Verfassungsschutz, was machst du nur?

Hätte ich mir zum neuen Jahr einen Vorsatz vorgenommen, dann wäre es wohl dieser gewesen: mehr Verlinkungen, mehr Frauen, mehr Sichtbarkeit.

Ein wichtiges Thema: der Verfassungsschutz. Anne hatte es auf ihrem Vortrag beim 29c3 schon erwähnt. Wer sich mit dem Verfassungsschutz beschäftigt, geht das Risiko ein, selbst überwacht zu werden. Vielleicht hilft es, wenn sich immer mehr Menschen mit ihm auseinander setzen. Denn Anlass dazu gibt es genug. Es sieht so aus, als müssten wir eigenhändig unsere Verfassung schützen; beim Wolf im Schafpelz ist sie gar nicht gut auf gehoben.

Der Verfassungsschutz tut was er kann und das heißt, er sorgt dafür, dass kleinen Vereinen die Gemeinnützigkeit entzogen wird.

Sehr viel mehr kann er offensichtlich nicht.

Überfordernde Kommunikation

Überfordernde Kommunikation nachvollziehbar dargestellt.

Netzpolitik ist weiblich

Das stimmt leider nicht. Netzpolitik ist männlich, wie ich gerade lese und richtig verwundert mich das nicht beim Blog Netzpolitik.
Aber warum? Eine sachliche Argumentation fällt mir dazu nicht ein, aber ich will einfach hier mal brainstormen, warum ich Netzpolitik nur sporadisch und nicht regelmäßig lese.
Für mich ist Netzpolitik ein wichtiges Thema, denn alles was unter dem Schlagwort Netzpolitik eingeordnet werden kann, betrifft meine Lebensrealität und meine Lebensqualität im Netz. Die aktuelle und die zukünftige. Für mich ist klar, wie diese Netz-Lebensqualität aussieht prägt Heute und Morgen meine Freiheiten und meine Grundrechte.
Netzpolitik ist aber auch ein Themenoberbegriff, der so viele verschiedene Dinge umfasst, dass ich manchmal auch das Gefühl habe, ich ertrinke an Informationen, Aktionen, Neuigkeiten und Unverschämtheiten, die mir zugemutet werden. Eine Neverending-Story bei der fast täglich ein neuer Aspekt dazu kommt.

Mir ist längst klar, dass es utopisch ist, jemals auf einen „gewissen Stand“ zu kommen. Kaum sehe ich bei einer Sache etwas klarer, wird ein neues Fass aufgemacht und fast jeder Themenkomplex ist von hoher Priorität. (Ich könnte fast kein Thema nennen, von dem ich sage: das hat Zeit, das ist jetzt nicht so wichtig, das gehört zwar dazu, aber wir können in Ruhe darüber nachdenken, Alternativen anschauen und dann sehen, welche Alternative, welche Vor- und welche Nachteile bietet.)

Aber was hat mein Standpunkt mit meiner geringen Lesefrequenz beim Blog Netzpolitik zu tun?

Für mich riecht das Blog Netzpolitik männlich. – Ich bin nicht gut im erklären, aber für mich ist der vorherige Satz, genau die Erklärung, die ich mir selbst geben würde. Das ganze Blog besitzt eine durch und durch männliche Ausstrahlung und wenn ich die Zahl der Mitschreiberinnen hätte schätzen sollen, dann hätte ich sie bei der Prozentzahl geschätzt, bei denen die Leserinnen liegen: jedenfalls eindeutig im einstelligen Bereich. Aus dem Artikel geht nicht hervor, ob die tatsächlichen 22% Mitschreiberinnen auch die Artikelfrequenz wiedergeben. Aber auch wenn das so ist, für mich bleibt die Atmosphäre männlich. Jetzt habe ich nichts gegen Blogs mit männlichem Stallgeruch oder männlicher Atmosphäre, aber ich halte mich dort immer nur auf, wenn ich etwas bestimmtes will oder suche.
Viel lieber halte ich mich – im realen Leben genauso wie im virtuellen Leben – da auf, wo es etwas entspannter, d.h. gemischter zugeht. Manchmal auch gerne ausschließlich im Frauenbereich, denn in der Arbeit verbringe ich schon viel Zeit in Ecken mit männlichem Stallgeruch. (Langsam gefällt mir das Bild.)

Ich befürchte mit dieser Art der Analyse wird es schwer werden, konkret die gestellte Frage: „Wie kann Netzpolitik für Frauen interessanter werden?“ zu beantworten.

Bunter, kreativer, abwechslungsreicher, nicht immer zu ernst – muss ja nicht gleich in Klamauk ausarten – und ganz wichtig: einen Bezug zum Alltag herstellen. Ich würde sogar so weit gehen, und sagen Handlungsvorschläge machen. Viele und gezielt.

Was fällt Euch dazu ein?

Nachtrag: wenn ich in den Kommentaren von Frauen schreibe, ist es im Sinne von Antje Schrupp gemeint: bei vielen Frauen ist das so. Selten oder praktisch nie bei allen. Und umgekehrt gilt das auch für Männer. Es gibt da nur eine Tendenz und über diese Tendenz sprechen wir hier. (Hab eh ziemlich lange versucht die Ich-Form zu verwenden, aber das gelingt nicht immer und durchgehend.)

Strickguerilla

Hier ein Bericht in der Mediathek über die Strickguerilla.

Hier ein Blog aus Leipzig zur Strickguerilla, das leider etwas eingeschlafen ist. Kennt ihr noch Blogs zum Thema?

