Letzte Woche habe ich ein bisschen rum experimentiert und Muster der Menschheit als E-Book in der kindl edition hochgeladen. Kostenpflichtig. Ich wollte probieren, wie das funktioniert – und siehe da, es funktioniert.
Hmm – interessant. Aber suche ich wirklich einen neuen Vertriebsweg für Muster der Menschheit oder für Lyrik? Ganz sicher bin ich mir meiner Motive noch nicht.
Verkaufen ist nicht mein Ding, ausprobieren und experimentieren schon eher. Vielleicht wäre es jetzt bald an der Zeit, mir auch einen E-Book-Reader zuzulegen. Damit ich weiß, was ich da eigentlich zur Verfügung stelle. Aber den Kindl gibt es ja immer noch nicht in der deutschen Ausgabe. Es gibt immer noch ein Problem mit der Buchpreisbindung. Deshalb dürfen die E-Book nicht billiger sein, als die günstigste Ausgabe eines Buchs. In der Realität heißt das, sie kosten oft so viel wie die gebundene Ausgabe. Ob das ein guter Weg ist? Es heißt langsam müsste sich etwas in Bewegung setzen. Aber andererseits heißt es das schon lange.
Zum Tag der Poesie ein bisschen Fingerspitzen-Lyrik
Der Körper will den Körper spüren – und sei es nur mit den Fingerspitzen. Sich vergewissern, dass die Einsamkeit nicht endlos ist. Alleinsein endet hinter der Fingerspitze, wenn sie fündig geworden ist.
Alleinsein beginnt vor der Seifenblase, die unter der Fingerspitze platzt.
Angesichts der Daueranspannung der letzten Tage und der Überforderung durch den elf Tage schon anhaltenden Weltuntergang leert sich mein Gehirn zusehens. Es weigert sich weiter zu denken. Denn jeder einzelne Gedanke endet doch immer nur in einem Desaster. Daher versucht mein Hirn auszuweichen und es bleibt an Sprüchen hängen. Sprüche, die oberflächlig gar nichts mit den Umständen zu tun haben.
Sprüche, die vom Unglück abschotten.
z.B.
Alles ist möglich, gilt nicht.
Das Herz ausschütten, um es nachher wieder zu befüllen.
Immer wenn du denkst es geht nicht mehr weiter nach unten, wirst du eines besseren belehrt. Wegwerfarbeiter. Bisher hatte ich dieses Wort noch nie gehört. Der Kapitalismus macht’s möglich. Wenn du unter bist, dann ist es ein Leichtes noch jemand zu finden, der drauf haut und dich benutzen darf.
Mir ist schlecht. Mir ist durchgehend schlecht, wenn ich diese Nachrichten höre.
Frauen in der digitalen Gesellschaft anders wahrgenommen, als Männer. Diese andere Wahrnehmung ist gekennzeichnet durch:
a) Medienwirksamkeit: Spitzenfrau im Beruf oder „Spitzenbloggerin“ – beide sind weniger sichtbar als Männer (Quelle: Studie „Spitzenfrauen im Fokus der Medien“ Freie Universität Berlin)
b) Stereotypen: Existierende Stereotypen legen Frauen auf die Rolle „anderen“ fest, sie werden von den „dominanten“ Bloggern nicht als „gleiche“ gesehen. BloggerInnen handeln stereotyp. (Quelle: „Wie Vorurteile unsere Leistung verbessern und Verschlechtern können“, Prof Dr. Jens Förster, Uni. Amsterdam; „Geschlechterdifferenzierung und Gleichheitsnorm: Tücken der Gleichzeitigkeit“, Prof Dr. Regine Gildemeister, Uni. Tübingen)
c) Wettkampf: Die Sichtbarkeit in der digitalen Gesellschaft ist geprägt durch Wettkampf. Frauen stehen zu Competition anders, als Männer. (Quelle: Studie der University of Chicago, 14.01.2011)
Die Geschichte ist mir selbst etwas unheimlich, aber ich habe mich noch einmal dran gemacht, sie weiter zu schreiben. Bin mir noch nicht sicher, wohin sie führt.
Immer gelang es Kerstin nicht, die Straße am Dorfrand und das Haus des Opas zu meiden. Kerstin wusste das. Aber sie wusste nicht, was sie sonst tun konnte. Das schlafende Mädchen war verschwunden. Nicht mehr da – so als wäre es nie da gewesen; und vielleicht war es auch nur ein traum gewesen. Was sollte es auch anderes sein? Kein Mädchen konnte so ruhig schlafen. So leicht, so lautlos. Irgendwann hätte das Mädchen aufspringen müssen. Lachend, prustend – oder auch lärmend und wütend, weil die rosen sie piksten.
Nur so leicht und lautlos weiterschlafen – das geht doch nicht in Wirklichkeit. Das konnte höchstens Dornröschen und das lebte – wie jeder wusste – im Märchen und nicht in dem Dorf in dem Kerstin wohnte.
Geh nicht mit Fremden und steig in kein Auto ein, sagten die Erwachsenen fast alle Tage.
Dabei gab es kaum fremde, die durchs Dorf liefen und ie Autos hielen schon gar nicht an. Die brausten die hauptstraße entlang und liesen die gebäude rechts und links erzittern. Die, die in Kerstins straße abbogen, die hätten sie höchstens zum Bach mitnehmen können. Dort war Schluss, die Straße war zu Ende. Außerdem waren alle Männer froh, wenn sie Ruhe vor den Kindern hatten. Kinder waren zu laut, zu scmutzig, zu störend. Die Männer, die ein Auto hatten, nahmen Kinder höchstens an Feiertagen mit. Zur Kirche, wenn alle Sonnatagskleiung trugen – und nur die eigenen oder die verwandten Kinder und wer wird die schon entführen.
Aber Kerstin wusste schon, was die großen meinten. In den nachrichten hatte sie es gehört und die Erwachsenen tuchelten darüber.
Entführung. Manchmal wurden Menschen entführt um Lösegeld zu erpressen. Besonders böse Ganster entführten auch Kinder, weil das einfacher war. Und dann konnte es passieren, dass den Eltern das Ohr des Kindes zurückgeschickt wurde. Kerstin hatte ein Ohr groß und deutlich auf der Titelseite der Zeitung mit den Bildern gesehen. Read the rest of this entry »
Kling schlimm! Wie kommts, dass du die Stimmungen als "fremd" erlebst? Ich betrachte alle Stimmungen als eigene und suche entweder…