Randvoll mit Eindrücken von der republica zurück gekommen. Viele Menschen getroffen. Der erste Eindruck: es scheinen noch mehr Menschen als beim letzten Mal dazu sein.
Ich bin zu müde um eine Zusammenfassung zu bloggen, aber auch zu aufgedreht, um jetzt einfach abzuschalten.
Yoani Sánchez aus Cuba sprach darüber, wie bloggen und twittern geht, wenn mensch eigentlich gar kein Zugang zu Internet hat. Twittern mit SMS zum Beispiel. Sie ist der Meinung, dass Twitter den Aktivistinnen das Leben retten kann. Durch Öffentlichkeit. Jeder retweet eines cubanischen unabhängigen Bloggers helfe ihnen.
Zum Thema Opendata bzw. Opengovernment ist bei mir hängen geblieben, dass es hilfreich wäre, wenn es eine Veröffentlichungspflicht von Daten gäbe. Ein Transparenzgesetz, das umfassend gilt. ABer da das Thema leider ein Nischenthema ist, kann nicht genug Druck auf die Politik ausgeübt werden. Die wirtschaftlichen Interessen sind mächtig und in den Diskussionen wird gerne verschwiegen wie politisch brisant das Thema ist.
Horst Zuse – der Sohn von Konrad Zuse – erzählt sehr kurzweilig, die Geschichte, wie sein Vater zum Bau eines Computers gekommen ist und auch, dass es ihn selbst dann nach seiner Pensionierung erwischt hat und er das Ungetüm von Rechenmaschine unbedingt noch einmal nachbauen musste. Die Fotos seines Wohnzimmers während des Nachbaus des Z4 haben mich schwer beeindruckt.
Kathrin Passig spricht über Mass Customization und alle hören gebannt zu. Gerade so, als ginge es um ein spannendes Thema.
Deanna Zandt und Laurie Penny gaben beide auf ihre jeweils eigene Art ein emotionales und überzeugendes Statement ab. Jeder zweite Satz von ihnen könnte als herausragendes Zitat hier stehen und jeweils für sich stehen. Sie waren großartig.
Nicht so gut hat mir der Vortrag von Lisa Rank gefallen zum Thema Soziale Medien und der Umgang mit dem Sterben. Aber viel Applaus hat sie trotzdem bekommen. War vielleicht nur mein subjektiver Eindruck, aber mir kam ihr Vortrag ziemlich wirr vor. Banalitäten wurden hervorgehoben und der Vortragsstil wirkte nicht überzeugend.
Ab hier verlassen mich meine Notizen und meine Aufmerksamkeit.
Ein ausgefüllter Tag, randvoll mit Eindrücken, Assoziationen und Impulsen.
kein Startschuss
am Anfang
keine Flagge
auf dem Höhepunkt
und schon gar
kein Zieleinlauf
es nennt sich Leben
und die Zeichen
musst du suchen

Antje bloggt über ihr Sufi-Tanz-Paradies und ich werde nachdenklich.
Ich meine den Zustand zu kennen, den sie beschreibt .
Allerdings ohne Sufitanz oder religiösen Anlass. Er stellt sich manchmal bei mir ein, wenn ich mit vielen Menschen, die mir fremd sind, die aber etwas gemeinsames verbindet, zusammen bin und in der Menge “untergehe”. Vielleicht sollte ich schreiben “in die Menge eingehe”. Bin etwas unbeholfen darin es zu beschreiben. Aber das Gefühl ist dann auch “paradiesisch”. Ich brauche dabei keinen direkten Kontakt, keine Kommunikation, nicht mal das Gefühl dazuzugehören. In der Regel ist das ein sehr inniges Gefühl. Ich kann mir vorstellen, dass bei den Sufi-Tänzen auch Menschen leichter zu diesem Gefühl Zugang finden, die nicht ganz so introvertiert sind.
