Bauchgrummel

Mein Bauch grummelt manchmal mit mir. Grummel, grummel, brummel. Er meldet sich und teilt mir mit, dass er Bedenken hat.

Mein lieber Bauch, sage ich zu ihm, so ist nun mal das Leben. Es geht auf und ab mal hin und mal her. Mein lieber Bauch, sei lieb zu mir.

Dienstreisen

Der Blick in den Kalender zeigt dieses Jahr besonders viele Auswärtstermine. Reisen. In den Süden, in den Norden. Mal hierhin und mal da. Ich reise gerne – manchmal. Aber oft bin ich auch gern zu Hause. Beschützt und behütet hinterm Ofen. Der Winter ist nicht meine Lieblingsreisezeit. Aber ohne Reisen, wäre mein Job nicht mein Job.
Wie viel eintöniger wäre es immer am Schreibtisch zu sitzen, nur den Kreis bis zur Toilette gehen zu können, eingesperrt mit Blick auf den Hinterhof. Reisen ist da doch viel spannender, man sitzt nur eingequetscht am Bahnhof rum. Ganz ohne Mobiles Internet. Noch kann ich nicht twittern: Ich sitze im tristen Treysa am Gleis. Auch aus dem ICE schicke ich noch keinen Tweet und keinen Dent.

Ich träume dort lieber von der ruhigen Zeit hinterm Ofen und beobachte, die Außentwitterer.

Wörter weichen

Wörter weichen
bis sie zart werden und sanft
eine neue Farbe erhalten
einen neuen Duft ausströmen
bis sie wörtlich werden

Sätze lüften
nach draußen in den Wind damit
sie flattern und sie drillen sich
kühlen aus und hängen sich
lassen sich ganz leicht zusammenlegen

Zuhörerin

Ich bin eine Zuhörerin. Ich höre gerne zu. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass mir jemand etwas zu erzählen hat. Ich lasse mich gerne von Stimmen verführen, mich tragen und führen. Ich höre gerne zu, wenn jemand etwas zu sagen hat. Das meiste in meinem Leben habe ich durch Zuhören gelernt. Die meiste Liebe über das Zuhören erfahren, das meiste Vertrauen über das Zuhören gewonnen. Das Zuhören ist eine unterschätzte Fähigkeit, denn so passiv ist das Zuhören nämlich nicht. Es bedeutet sich aktiv einzulassen, am Denken und Fühlen von anderen teilzunehmen.

Wer zuhört fühlt mit.

Der Blick aus meinem Fenster

Der Blick aus meinem Fenster
Nicht ganz so majestätisch wie der Weilburger Blick aus meinem Fenster ist der Blick aus meinem Fenster in Mannheim. Aber dafür ist auch hier der Fluss ganz nah. Solange die Bäume noch kahl sind, kann man den Neckar nicht nur hören sondern auch sehen. Zu hören sind die Binnenschiffe und die Container im Container-Hafen, wenn die Schiffe be- oder entladen werden.

Kann Kunst die Welt verändern?

Fragt Alice in ihrer Blogparade und ich frage mich: Ist eine Welt ohne Kunst überhaupt denkbar? Nein, eher nicht. Ich bin in meinem Buch Muster der Menschheit zu dem Schluss gekommen, dass es die Mathematik gibt, seit es die Menschheit gibt. Denn seit die Menschen sich entwicklet haben, versuchten die Muster und Strukturen in ihrer Umwelt zu erkennen, zu deuten und zu interpretieren. Mal mystisch und mal religös, meistens aber auch rein künstlerisch. Der Hang der Menschen sich mit Kunst zu beschäftigten ist also genau so groß, wie der Wunsch ihre Umwelt durch Mathematik zu beschreiben. Wer könnte sich eine Welt vorstellen, in der nicht gesungen und getanzt wird. In der Kinder keine Bilder malen und keine Sandburgen bauen? Wer könnte sich eine Welt vorstellen, in der die Menschen ihre Umwelt nicht mit Farbe gestalten, sich mit Schmuckstücken verschönern oder ihre Häuser und Hütten gestalten? Oder eine Welt ohne Geschichtenerzählerinnen und -erzähler?