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Nachtrag:
In diesem Blog gibt es ein Tag zur Strickguerilla in Frankfurt.
Im Rhein-Neckar-Blog gibt es einen Bericht mit tollen Fotos.

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Helga schlägt noch die Strickistinnen vor. Stimmt, auf deren Blog war ich schon mal gestoßen.

Hach schön! Noch zwei Links von Anke Domscheit-Berg. Ich wusste nicht, dass es ihre Stricksachen waren, die mir auf dem 29c3 so gut gefallen haben.
Zuerst das Strickguerilla-Blog von Anke.
Ein spanischer Blog zum Guerillaknitting.
Und noch Stop-Sign-Flower.

KnitHacker

Das steckt richtig an. Aber noch halte ich mich zurück. Fragt sich nur wie lange.

Drehteller

Ein wunderbares Buch verzaubert mich gerade. Ein Buch, das tausend schöne Bilder zeichnet, mich in vergangene Zeiten versetzt. Ein Buch mit Feldern, Wiesen, Bächen, viel Schnee – und Drehtellern.

Könnt Ihr euch noch erinnern an all die Schalter bei der Bahn, den Banken, bei der Post? An die Drehteller, die die Verbindung herstellten. Formular raus. Kugelschreiber hin und her.

Geld, Fahrkarte oder Sparbuch – das ganze Leben – wurden hin und wieder hergedreht.

Schwanengesang

Ein Abschied steht uns bevor. Die alte Eule sucht sich einen neuen Stern.
Auch der Bembel trauert.

Blauer Himmel über Mannheim

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2013

Jetzt hat es also begonnen, das Jahr 2013. Unspektakulär schlich es sich in mein Leben. Bei Piri sieht das anders aus, ich denke an sie und die beiden Kinder und kann doch nichts anderes machen als still mitleiden.

Gute Vorsätze gibt es bei mir nicht, obwohl sicher einiges zu verbessern wäre in meinem Leben. Viele Details genauso wie die ungesunden Angewohnheiten, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben. Aber ich bin träge und ruhe mich auf meinen Lorbeeren aus. Vielleicht bin ich auch überheblich, denn insgesamt denke ich, dass ich trotz meiner nicht immer gesunden Lebensweise, doch sehr viel gesünder bin, als die meisten anderen Menschen in meinem Umfeld.
Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal erkältet war. Das muss schon sehr viele Jahre her sein. Aber ich weiß: nicht so laut sagen, sonst ist es vielleicht gleich morgen so weit.

Vielleicht denke ich doch noch mal darüber nach. über die Vorsãtze. Über das Leben und über das, was mir wichtig ist.

(eine Erkenntnis die ich in den letzten Tagen gewonnen habe, werde ich allerdings mitnehmen in das Jahr 2013: ich werde mir meine Kompetenzen nicht mehr absprechen lassen. Auch nicht mehr durch die charmanten Absprecherinnen und Absprecher, die mich in eine bestimmte Ecke loben wollen. Ich bestimme jetzt wieder selbst, wo meine Stärken liegen. Wo und wann ich das will. Die Betonung liegt dabei auf: ich)

Von Brot statt Böllern

Von Böllern ist noch niemand satt geworden und obwohl ich eine bekennende Angsthäsin bin, wenn irgendwas knallt und kracht: Ich mag das Silvesterfeuerwerk und für mich gilt immer noch das, was ich 2011 schrieb:


Alle Jahre wieder gilt: kaum hat der Böllerverkauf angefangen, fangen die alten Nörgler und Verbieter wieder an, ihre Sprüche zu klopfen.

Geldrauswerferei, Tierquälerei und weiß der Teufel was nicht alles.
Eins vorweg: ich bin die erste, die springt wenn ein Knaller geworfen wird, ich kaufe keine Böller, weil ich nicht in der Lage bin, sie anzuzünden und hab ansonsten auch gar nichts mit der Feuerwerksindustrie zu tun.

Aber wisst ihr eigentlich, an was ihr da rum mault?
Das private und unorganisierte Silvesterfeuerwerk ist eine der wirklich großen populären Traditionen, die wir haben. In fast keinem Land der Welt ist das so möglich wie bei uns. Die Ausgaben für das Feuerwerk betragen – wenn ich das richtig in Erinnerung habe – ca. 1 Euro pro Einwohner.
Jetzt kriegt euch schnell wieder ein. Lange wird es so ein Volksfeuerwerk nicht mehr geben und dann werdet ihr euren Enkeln vorschwãrmen, was das für Zeiten waren, als Opi und Omi noch die Rakete für die Enkel in den Himmel schossen.

Nee, normalerweise mache ich immer einen Umweg um alle Dinge, die mit schießen oder lauten Geräuschen zu tun haben. Aber das ist doch kein Grund, anderen die Himmelsmalereien und -zischereien zu verbieten.

Es geht doch vorbei.

Zurück

Bin nach langer Zugreise wieder Zuhause angekommen. Mein letzter Vortrag auf dem 29c3 war der von Anne mit dem interessanten Titel: Best of … Verfassungsschutz

Der Verfassungsschutz schützt die Verfassung so wie Zitronenfalter Zitronen falten.
Meine Güte! In was für einem Film – ähhh – Land leben wir da eigentlich. Bei den Fakten schüttelt es mich ziemlich durch.

Meine Stimmung im Augenblick: besinnlich. Kann noch kein Fazit ziehen und bin sowohl froh, dass ich dort war, aber ebenso sehr auch, dass ich jetzt wieder hier bin.