Wenn ich an dieses Gefühl denke, fällt mir aber im Nachgang auch die einzige Situation ein, in der dieses Gefühl einmal in das Gegenteil umgeschlagen ist. Vor einem Jahr beim Empfang am See in Klagenfurt. Da kam mit einem Mal eine Panik auf und am liebsten wäre ich weggelaufen von diesem Ort und von diesen Menschen. Ich habe mich dann zwei Stunden lang versucht zu beruhigen – so lange dauerte es bis der Shuttle wieder zurück fuhr – denn in der Dunkelheit wollte ich mit diesem Panikgefühl nicht den weiten, einsamen Weg zurück in den Ort nehmen. Seltsam war das.
Woran mensch wieder mal sieht: Ich bin eher für die paradiesischen Zustände als für ihr Gegenteil gemacht.
Nachtrag: Ich habe mir hinterher ein, zweimal die Frage gestellt, was da an diesem Abend eigentlich in mir vorgegangen ist. Die einfachste Erklärung wäre, dass mir der Empfang eines faschistischen Bürgermeisters auf die Seele geschlagen ist. Die komplizierte, mir unzugängliche Erklärung, wäre, ich habe unbewusst etwas wahrgenommen, was meiner Seele den Frieden nahm.
Wäre ich religös könnte ich annehmen, der Teufel oder die Teufeline waren mit beim Empfang am See.
Langsam kann ich mir angewöhnen den Stadtteil laut auszusprechen. Frankfurt-Bornheim wird mein neues Zuhause werden. Allerdings dauert es noch etwas. Aber auch diese Wochen werden vorbei gehen.
Es ist jetzt so lange her, dass ich mir diese Veränderung für mein Leben gewünscht habe, dass ich es mir immer noch nicht richtig vorstellen kann, dass sie jetzt tatsächlich Realität wird.
Ich sitze in der Weilburger Wohnung, sehe mich um und denke: Ich weiß gar nicht mehr, wie das geht. Das Umziehen. Dann fällt mir ein, dass ich immer eine Umzugsniete war. Es könnte also auch ein Vorteil sein, dass ich nicht mehr weiß wie das geht. Die Familiengeschichte kennt mehrere Anekdoten unter den Stichworten Claudia und Umzug. Einige enden sehr impulsiv. Allerdings nicht meinerseits, wie ihr euch vorstellen könnt.
Ja, ja – so eine im Zeichen der Schnecke geborene Träumerin kann schon nerven mit ihrer Anwesenheit im Umzugschaos.
Aber dieser Umzug wird anders. Er wird nicht der erste sein, der mein Leben verändert. Aber der erste in meiner zweiten Lebenshälfte.
Ich freue mich. (Nur eine kleine Angelegenheit muss ich unbedingt noch regeln, wenn ich von der republica zurück komme. Dann ist das Glück perfekt.)
Ich freue mich von Herzen für Nicole von Horst über die Nominierung des #aufschrei zum Grimme-Preis.
Hast du gut gemacht.
Danke!
Hier geht es zur Abstimmung für den Publikumspreis
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Wikipedia – das männliche Qualitätslexikon strotzt nur so vor Sexismus. Willst du etwas lernen über systematischen Sexismus, dann schau dir dieses Lexikon an.
Nö, von denen möchte ich echt nichts lernen.
(Die Bockigkeit -ähh Zickigkeit – in meinen Worten könnt ihr den Hormonen der Wechseljahre zuschreiben. Frauen sind da so.)
Am Ende des Tages in die Nachrichten geschaut und dort über das Frauengelächter gestolpert. Frauen, die über Frauen lachen. Ist schon klar. Den größten Lacher erzielt die Frauenzeitschrift.
Haha. Sehr witzig, so ein Prozess, der sich mit so vielen Morden beschäftigt. Haha. Die Frauenzeitschrift will auch darüber berichten. Wahrscheinlich machen sie noch einen Modeteil dazu.
Haha. Alles so schön lustig hier in diesem Land.
Frau muss nur wissen, worüber es sich zu lachen lohnt. Alles was das Wort Frau in sich trägt zum Beispiel.
Haha, alles so schön lustig hier.
Freiheit stirbt mit Sicherheit.
Wer ist denn noch von euch auf der republica? Wo kann ich euch denn treffen?
Ich bin mit meiner Planung noch ganz am Anfang und muss mich erst mal sortieren. Würde mich aber sehr freuen, neue Menschen kennenzulernen.