werktags früh vor Morgengrauen
werktags früh vor Morgengrauen
schau ich meinen Wecker an
wie viel Zeit bleibt mir noch?
die Zeiger versprechen mir Minuten
leuchten mir die Zeit
werktags früh vor Morgengrauen
schau ich meinen Wecker an
(Noch mal ein Zevenaar, das so viel Spaß macht.)
Twitterei
Ich gebe offen zu: So ganz habe ich die Twitterei noch nicht unter Kontrolle.
Es beginnt damit, dass ich mich lieber auf Identi.ca konzentrieren möchte, aber nein: meine fünf Lieblingstwitterer sind nicht auf identi.ca zu finden. Dafür tummeln sich auf identi.ca wieder welche, die nicht auf Twitter zu finden sind.
Vor drei Wochen hätten mich 100 Verfolgte kirre gemacht, jetzt bin ich schon etwas geübt darin, auch mal den einen oder anderen Tweet beim Lesen auszulassen. Ganz nervige XinglerInnen werfe ich aber regelmässig raus, denn sie überfluten mich.
Nach wie vor ist mein größtes Problem, mit dem Twitterstrom mitzuhalten, andererseits erfährt man dadurch wie nebenbei interessante Einzelheiten. Neuigkeiten über den Schaden bei Einsturz des Stadtarchiv in Köln, der Stand der ePetition beim Bundestag zur Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens und jede Menge interessanter Linktipps.
Ich bin aber immer noch dabei die Ballance zu finden. Am Liebsten wäre mir, wenn viel mehr Leute Friendfeed benützten. Man kann dort so wunderbare Gruppe anlegen und die Feeds danach ordnen und somit priorisieren. Aber auch dahin wollen nicht so viele folgen, also ziehe ich mit dem Vogelscharm weiter.
Warten auf den Anruf
Draußen pritschelt der Regen vor sich hin, drinnen wird auf den erlösenden Anruf gewartet, der die Arbeit wieder ins Rollen bringt. Die Zeit scheint still zu stehen, der Raum ist ungewohnt still. Keine PCs am Laufen, kein Telefon, nur Stille. Für das Wochenende ist eine Wetterwarnung angesagt: Ergiebige Regenfälle können zu Hochwasser führen. Das glaube ich gerne, wenn ich aus dem Fenster sehe.
Ausnahmsweise kann ich nichts machen. Nur warten. Ich sortiere Papiere, gieße die Pflanzen und lausche der ungewohnten Stille.
Nachher wird alles umso schneller gehen müssen. Ganz schnell, ganz hektisch wird die verlorene Zeit aufgeholt.
Warum schreibe ich?
Warum blogge ich? Warum schreibe ich?
Seit ich vor fast fünf Jahren mit dem Bloggen begann, hat mein Schreibpensum enorm zugenommen. Zuerst war ich sehr zurückhaltend mit den eigenen Worten, beschränkte mich auf das Sammeln und Verlinken von Informationen, nach und nach wuchs das Bedürfnis meine persönlichen Gedanken, Gefühle oder Stimmungen nach außen zu tragen.
Ich legte mir die alte Sammelmappe zu, der Wunsch war groß eine Gemeinschaft zu finden, die Idee eine Vernetzung der sozialen Blogs zu erreichen – ähnlich wie es Ina mit ihren Blogpatenschaften versucht – lies mich nicht los. Wir müssten doch etwas erreichen können! Gemeinsam sind wir stark!, das passte in die Zeit der montäglichen Demonstrationen gegen die Arbeitsmarktreform.
Aber weit gefehlt! Die Zeiten wurden härter, ein Ende ist noch nicht abzusehen. Aber ich schreibe und schreibe und schreibe. Ich kann von mir sagen: Ich habe ein neues Lebensgefühl entdeckt.
Drei Bücher habe ich veröffentlicht, einen Kinderroman entworfen und einen Frauenroman begonnen. Das Schreiben öffnet mich, es weitet meine Sinne, meine Fantasie; es streichelt meine Seele. Ich suhle mich in Wörtern, weide mich an Sätzen, reibe mich an Texten. Das Schreiben macht mir Spaß.
Das Schreiben öffnet mich – das ist der wichtigste Satz in diesem Eintrag, und ich könnte ihn auch gleich ergänzen: Das Bloggen ist mein wichtigstes Eingangsportal. Die Sammelmappe ist meine Tür zur Welt, zur Schreib- und Lesewelt.
Auch wenn ich aus taktischen Gründen manchmal mit den Fakten spiele: Hier im Blog öffne ich mein Herz und meine Seele.
Selbstständig und unabhängig
Heute morgen ging mir durch den Kopf, dass ich das große Glück habe, dass ich noch nie in meinem Leben auf der Lohnsteuerkarte eines Mannes geführt wurde. Lohnsteuerklasse V für die Frau, Lohnsteuerklasse III für den Mann: Mir ist es ein Rätsel, warum so viele Frauen, das so ergeben hinnehmen. Vielleicht ist mein Hang zur Selbstständigkeit doch größer im Vergleich zu anderen Frauen.
Eine Frau, die auch sehr selbstständig ist, ist Menglin, die so rührend schreibt:
Mit mir kommt nur Orchideen aus, weil sie selbstständig ist. Ich komme auch nur mit Orchideen aus, weil ich selbstständig bin. Wir brauchen uns gegenseitig nicht, geniessen auch das einfache Zusammensein. Orchideen muss mich nicht mit ihrem Duft verführen. Ich muss Orchideen nicht zum blühen erzwingen.
Oder Johanna, die aus einer anderen Realität telefoniert und die schönsten Bilder malt.
Big Sister
Ich stehe oft am Bahnsteig vor den Riesenplakaten und frage mich: Für was wirbt dieses Plakat eigentlich?
Wenn ich den Artikel in der aktuellen c’t richtig verstanden habe, dann wird sich das bald ändern, weil man mir in Zukunft die passende Werbung einblenden wird. Es gibt offensichtlich eine digitale Plakatwand, die erkennt, wer sie anschaut. Eine Kamera zeichnet die Gesichter auf, wertet sie nach Geschlecht oder Alter aus und plaziert die zielgruppenorientierte Werbung. Wenn jemand einen Stein nach ihr wirft, blendet sie einen Hinweis ein, dass der Vandalismus aufgezeichnet wird.
Nur zurück werfen tut sie anscheinend noch nicht.
Gleich bin ich angekommen
Langsam geht die Sonne unter. Ich staune immer noch ungläubig über das eingestürzte Stadtarchiv. Was für ein Schaden! Unvorstellbar. Ich wende mich ab und schmöckere wieder in den Blogs. Kann gut nachempfinden, was mikelbower in seinen Zeilen Ich schlafe gut dichtet und weil Ludger so schön erinnert, dass der Sinn des Bloggens im Vernetzen liegt, verlinke ich ihn.
Noch ein bisschen träumen, dann bin ich angekommen.
Blogs lesen
Bin gerade nach Hause gekommen und freue mich darauf in den Blogs zu lesen. Die besten Nachrichten stehen doch oder bei twitter und identi.ca, friendfeed könnte ich auch noch aufzählen. Eine kleine, private, virtuelle Welt mit politischem Sexappeal und sozialer Atmosphäre.
Heute strecke ich auch wirklich niemandem heimlich die Zunge raus. Obwohl es mir gefällt zu bemerken, dass auch andere manchmal kindisch sind.


