Love and Peace auf Woolyworld. Strickliesl oder Hippiemädchen?
Meine Güte kann das Leben Kunst ausatmen.

Familienbesuch

Familienbesuch geplant. Assoziationen zu engl-Geschichten sind nicht beabsichtigt und wären rein zufällig.
Außerdem wird die Fiktion sowieso benötigt, um die Realität glaubhafter erscheinen zu lassen.

Meilensteine

Ich denke nach über die letzten 15 Jahre. Wie sie vergangen sind. Wie sie mich verändert haben. Wie ich langsam alt werde.
Ich denke darüber nach wie ich lebe und wie ich leben möchte.

Ziemlich bequem lebte ich in den letzten 15 Jahren. Sehr zurückgezogen und trotzdem nicht einsiedlerisch. In großem Luxus lebte ich. Zwar nicht materiell, aber substantiell. In größtmöglicher Sicherheit und mit dem Komfort, dass ich meinen Lebensrhythmus bis auf die Minute durchtimen konnte. Sobald ich in meinem privaten Umfeld war, verfügte ich über jede Minute Leben. Musste mit niemanden und nichts teilen. Mich nur ab und zu entscheiden, welche Prioritäten mir am wichtigsten waren. Der reinste Luxus, wenn ich mein Umfeld beobachte. Die wenigsten Menschen können so frei über ihre Zeit verfügen. Frauen sind da insgesamt meist sogar noch schlechter dran als Männer.

Ich bin mittlerweile verwöhnt wie die Prinzessin auf der Erbse durch dieses Privileg. Wenn mir eine Person oder ein Umstand Zeit stiehlt reagiere ich allergisch. Sympathisch ist das nicht.

Zweimal innerhalb von einer Woche wäre es beinahe vorbei gewesen mit dem selbstbestimmten Privatleben. Auch ich habe kein Abo drauf.
Vielleicht ist es ein guter Zeitpunkt in dieser Hinsicht mal etwas zu ändern.

Ich denke darüber nach.

Frauenmuseen

Helga war fleißig und trug eine Frauenmuseenliste zusammen. Erweiterbar. Unvollständig. Aufgeschlossen. Global.

Ein guter Stern

Entweder umgibt mich ein besonders gutes Karma in den letzten Tagen oder ein guter Stern steht über mir. Es könnte aber auch sein, dass mein Schutzengel übermütig geworden ist und das Schicksal etwas herausfordert. Vielleicht langweilt ihn mein gleichförmiges, ereignisloses Leben?
Nach dem Erlebnis mit der Autofahrerin auf dem Zebrastreifen letzte Woche, das mit der verpassten Straßenbahn gestern.

Ich erneuere mein Rat an mich selbst auf unbestimmte Zeit: bei Schienenersatzverkehr immer nur beruhigt aufatmen. Jede andere Reaktion ist anmaßend.

Name it change it

Ach, was ist unsere Gesellschaft so schrecklich politisch korrekt. Keine Schmeicheleien über das Aussehen von Frauen sollen gemacht werden. Aber die hören sie doch sooo gerne. Wie kalt wird diese Gesellschaft denn, wenn die Männer nicht mehr charmant zu den Frauen sein dürfen? und, und, und
Sie sind sich alle so einig in der Frage.

Aber Tatsache ist: Aussagen über das Aussehen und die Kleidung von Frauen schaden ihrem professionellen Image. Nachweisbar. Berechenbar.
Das ist das Problem. Also lasst es. Es bleibt noch genug Raum für Komplimente, da wo sie hingehören und passend sind: In euerem nahem sozialen Umfeld. Da könnt ihr anfangen, gleich heute morgen. Und am Besten mit Höflichkeit und Freundlichkeit vorher den Weg pflastern. Denn seltsam, dass die so auf der Strecke bleibt, wo doch so viele Menschen, die anderen unbedingt mit Komplimenten überhäufen wollen.
Ach ja: die Möglichkeit der anerkennenden positiven Äußerungen über Leistungen und Kompetenzen bleibt auch noch. Hier wie dort.