Während die einen noch jammern, fluchen und ihre Kundschaft verleumden – denn nichts anders ist diese merkwürdige Aussage des Deutschen Börsenvereins es würden Abermillionen E-Books illegal kopiert – steigt Amazon in den Verlegermarkt ein.
Bei mir läuft Muster der Menschheit in der E-Book-Varante wie ein kleiner stetiger Tropfen und ab und an verirrt sich eine Käuferin auch zum Tintenklecks und Krakelschrift.
Mich freut es.
Antje Schrupp legt in einem Artikel dar, was ihr die Zusammenarbeit mit ihrer Verlegerin bringt und sieht die Entwicklung gewohnt positiv. Die Bücherwelt wird sich ändern. So viel ist allen klar und den Menschen, die vom haptischen Vergnügnen der Papierbücher sprechen, ist vielleicht entgangen, welch angenehme Haptik ein Tablett bzw ein Reader haben kann.
(die ersten beiden unabhängigen Reaktionen von Menschen, die mit technischen Geräten nichts am Hut haben und denen ich das Kindl in die Hand drückte bezogen sich auf das begeisterte Gefühl des „In-der-Hand-Liegen“. )
Der Tod des großen Diktators wird verkündet und von der Hoffnung begleitet, dass die Siegesjubel, die vielen Fotos vergessen machen! in denen man sich mit ihm zeigte. Gott und Welt – das trifft es wohl sehr genau – haben in der Vergangenheit ihre Geschäfte mit ihm gemacht. So wie sie es heute noch tun, mit Menschen und Staaten, die sie heute zufällig noch nicht Diktatoren nennen, obwohl jedem klar ist, dass sie genau das sind.
Die Geschäfte sind wichtig. Der Rubel muss rollen. Das wollt ihr doch auch nicht, belehren sie uns väterlich, dass die Lichter bei uns ausgehen. Nur für unser Wohlbefinden nehmen sie es auf sich, den steinigen Weg der Selbstbereicherung.
Die Arbeitsplätze, denkt an die Arbeitsplätze, warnen sie uns fürsorglich und wir denken und fühlen uns verwarnt.
Zum Glück gibt es dann ab und an das befriedigende Gefühl erfolgreich an einer Jagd teilgenommen zu haben und am Ende wird präsentiert ein Kadaver, ein Nichts im Unterschlupfloch – und jubiliert.
Schäbig ist die Weltgeschichte – aber da gibt es glücklicherweise noch die Geschichten der Menschen, die Menschheitsgeschichte mit all ihren Lichtblicken, Hoffnungen, Träumen und Sehnsüchten.
Der heutige Tag fällt in die Kategorie „Slapstick-Tag mit tragisch-komischen Einlagen“
Manche Tage sind nicht zu retten, sie inszenieren ihr Eigenleben und bestehen auf ihre Aura. Da hilft kein Geschick und keine Cleverness, erst recht keine Gewalt – und Glück schon gar nicht, weil sich das Glück an diesen Tagen hinterm Gebüsch versteckt.
Was hilft ist Demut, Gelassenheit und die Würde eines Slapstick-Darstellers.
Herzensliebe
leise hüpft das
Herz
ins Bodenlose
kullert
ins Eck
und prallt
wieder auf
Ganz schön dynamisch so ein Herz. Mal brennt es und ein anderes Mal läuft es über. Theoretisch kann es auch in die Hose rutschen, praktisch ist mir das noch nie passiert.
Manchmal gibt es Aufgewärmtes in der Sammelmappe. Dieses Mal die Herzensliebe, denn von der kann mensch nicht genug haben.
claudia Oktober 19th,2011
Poesie | tags:
Gedicht,
Gemüt,
Herz,
Liebe,
Lyrik |
4 Comments
Seit ein paar Minuten bin ich endlich eine stolze Kindl-Reader-Besitzerin. Was für eine feine Sache! Ich war ja schon von den E-Büchern auf dem Telefon und auf dem iPad ganz fasziniert, aber das ist alles kein Vergleich zu dem schlanken kleinen Leichtgewicht, den ich gerade ausgepackt habe.
Allerdings muss ich dringend Buße tun, denn sollte die Welt irgendwann am Elektroschrott zugrunde gehen, dann habe ich meinen Teil dazu beigetragen.
Die Studie, die der Börsenhandel in Auftrag gegeben hat, und die zu dem abenteuerlichen Schluss kommt, dass Abermillionen E-Books illegal herunter geladen werden, ist übrigens sehr umstritten. Ich wünsche mir jedenfalls mehr E-Bücher. Viel mehr – und bisher habe ich auch alle legal erworben.
Manchmal steigt die Stimmung von eins auf hundert, einfach weil der richtige Mensch im richtigen Augenblick deine Kreise stört.
harter Schnitt
mit weichen Bandagen
ein Wunschtraum
im Handkantenformat
Seit Tagen hält es an: das Knattern in meiner Brust beim Atmen. An was erinnert mich das nur? Ich kam und kam nicht drauf bis ich vorhin Werbung im Fernsehen hörte. Da ging es wohl um Ökostrom und da war dieses Geräuch: ein Geigerzähler.
So klingt das an meinem Herzen – wie ein Geigerzähler, der aufgeregt knarrert, weil er die radioaktive Strahlung misst.
Ich strahle also auch.
Das Leben ist als Roman zu begreifen, und das Literarische Weblog ist das liquide Medium, in dem dieser Roman sich schreibt. Die Beitragenden – nämlich der Autor und die Leser – schreiben ihn fort und halten ihn lebendig, indem sie sich permanent Änderungen am Gewesenen zugestehen
Vertrauen – wieder eins dieser großen, viel gebrauchten Worte. Im beruflichen Umfeld ist Vertrauen rar gesät. Warum eigentlich? Wir arbeiten zusammen und müssen uns in vielerlei Beziehung aufeinander verlassen. Das machen wir zu einem Teil auch. Aber genauso selbstverständlich wie das Vertrauen, ist das ständige Mißtrauen. Diese gegenseitigen Vorbehalte. Die dunklen Gefühle.
Vertrauen fällt nicht vom Himmel. Es muss erkämpft, gepflegt und erarbeitet werden. Aber wenn nicht ein kleines Körnchen Urvertrauen da ist, dann nutzt die ganze Anstrengung nichts. Jeder Kampf, alle Mühe und Arbeit kann nur wirken, wenn das Staatkörnchen vorhanden ist.
Wenn es fehlt, dann bleibt nur eine Wüste des Mißtrauens.
claudia Oktober 17th,2011
Fühlen,
Gedanken,
Leben | tags:
Arbeit,
Leben |
5 Comments
Kling schlimm! Wie kommts, dass du die Stimmungen als "fremd" erlebst? Ich betrachte alle Stimmungen als eigene und suche entweder…