Für mich ist ganz klar, die Antwort auf die Frage, ob Kunst die Welt verändern kann, lautet eindeutig: Kunst verändert unsere Welt jeden Tag, jede Stunde und jede Minute. Sie ist ein Teil unseres Lebens, auch wenn wir sie nicht immer wahrnehmen, wenn sie uns begegnet.

PS für Alice: Auch ich möchte keinen Preis gewinnen.

Rezepte und Krankheiten

sind die sicheren Themen für Zugriffszahlen bei Blogs. Rezepte natürlich mit flotten Fotos garniert, dann klappt es mit der Google-Suche. Und Krankheiten? Über ihre Krankheiten und Symptome reden viele Menschen gerne und damit sie ihren Ärzten auf die Sprünge helfen können, sucht der gut informierte Patient im Internet nach Infos.

So, das waren die SEO-Tipps des Tages. Ich könnte sie auch noch ergänzen mit Sex sells und Technik wins. Seht ihr: Ich kenne sie alle, die SEO-Tipps. Aber für die Sammelmappe brauche ich sie nicht. Ich bin keine Statistikschinderin.

Viginia-Woolf-Marathon

Ich muss es mir einfach noch mal vergegenwärtigen, was ich hinter mir habe: Einen Virginia-Woolf-Marathon. Einen gigantischen. In den letzten drei Jahren habe ich folgende Lektüre genossen:

Drei Mal die fünf Tagebücher a 550 Seiten gelesen (8250 Seiten)

Zwei Mal die beiden Briefbände a 550 Seiten (2200)

Fünf Mal die Biografie von Hermione Lee a 1100 Seiten (5500)

Fünf Mal Briefe an Virginia Woolf und div. kürzere Biografien (5000)

Das Aufsummieren überlasse ich den Buchhaltern unter euch. Ich will die Endsumme der Seiten nicht wirklich wissen.

Keine Panik – oder doch?

Der Bembel ängstigt mich mit seinem Re-Dent – (ja, so heißt der Tweet bei Identica: ein Dent.)

Jedenfalls dentet der Bembel munter: keine Panik RD @murdelta “Dennoch empfiehlt die Bundesregierung, stets für zwei Wochen genügend Essen im Haus zu haben.” http://is.gd/kiw8

und gleich noch mal hinterher: bembel

“… sollten Sie sich mit einigen Bauern anfreunden … Pachten Sie einen Schrebergarten … Kaufen Sie sich einen Brotbackautomaten.”

Ich sehe schon, ich habe schlechte Karten beim persönlichen Krisenmanagement. Keine Bauern im Bekanntenkreis, kein Garten, nicht mal ein Balkon mit Kräutern und backen kann ich auch nicht. Vor einiger Zeit hat mir meine Bekannte noch vorgeschwärmt, dass sie gerüstet ist für die schlechten Zeiten, die da kommen. Mit ihrem Garten und ihrer Vorratshaltung. Althergebrachtes Einkochen und Einfrieren von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, sie ist da wirklich eine Meisterin. Sie hat nicht mal mit der Wimper gezuckt, als ich darauf entgegnete: Und noch dazu mit einem ausgebildeten Soldaten liiert, der das Ganze professionell bewachen kann.

Nee, mein Krisenmanagement kommt da wirklich nicht mit.

Sie springen, die Frauen!

Es hat lange gedauert, aber jetzt ist es endlich soweit: Jetzt springen auch die Frauen von der Schanze. Wie immer gab es viele Bedenken, was alles passieren könnte, wenn die Frauen von der Skischanze springen. Wahrscheinlich kamen die Bedenken daher, dass wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass die männlichen Knochen im Gegensatz zu weiblichen nicht so schnell brechen, wenn sie von der Schanze stürzen. Gummiknochen, halt. Oder so ähnlich.

Aber jetzt gilt endlich: Auch Frauen können fliegen!